Inzidenz im Landkreis Verden über 100

Strengere Regelungen drohen wieder

Da im Landkreis Verden die Corona-Inzidenz den Grenzwert von 100 überschritten hat, könnten die Regelungen demnächst wieder verschärft werden. Noch wartet der Landkreis aber die Entwicklung ab.
09.04.2021, 15:14
Lesedauer: 2 Min
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Strengere Regelungen drohen wieder
Von Marius Merle
Strengere Regelungen drohen wieder

Die Abstandsregeln gelten in Zeiten der Corona-Pandemie ohnehin durchgehend. Durch die steigenden Fallzahlen könnten Lockerungen im Landkreis Verden aber bald wieder zurückgenommen werden.

Björn Hake

Landkreis Verden. Der Landkreis Verden hat am Freitag – erstmalig seit Ende November letzten Jahres – wieder die 100er-Marke der 7-Tage-Inzidenz überschritten. Lag die Inzidenz, also die Zahl der neuinfizierten Personen innerhalb von sieben Tagen berechnet auf 100.000 Einwohner, am Donnerstag dieser Woche noch bei 99,9, so stieg sie diesen Freitag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes auf 103,5 an. Ursächlich dafür waren die 35 gemeldeten Fälle von Donnerstag- bis Freitagmorgen. Die Zahl der aktuell im Landkreis infizierten Personen liegt bei 295, vier von ihnen werden stationär behandelt.

Wird der Inzidenz-Grenzwert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten und ist diese Überschreitung nach Einschätzung des Gesundheitsamtes von Dauer, kann der Landkreis auf dem Wege der Allgemeinverfügung weitere Einschränkungen für den Landkreis oder Teile des Kreisgebietes veranlassen. So sieht es die niedersächsische Corona-Verordnung vor.

„Kein Automatismus“

„Einschränkungen für den Landkreis werden erst wirksam, wenn die Kreisverwaltung eine entsprechende Verfügung erlassen hat. Einen Automatismus für Maßnahmen gibt es nicht“, klärt Landrat Peter Bohlmann zur aktuellen Situation auf. Zum jetzigen Zeitpunkt könne noch nicht sicher gesagt werden, ob weitere Restriktionen verfügt werden. Man wolle zunächst die Entwicklung der Infektionszahlen in den kommenden Tagen abwarten. Bei einem deutlichen Inzidenzanstieg auf Werte jenseits der 120 aber seien weitere Maßnahmen wahrscheinlich. Beim Pendeln um eine Inzidenz von 100 oder wenn sich eine baldige Unterschreitung der 100er-Grenze abzeichne, würde eine solche Verfügung laut Bohlmann keinen Sinn machen.

Eine solche Allgemeinverfügung würde den Landkreis Verden zu einer Hochinzidenzkommune erklären. Dadurch würden erneut Kontaktbeschränkungen gelten, wie sie die Corona-Verordnung des Landes in der Fassung vom 6. März vorgesehen hatte. Mitglieder eines Haushaltes dürften sich dann nur noch mit einer weiteren Person treffen. Auch das Terminshopping (Click and Meet) im Einzelhandel müsste kreisweit eingestellt werden. Waren könnten dann nur noch auf Bestellung und kontaktlos vor den Geschäften übergeben und abgeholt werden. Auch Museen, Galerien und Gedenkstätten müssten erneut schließen. Das Land bereitet zudem aktuell eine Änderung der Corona-Verordnung bezüglich der Schulen vor. Sie soll die Beschulung bei hohen Inzidenzen klären. „Eine Rückkehr aller Schüler – mit Ausnahme der Grundschüler sowie der Abschlussklassen – vom Wechselunterricht, dem Modell B, in das Distanzlernen aber hängt von einer entsprechenden Verfügung des Landkreises ab“, macht Bohlmann deutlich.

Ausgangssperren nicht geplant

„Der Landkreis Verden spricht sich für die Beibehaltung des Wechselunterrichts bis zu einer Kreisinzidenz von 150 an drei aufeinanderfolgenden Tagen aus“, betont der Landrat. Für die Schulen sei Verlässlichkeit erforderlich, die bei einem Wechsel bereits ab einer Inzidenz von 100 im Dreitagesabschnitt nicht sichergestellt sei, zumal die aktuellen Inzidenzen noch stark von den Osterfeiertagen sowie von Nachtestungen und Nachmeldungen geprägt und darüber hinaus ohnehin häufigen Schwankungen unterworfen seien. Von der Verhängung von Ausgangssperren im Kreisgebiet hält Bohlmann indes nicht viel. Diese Maßnahme sei unverhältnismäßig. Es sei traurig, dass solche Instrumente diskutiert würden, weil einige wenige Personen nachts die Kontaktbeschränkungen nicht einhielten.

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