Juniorwahl an Verdener Schulen: Mattfeldt und SPD gewinnen

Verden. In Berlin werden derzeit die Gespräche für mögliche Koalitionen vorbereitet. Ginge es nach Verdener Schülern, dann wären die Verhandlungen für eine neue Bundesregierung wahrscheinlich einfacher.
26.09.2013, 00:00
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Juniorwahl an Verdener Schulen: Mattfeldt und SPD gewinnen
Von Eike Wienbarg

In Berlin werden derzeit die Gespräche für mögliche Koalitionen vorbereitet. Ginge es nach Verdener Schülern, dann wären die Verhandlungen für eine neue Bundesregierung wahrscheinlich einfacher. Parallel zur Bundestagswahl veranstalteten vier Verdener Schulen in den vergangenen Wochen die Juniorwahl.

„Wählen wie die Großen“ – so könnte das Motto der Juniorwahlen lauten. Seit 1999 laufen parallel zu Bundestags- und Landtagswahlen die Juniorwahlen. Sie werden vom Verein Kumulus organisiert. Im Gymnasium am Wall, am Domgymnasium, an den Berufsbildenden Schulen und an der Realschule Verden waren rund 2200 Schüler aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag dabei mit 82 Prozent weit über der der erwachsenen Wähler im Wahlkreis Osterholz-Verden.

„Die Schüler haben sich im Vorfeld im Unterricht intensiv mit den Wahlen beschäftigt. Auch die Wahl selbst wurde von ihnen organisiert“, berichtet Ursula Fisser-Blömer, Fachleiterin für das Fach Politik an der Realschule.

Jede Klasse oder jeder Kursus ernannte dazu einen Wahlvorstand, schrieb die Wählerverzeichnisse und erstellte die Wahlbenachrichtigungen. An den meisten Schulen führten die Schüler ihre Wahl zwei Tage vor der Bundestagswahl durch. Auch die Form unterschied sich vom „Kreuzchen machen“ auf dem Papierstimmzettel: Die Schüler durften ihre Stimme am Computer abgeben. „Das erleichtert natürlich die Auszählung“, erklärte Lehrer Thomas Schall. Auf die Ergebnisse mussten die Pennäler jedoch bis zum Wahlsonntag um 18 Uhr warten.

Bei der Erststimme im Wahlkreis Osterholz-Verden konnte sich an allen Schulen, wie auch bei der normalen Wahl, Andreas Mattfeldt von der CDU durchsetzen – wenn auch mit knapperem Ergebnis. Die Stimmen gingen dort eher zu Gunsten der Direktkandidaten der kleineren Parteien.

Bei der Zweitstimme ergaben sich deutliche Unterschiede zwischen den Schulen, aber auch zum Bundes- und Wahlkreisergebnis. An drei der vier Schulen holte die SPD die meisten Stimmen. Und auch die Grünen schnitten mit teilweise deutlich über 20 Prozent wesentlich besser ab. Die CDU blieb an den Schulen unter 30 Prozent und bekam im Gymnasium am Wall nur rund 18 Prozent der Stimmen. Die FDP übersprang an zwei Schulen die Fünf-Prozent-Hürde.

Freuen dürfte sich auch die Piratenpartei über die Ergebnisse: Im Durchschnitt errang sie an den Verdener Schulen rund zehn Prozent der Stimmen. Die Linke hätte es dagegen nur mit den Stimmen der Realschüler in den Bundestag geschafft.

„Wir haben in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit der Juniorwahl gemacht. Die Schüler beginnen sich zu interessieren, und auch einige Eltern gehen dann eher wählen“, sagte Ursula Fisser-Blömer. „Die Resonanz war positiv, nur die Schüler, die keinen Politikunterricht haben, waren schwerer zu erreichen“, erklärt Thomas Schall vom Gymnasium am Wall.

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde die Juniorwahl auch von der Stadt Verden mit einem Programm unterstützt. Im Vorfeld konnten sich die Schüler bei einer Podiumsdiskussion mit den Kandidaten über die politischen Inhalte der Parteien informieren. Bei einem Filmwettbewerb kreierten Schüler Wahlwerbespots, und am Freitag vor der Wahl wurde eine große Wahlparty im Jugendhaus veranstaltet. Die genauen Ergebnisse der Juniorwahl gibt es unter www.gaw-verden.de.

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