DRK und Feuerwehr in Achim Katastrophenschutz im neuen Domizil

Landkreis Verden. Der Um- und Ausbau der ehemaligen Straßenmeisterei zur Rettungswache samt Krisen- und Katastrophenschutzzentrum für DRK und Feuerwehr ist abgeschlossen. Zur Einweihung stand am Dienstagabend ein großer Festakt an.
05.08.2010, 06:00
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Von Christian Butt

Landkreis Verden. Der Um- und Ausbau der ehemaligen Straßenmeisterei zur Rettungswache samt Krisen- und Katastrophenschutzzentrum für DRK und Feuerwehr ist abgeschlossen. Zur Einweihung stand am Dienstagabend ein großer Festakt an. Zahlreiche Vertreter der Rettungsorganisationen, der Verwaltung und der Politik waren nach Achim gekommen.

Kern des neuen Zentrums an der Embser Landstraße ist eine 50 mal 15 Meter messende Stahlgerüsthalle. Auf 21 Stellplätzen werden dort vier Rettungstransportwagen, ein Notarzt-Einsatzfahrzeug sowie die Wagen der Sondereinsatzgruppe Gefahrgut des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Feuerwehr-Gefahrgutzug des Landkreises stationiert. Die Gerätschaften des Katastrophenschutzes, angefangen von der Tierseuchenbekämpfung bis hin zur Sandsackreserve, sind unter einem Dach untergebracht. Statt vom Krankenhaus aus starten die Rettungssanitäter nun von dem Zentrum aus zu ihren Not-Einsätzen im Nordkreis. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

'Die Größe und Grundsubstanz der Liegenschaft sowie die hervorragende Lage und Erreichbarkeit machte das Areal besonders geeignet für den vorgesehenen Zweck. Innerhalb der Verwaltung, der Feuerwehrführung sowie beim DRK war man sich schnell einig, dass das Areal optimal für die Unterbringung von Einheiten des Katastrophenschutzes und Gefahrenabwehr ist', sagte Landrat Peter Bohlmann. 'Der Landkreis hat die Gunst der Stunde genutzt, das Gelände erworben und eine zentrale Bündelung der Fachkompetenzen geschaffen', lobte Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling.

Nach Ansicht von Bürgermeister Uwe Kellner ist nicht nur der Standort ideal, die Stadt profitiere auch von dem neuen Gelände. Einerseits wird durch den Umzug des Gefahrgutzuges aus dem Achimer Gerätehaus dringend benötigter Platz geschaffen. Andererseits hat die Kleiderkammer und die Brandsimulationsanlage auf dem Areal ein neues Zuhause gefunden.

'Wir weihen heute ein Denkmal für einen besseren Schutz im Nordkreis ein', fand DRK-Vorsitzender im Landkreis, Werner Jahn, lobende Worte, 'dieser Standort ist zentral und optimal an einer Autobahnauffahrt gelegen.'

Doch wo Sonne sei, da sei auch Schatten, beschrieb der DRK-Vorsitzende die Lage seiner Mitarbeiter. So beklagen sich die Rettungsdienstler über viel zu enge Räumlichkeiten. Untergebracht sind sie im ehemaligen Gebäude der Straßenmeisterei. Dort lässt sich die Tür eines Büros nicht vollständig öffnen, weil aus Platzgründen ein Aktenschrank hinter der Tür steht. Im Umkleidebereich kann wegen der Enge immer nur eine Person zwischen den Spinden hindurchgehen. Ein Mitarbeiter zog sich Verletzungen zu, als ein Rettungssanitäter durch die Tür den Raum betrat. Diese prallte auf seinen Kollegen, der sich dort umziehen musste. Weil es sich um ein Flachdachgebäude handelt, heizen sich die Räume schnell auf 30 Grad und mehr auf. Mit einem mobilen Kühlgerät hat der Landkreis schon versucht, die Not zu lindern. Die Fenster lassen sich zwar öffnen, doch Abgase und Lärm der Autobahn 27, nur wenige Meter neben der Wache, helfen nicht bei der Entspannung nach anstrengenden Einsätzen. 'Die Straßenwärter

haben sich hier umgezogen und sind dann irgendwohin zum Arbeiten gefahren. Wir müssen hier mit acht Mann rund um die Uhr unseren Dienst tun', so die DRK-Mitarbeiter. Doch sie wollen nicht alles schlechtreden. Sie sind mit den neuen Fahrzeughallen sehr zufrieden. Endlich können sie ihre Fahrzeuge vernünftig pflegen.

Nach den Rednern folgte der Höhepunkt der Veranstaltung, die Fahnenweihe der neuen Kreisverbandsfahne. 'Der Kreisfeuerwehrverband Verden besitzt seit 1960 eine Fahne. Sie wurde mittlerweile zweimal für viel Geld restauriert. Eine weitere Restauration stand in keinem Verhältnis mehr zu den Kosten, deshalb haben wir uns für eine neue Fahne entschied', begründete Hans-Hermann Fehling. 'Mit einer Fahne legt man ein Bekenntnis ab, zur Gemeinschaft, zur Heimat und zu den Idealen des Feuerwehrwesens', so der Kreisbrandmeister, 'vor ein paar Wochen, während der Fußball-Weltmeisterschaft, zierten zigtausend Fahnen in Schwarz-Rot-Gold Häuser und Fahrzeuge und unterstrichen damit das Wir-Gefühl. Nicht nur deswegen sind Fahnen hochaktuell.'

Die Fahnenweihe übernahm Pastor Dietrich Hoffmann: 'Die Fahne wird in Zukunft bei allen Feuerwehrfesten und besonderen Anlässen zu sehen sein und daran erinnern, dass es gut und gottgewollt ist, sich für das Wohl anderer Menschen einzusetzen. Mögen sich unter diesem Zeichen immer wieder Menschen zu Dienst am Nächsten zusammenfinden. Mögen alle Feuerwehrleute vor Lebensgefahr und Verletzungen bei Einsätzen bewahrt bleiben ... und so segne ich alle Feuerwehrkameraden, die sich unter dieser Fahne versammeln und diesen verantwortungsvollen Dienst tun.'

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