Street-Food-Festival Klein, lecker – und eintönig

Zum zweiten Mal veranstaltete der Kaufmännische Verein zu Verden das Street-Food-Festival vor dem Rathausplatz. Die Besucher bemängelten das konventionelle Angebot.
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Von Antonia Blome

Im letzten Jahrzehnt haben sich Foodtrucks in Deutschland zu einem echten kulinarischen Renner entwickelt. Die bunten, modernen und vor allem mobilen Imbisswagen sind auf Konzerten sowie Events anzutreffen und überzeugen durch Flexibilität und Vielfalt. Die Anziehungskraft der Restaurants auf Rädern ist auch dem Kaufmännischen Verein zu Verden nicht entgangen: Das Street-Food-Festival ging an diesem Sonntag in die zweite Runde und lockte zahlreiche Besucher in die Innenstadt.

Genau wie seine Auswahl ist auch das Festival selbst noch ganz frisch. Erst vergangenes Jahr fand das erste Street-Food-Festival in Verden statt. Die gute Resonanz ermöglichte schließlich sein Comeback in diesem Jahr. Der verkaufsoffene Sonntag gab den letzten Anstoß dafür, dass möglichst viele Interessierte sich zur Innenstadt begaben. Von 13 bis 18 Uhr konnten die Besucher sich nicht nur zum Schlemmen, sondern auch zum Bummeln und Shoppen verleiten lassen.

Insgesamt elf (nach eigener Zählung) von 20 angekündigten Foodtrucks erstreckten sich bis weit über den Rathausplatz hinaus und bereiteten ihre Köstlichkeiten von 11 bis 19 Uhr frisch zu. Das Angebot reichte von Klassikern wie Crêpes, Bratwurst und Bratkartoffeln über Bowls und afrikanische Gerichte.

Vor allem der Foodtruck des Verdener Genussstudios lockte zahlreiche Besucher an und konnte bald eine lange Schlange von erwartungsvollen Gourmets verzeichnen. Für Stimmung sorgte die Live-Musik, dessen Klang den Rathausplatz erfüllte. Auf der Bühne stand die vierköpfige Band „Panta“ aus Hamburg, die Soul- und Rockmusik zum Besten gab. Einen besonderen Reiz für die kleinen Besucher stellte außerdem das Kinder-Karussell dar. Während die Sprösslinge sich amüsierten, konnten die Eltern die Köstlichkeiten genießen. Dabei machte das Wetter dem leckeren Fest keinen Strich durch die Rechnung: Die lauen Temperaturen und gelegentlicher Sonnenschein machten den Besuch zu einer angenehmen Angelegenheit.

Trotz seines vielversprechenden Konzepts stieß das Festival auf gemischte Meinungen: „Klein, lecker, eintönig“ – mit diesen Worten beschreibt Besucher Florian Schwarz das Street-Food-Festival. Er nimmt dieses Jahr zum ersten Mal an dem Spektakel teil. Auf Facebook sei er auf die Veranstaltung hingewiesen worden. „Das Konzept des Foodtrucks kenne ich bereits aus meinem Heimatort Langwedel“, verrät er. Unter dem Namen „Geschmackskreation“ bietet der Wagen dort Burger und Pommes an. Auch beim Street-Food-Festival bei Dodenhof sei er, wie er sagt, öfter anzutreffen. Das Verdener Gegenstück sei jedoch nicht mit seinem Vorgänger zu vergleichen. „Zwischen den beiden Angeboten besteht ein riesiger Unterschied“, betont er. „Die Auswahl hier ist zwar lecker, aber um einiges kleiner als in Posthausen.“

Komplett fehlen, sagt Florian Schwarz, würden ihm vor allem die mexikanische und vegetarische Küche. „Ich glaube, Foodtrucks sind vor allem wegen ihres außergewöhnlichen Angebotes so beliebt. Das fehlt mir in Verden“, fasst er zusammen. Die Live-Musik findet er dagegen, wie er sagt, gelungen. Die Auswahl gefalle sicherlich den meisten, Musik gehöre zu einem Street-Food-Festival einfach dazu.

Der Kritik schließt sich Mareike Ziethmann, die das Festival zum zweiten Mal mit ihrer Familie besucht, an. „Foodtrucks sprechen die Menschen an, weil man durch sie unbekannte Gerichte ausprobieren kann, ohne gleich in ein Restaurant gehen zu müssen“, sagt sie. Es würden sehr viele Pulled-Pork-Gerichte und zu wenig internationale Speisen angeboten werden, moniert sie und sagt: „Über einen Stand, der asiatisches Essen verkauft, hätte ich mich gefreut.“

Angenehm, gemütlich und lecker wirkt das Festival auf Besucherin Corinna Stucke. „Street Food ist für mich vom Klassiker weg und zeichnet sich durch ein multikulturelles Angebot aus“, sagt sie. Daher sei sie vor allem von dem afrikanischen Essensstand begeistert. Dass das Street-Food-Festival die Besucher der Stadt auf eine kulinarische Reise quer durch viele Länder und Kontinente schicke, wie die Veranstalter ankündigen, sei für sie jedoch nicht der Fall. „Im Allgemeinen betrachtet ist das Festival zu eintönig. Hier gibt es kaum etwas, das man nicht schon kennt“, kritisiert sie. Mehr Mut zur Vielseitigkeit wäre für sie wünschenswert. Obwohl es für das Festival noch viel Raum zur Verbesserung gebe, würde sie beim nächsten Mal wieder teilnehmen, um der vielversprechenden Idee noch eine Chance zu geben.

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