Tanz macht Schule

Kleine Tänzer, großes Können

An der elften Auflage des Projekts „Tanz macht Schule“ haben mehr 100 Schüler aus Verden teilgenommen. Die jungen Tänzer überzeugten sowohl Zuschauer als auch Veranstalter.
15.12.2019, 16:30
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Von Antonia Blome
Kleine Tänzer, großes Können

Die Schüler der Grundschule am Sachsenhain brachten ein weihnachtliches Gedicht tänzerisch auf die Bühne.

Björn Hake

Ausgefeilte Choreografien und talentierte Nachwuchstänzer begeisterten die Besucher der Verdener Stadthalle bei der elften Auflage von „Tanz macht Schule“. Sechs Schulklassen setzten sich in ihren Tanzgeschichten mit individuellen Themen auseinander und entfalteten ihr kreatives sowie tänzerisches Potenzial.

„Spannung und Lampenfieber liegen in der Luft“, beschrieb Margarete Meyer, Vorsitzende des Tintenklecks-Vereins, die Stimmung in ihrer einleitenden Rede mehr als passend. Etwa 14 wöchentliche Proben hatten die mehr als 100 erwartungsvollen Schüler hinter sich gebracht. Nach den Sommerferien begannen sie, mit verschiedenen Choreografen des Bremer Tanzwerkes zusammenzuarbeiten. Die Stars des Abends waren Schüler der Grundschulen am Sachsenhain und am Lönsweg, der Oberschule Langwedel, der Likedeeler Schule und der Fachschule für Sozialpädagogik der BBS Verden. Den mutigen Auftakt machten am vergangenen Donnerstagabend mit der dritten Klasse der Nicolaischule die Jüngsten in der Runde.

Obwohl die Performances im Endergebnis harmonisch und einstudiert wirken würden, erinnerte Choreografin Mia Waehnfeldt daran, dass die Vorbereitung in ihrer Gruppe nicht immer reibungslos funktioniert habe. Dieses Thema griff auch die Performance der Grundschüler auf. Sie basierte auf dem Kinderbuch „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ von Tilde Michels und Reinhard Michl.

Tierisches Quartett

„Weit fort in einem kalten Land steht Wanjas Haus am Waldesrand“, leitete eine zaghafte Kinderstimme den Auftritt ein. So trugen die Schüler abwechselnd das weihnachtliche Gedicht im Playback vor, während sie die Geschichte auf der Bühne tänzerisch darstellten. Verkleidet als Hase, Fuchs und Bär fanden sich die leichtfüßigen Schüler nach und nach in der Mitte der Bühne ein und baten „bei Eis und Schnee“ um Herberge. Trotz der Unterschiede des tierischen Quartetts zeigten die Schüler so, wie eine ungewollte Situation konfliktfrei gelöst werden kann.

Dank Performances wie dieser waren die Reihen in der Verdener Stadthalle fast ausverkauft. Eltern, Kinder, Verwandte, Freunde und Unterstützer hatten sich eingefunden, um zu jubeln, nachzudenken und zu lachen. Das abwechslungsreiche Programm ließ sich unter anderem Zuschauerin Gerda Müller nicht entgehen. Ihren Weg zu „Tanz macht Schule“ fand sie – ganz klassisch – durch ihren Enkelsohn.

Nachdem sie vor vielen Jahren dank seines Auftritts mit dem Projekt warm geworden war, verschlug es Müller immer wieder in die Stadthalle, um der jährlichen Veranstaltung beizuwohnen. „Das erste Mal hat mir so gut gefallen“, erklärte sie und bis heute sei „jedes Mal toll gewesen“. Für die Schüler sei das sicherlich auch ein Höhepunkt, an den sie sich ihr ganzes Leben erinnern würden, prophezeite die Zuschauerin.

Ganz ohne Scheu im Rampenlicht

Beeindruckend für ihr zartes Alter tanzte sich außerdem die Klasse 4a der Grundschule am Lönsweg regelrecht die Seele aus dem Leib. Unter dem Titel „Leise Leute“ traten verschiedene schwarz gekleidete Schüler mit Kopfhörern ins Scheinwerferlicht. Wie der Name vermuten lässt, fanden Sequenzen der ambitionierten Choreografie bei absoluter Stille statt. So traten die jungen Tänzer, die sich mutig und ganz ohne Scheu im Rampenlicht zur Musik in ihrem Kopf bewegten, noch mehr in den Vordergrund.

Die Tanzbewegungen erinnerten mal an die energiegeladene Pop-Ikone Michael Jackson, mal an eine elegante Balletttänzerin. Dabei bestachen nicht wenige Schüler durch ganz besondere Talente: Spagate, Brücken und Radschläge fanden ihren Platz in der Performance. Ganz schön hoch legten die 24 Schüler die Latte damit für die drei Klassen, die sich nach ihnen präsentierten. Der tosende Applaus, den sie ernteten, war wohlverdient.

Margarete Meyer blickte zufrieden auf den Abend zurück. „Alles ist gelungen, es gab keine Patzer oder Pannen“, sagte sie. Für einen Favoriten konnte sie sich aber nicht entscheiden, denn „jede Gruppe war auf ihre Art einzigartig“. In der kommenden Auflage würden die verschiedenen Schulklassen nicht mehr getrennt eigene Ideen entwickeln, stattdessen werde es wieder eine Gesamtgeschichte für alle geben, kündigt Meyer an. Anfang nächsten Jahres gehen die Vorbereitungen für das Projekt in die nächste Runde, damit es im Winter wieder heißen kann: Tanz macht Schule.

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