Geologen vermitteln Kindern über eine Fantasiereise Hintergründe von Umweltproblemen Klimamobil an der Etelser Grundschule

Langwedel-Etelsen. Für zwei Schulstunden waren sie Astronauten und Forscher in einem – Etelser Grundschüler erlebten jetzt Umweltweltschutz hautnah. Dazu hatte der Schulverein das Klimamobil der "klima on…s‘cooltour" eingeladen, denn im Sachkundeunterricht steht Umwelt auf dem Stundenplan. Lehrerin Agnes Weehuus hatte die Aktion organisiert und ihre Schüler bestens vorbereitet. Die waren hellauf begeistert, machten eifrig mit – und überraschten mit ihrem Wissen.
21.07.2012, 05:00
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Von Inka Sommerfeld

Langwedel-Etelsen. Für zwei Schulstunden waren sie Astronauten und Forscher in einem – Etelser Grundschüler erlebten jetzt Umweltweltschutz hautnah. Dazu hatte der Schulverein das Klimamobil der "klima on…s‘cooltour" eingeladen, denn im Sachkundeunterricht steht Umwelt auf dem Stundenplan. Lehrerin Agnes Weehuus hatte die Aktion organisiert und ihre Schüler bestens vorbereitet. Die waren hellauf begeistert, machten eifrig mit – und überraschten mit ihrem Wissen.

Die Geologen Sandra Fischer und Tobias Odrich steckten die Kinder als erstes in weiße Forscherkittel. Die rund 30 Schüler versammelten sich vor einer Leinwand und wurden zu Astronauten: Die Mädchen und Jungen versetzten sich mit Captain Fischer und Commander Odrich ins Space Shuttle, das auf der Leinwand ins All startete. In der gedanklichen Raumstation angekommen, betrachtete die Mannschaft die Erde von oben.

Anhand eines Globus bestimmten die Schüler die Kontinente und lernten, dass der Südpol ebenfalls ein Kontinent ist, der Nordpol aber nicht. Warum? "Unter dem Südpol ist eine Insel, also Land, versteckt, unter dem Nordpol befindet sich das Nordpolarmeer", erklärte Fischer. Eine gute Überleitung zum Thema Klima: "Warum ist es am Nordpol kalt um am Äquator heiß?", fragte Fischer. "Weil die Eisbären am Nordpol Kühltruhen haben und die Affen am Äquator Heizungen", brabbelte der Commander dazwischen. Doch die Kinder wussten es besser: "Die Sonne scheint senkrecht auf den Äquator, deshalb kommt dort viel Licht an. Am Nord- und Südpol dagegen kommt weniger Licht an." Plötzlich ertönte eine Alarmsirene, die Ursache war schnell gefunden: "Die Erde hat Fieber", rief der Commander und zückte ein überdimensional großes Fieberthermometer. "Ich messe mal eben die Temperatur, dann muss die Erde ins Bett." Auch hier waren die Schüler klüger: "Die Erde wird wärmer, das nennt man Klimawandel."

Zeit für ein Experiment. Wie entsteht Wind? Mit Wasserschale, durchsichtigem Behälter, Räucherstäbchen und Taschenlampe machten die Kinder Wind sichtbar – Luft, die aufsteigt und wieder herabfällt. Der Vorgang spielt sich auch in der Atmosphäre ab, der Schutzhülle, die die Erde umgibt. "Dort findet außerdem der Treibhauseffekt statt: Licht kommt herein und die Wärme bleibt drinnen", erklärte Odrich.

Zeit für ein weiteres Experiment. Was ist Kohlendioxid? Eine Mischung aus Essig und Backpulver lässt das farblose Gas entstehen – ein Luftballon bläst sich wie von selbst auf. Auf der Erde sorgen Abgase dafür, dass viel Kohlendioxid entsteht – also kaum Wärme ins All entweichen kann. "Was können wir tun, um die Erderwärmung zu verhindern?", fragte Odrich. "Mit dem Fahrrad oder Bus fahren oder zu Fuß gehen. Weniger Strom verbrauchen", antworteten die Kinder. "Toll, ihr wisst ja richtig gut Bescheid", lobte der Geologe. Sein Tipp: "Macht euren Eltern den Vorschlag: Wenn ihr im Winter in eurem Zimmer die Temperatur herunterdreht, bekommt ihr einmal im Monat ein Eis spendiert."

Wie Essgewohnheiten mit dem Regenwald zusammenhängen, erarbeiteten sich die Schüler und Odrich gemeinsam: Der Regenwald wird abgebrannt, um Ackerflächen zu schaffen, auf denen Soja und Getreide angebaut wird. Damit werden Kühe und Schweine in Europa gemästet. "Wir essen den Regenwald auf", fasste Odrich zusammen. Die Mädchen und Jungen nannten ein weiteres Problem: "Viele vom Aussterben bedrohte Tiere haben kein Zuhause mehr." Deshalb meinten die Kinder, weniger Wurst und Fleisch essen zu wollen. "Das ist nicht nur gut für Klima und Regenwald, sondern auch für eure Gesundheit", meinte Odrich. Weitere Empfehlungen: Lebensmittel nicht wegwerfen und Strom sparen. Doch Klimakiller Nummer eins sei der Konsum.

Die Exkursion im All war zu Ende, und die Schüler mussten wieder auf die Erde zurück: "Augen zu, hochspringen und in die Hände klatschen", rief Captain Fischer. Das sei umweltfreundlicher als mit der Rakete.

Die "klima on… s‘cooltour" ist eine Initiative eines Münchner Unternehmens, das im Auftrag der Lampenhersteller die umweltgerechte Entsorgung ausgedienter Energiesparlampen organisiert und zum Thema Umweltschutz und Ressourcen-Schonung aufklärt.

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