Grußwort des Bürgermeisters Klimaschutz hat Priorität

In seinem Grußwort zum Jahreswechsel geht Lutz Brockmann auf die wichtigsten Themen 2019 ein.
29.12.2019, 15:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Hinter der Reiterstadt liegt ein ereignisreiches Jahr. Und so fragt sich Bürgermeister Lutz Brockmann in seinem Grußwort zum Jahreswechsel: „Woran werden wir in Verden uns in zehn oder 20 Jahren erinnern, wenn wir an das Jahr 2019 denken?“ Lange muss er offenbar nicht überlegen. Der Baustart für das Krankenhaus, die Eröffnung der neuen Radbrücke und die Demonstrationen der „Fridays for Future“-Bewegung werden es wohl sein.

Dass der Bau des Bettenhauses an der Verdener Klinik nun begonnen hat, sei „ein großer Erfolg für Kreis und Stadt“, schreibt Brockmann. Zehn Jahre wurde dafür geplant und verhandelt. „Die modernen Patientenzimmer und Behandlungsräume schaffen beste Voraussetzungen für die hervorragende medizinische Gesundheitsversorgung in der Aller-Weser-Klinik“. Künftig werden viele Menschen in und um Verden ganz persönlich von dieser Neuerung profitieren.

In erster Linie Verdener und Dörverdener profitieren zudem auch von der neuen Radbrücke. Seit November nutzen täglich rund 200 Radler die Abkürzung über die Aller. „Abends und am Wochenende genießen viele Menschen den neuen Weg zur Naherholung“, sagt Brockmann.

Wichtiger Beschluss im Kitabereich

Doch nicht jede wichtige Entwicklung ist so deutlich sichtbar wie ein Bauwerk. Als Beispiel nennt Brockmann einen der wichtigsten Ratsbeschlüsse des Jahres: „Einstimmig hat der Verdener Rat im Juni beschlossen, ab 2020 für jede Kita-Gruppe eine dritte Fachkraft zu finanzieren“. Bereits vor elf Jahren habe die Stadt mit der dritten Fachkraft für jede Krippengruppe ein pädagogisches Vorbild geschaffen. „Eine bessere persönliche Förderung der vielen verschiedenen Kinder ist wichtig, damit für alle der Bildungsweg gelingt und sie als aktive Bürgerinnen und Bürger in naher Zukunft unsere Stadt bereichern.“ Sozialer Fortschritt sei nicht sichtbar, doch für die Zukunft entscheidend. Denn nicht allein Gebäude und Straßen bilden eine Stadt, sondern „vor allem eine engagierte Stadtgemeinschaft“ sei dafür nötig. „Miteinander und Zusammenhalt schaffen Lebensglück“, lautet die Formel des Verwaltungschefs. Entsprechend dankbar sei er den Aktiven und Ehrenamtlichen, die sich mit ihrem Engagement für das Wohlergehen der Stadt einsetzen.

Ebenso unsichtbar, dafür mess- und fühlbar waren ein weiteres Ereignis in diesem Jahr: die Erdbeben. „War dies der letzte Anstoß für ein schnelles Ende der Gasförderung in unserer Region?“, fragt sich Brockmann. Durch gemeinsamen Druck von Bürgerinitiativen, Kommunen und Abgeordneten in den vergangenen zehn Jahren sei es gelungen, das Verpressen von Lagerstättenabwasser im Trinkwasserschutzgebiet zu stoppen und schließlich eine neue Gasbohrung zu verhindern. In Sachen Natur- und Umweltschutz führte 2019 allerdings auch an „Fridays for Future“ kein Weg vorbei. „Auch in Verden demonstrieren Kinder und Jugendliche für ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft und fordern einen wirksameren Klimaschutz“, erklärt der Bürgermeister.

Stadt ist auf dem richtigen Weg

Auch der Stadtrat zeigt sich vom Klimaschutz angetan und verabschiedete entsprechende Beschlüsse. In den vergangenen Jahren habe die Stadt Verden bereits ein Drittel der Straßenbeleuchtung auf LED umgerüstet und ein Drittel der Gebäude mit einer klimaneutralen Wärmeversorgung ausgestattet, zählt er die Erfolge auf. Bis 2025 soll der Anteil auf 90 Prozent erhöht werden. Für den Klimaschutzkurs der Stadt stehen zudem die neue Kindertagesstätte Elisabeth-Selbert-Straße und die Erweiterung von Kita und Grundschule Walle in Holzbauweise. „Dies bewirkt einen doppelten Klimaschutz“, rechnet Brockmann vor, „der nachwachsende Baustoff Holz braucht kaum Energie zur Herstellung und speichert zugleich CO2“.

„In der Wissenschaft besteht Einigkeit, dass Klimaschutz weniger kostet als die Bewältigung der gefährlichen Klimakrise“, betont er, warum ihm das Thema so am Herzen liegt. Auch, dass die kommenden zehn Jahre entscheidend dafür seien, ob der Klimawandel auf ein erträgliches Maß beschränkt werden kann, hätten Fachleute ermittelt. Brockmann ist sich sicher, dass in zehn Jahren, wenn die Klimakrise fortgeschritten ist, der Ärger groß sein würde, wenn man sich nicht heute schon um die Klimaschutz bemüht hätte. „Gegenseitig können und müssen wird uns zum Klimaschutz ermutigen. Nur Taten zählen und keine Worte“, macht das Verwaltungsoberhaupt deutlich. Er ist sich sicher: „Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe“.

Brockmann hofft, dass 2019 den Menschen als Aufbruch in einen wirksamen Klimaschutz in guter Erinnerung bleibt. Für das kommende Jahr wünscht er der Stadt viel Zuversicht und Tatkraft, Freude und Erfolg.

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