Klimaschutz- und Energieagentur Klimaschutz beginnt im Kleinen

Seit Ende 2019 gibt es im Landkreis Verden die Klimaschutz- und Energieagentur Klever. Sie ist gleichermaßen Ansprechpartnerin für Privatleute, Unternehmen, Kommunen und den Landkreis.
08.04.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Informieren, Kontakte vermitteln und Netzwerken - das sind die Kernaufgaben der Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden (Klever). Ende 2019 hat sie unter der Leitung von Geschäftsführerin Janine Schmidt-Curreli ihre Arbeit aufgenommen. Gegründet wurde die Agentur gemeinsam vom Landkreis Verden und den zugehörigen Kommunen.

Dass der Klimaschutz im Kleinen anfängt, zeigen die vielen Angebote der Klimaagentur. Obwohl die Corona-Krise ihre Arbeit, Menschen rund um das Thema zu informieren, zunächst ausgebremst hat, haben die Mitarbeitenden schnell Pandemie-konforme Wege gefunden, ihre Mission zu verfolgen. So entstanden in den vergangenen Monaten vielfältige digitale Angebote. Bereits 2020 startete eine Vortragsreihe unter dem Titel „Der Klimawandel als gesellschaftliche Herausforderung“. Im Februar folgte die Aktion Klimafasten in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Verden. Von Aschermittwoch bis Ostern befassten sich die Teilnehmenden mit Themen wie sparsamem Heizen, vegetarischer Ernährung und dem eigenen Wasserverbrauch.

„Wir haben in der Zeit viel dazugelernt“, blickt Schmidt-Curreli auf das erste Jahr der Klever zurück. Das sei zwar nicht so gelaufen, wie sie es sich ursprünglich vorgestellt habe, dennoch sei es gelungen, mit den unterschiedlichen Themen, viele Menschen zu erreichen. Neben der Geschäftsführerin gehören Projektingenieur Corbinian Schöfinius und die für den Bereich Bildung zuständige Annika Gerstenberg dem kleinen Team an.

Die Klever ist nicht nur Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger, die sich mit dem Thema Klima befassen, sondern auch für Vereine, Gruppen, Bildungseinrichtungen und natürlich die Mitgliedskommunen. Im Landkreis gebe es schon viele Angebote, wie beispielsweise die regelmäßigen Energieberatungen der Verbraucherzentrale Niedersachsen, sagt die Geschäftsführerin. Die Arbeit der Klimaagentur soll sie ergänzen, nicht ersetzen.

Während sich für die vielen digitalen Angebote der Klever gewöhnlich Menschen anmelden, die oft bereits für das Thema Klimaschutz sensibilisiert sind, sieht es bei der Arbeit mit Kindertagesstätten und Schulen ein wenig anders. „Kinder sind tolle Multiplikatoren“, findet Annika Gerstenberg. Lernen sie in Kitas und Schulen etwas über das Thema Klimaschutz, tragen sie ihr neues Wissen gerne in ihre Familien. Die Klever bietet daher interessierten Einrichtungen Anregungen für kindgerechte Lerneinheiten und unterstützt bei der Weiterbildung von pädagogischen Kräften.

Selbst Bildungseinheiten in Kitas und Schulen veranstalten, das könnte die Klever allerdings nicht leisten, ergänzt Schmidt-Curreli. Das dreiköpfige Team, das aktuell überwiegend im Homeoffice arbeitet, sonst allerdings im Ökozentrum an der Artilleriestraße ansässig ist, teilt sich 1,5 Stellen. „Wir können nicht alles selber machen, wir sind eine Art Plattform“, beschreibt die Geschäftsführerin.

Klimaschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe, erklärt das Trio. Informieren und Motivieren seien daher die wichtigsten Aufgaben. Viele Handlungen, die dem Klima gut tun, hätten zudem auch positive Nebeneffekte in anderen Bereichen. So schlagen sich Stromsparen und bedachtes Heizen nicht nur auf den Kohlendioxid-Ausstoß, sondern auch auf die jeweilige Energiekostenabrechnung nieder. Von einem sparsamen Umgang können somit Privatleute, aber auch Kommunen und Unternehmen profitieren.

Die Klever bietet auf ihrer Internetseite allerlei Inspiration für den Alltag: Einen Plastikfrei-Stammtisch gründen, einmal in der Woche ausschließlich mit frischem Gemüse aus der Region kochen, bei Aktionen wie dem Stadtradeln mitmachen oder gemeinsam mit Freunden - sobald es die Corona-Bestimmungen wieder zulassen - eine Kleidertauschparty organisieren. Die Liste der Möglichkeiten, das Leben ein wenig nachhaltiger zu gestalten, ist nahezu grenzenlos. „Klimaschutz kann nicht nur Spaß machen, sondern uns als Familie und Gesellschaft wieder mehr zueinander führen“, ist das Klever-Team überzeugt.

Auch der Umstieg auf Solarstrom oder andere regenerative Energieformen könne sich auszahlen. Ob das eigene Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist, nach wie vielen Jahren sich die Anschaffung amortisiert und wie viel Kohlendioxid so eingespart werden kann, darüber gibt der Solaratlas für den Landkreis Verden Auskunft. Auch er ist auf der Internetseite www.klever-klima.de zu finden.

Gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule (KVHS) Verden bietet die Klever zudem neuerdings den Kursus „Klimafit“ an, den der WWF Deutschland und der Helmholtz-Verbund Regionale Klimaänderungen und Mensch (REKLM) entwickelt haben. Darin lernen Interessierte, wie sie sich in ihrer Kommune für den Klimaschutz einsetzen können.

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