Aufgetischt (Teil 15)

Köstlichkeiten aus dem Reich der Mitte

Im China-Restaurant Asia in Verden werden die Speisen täglich frisch zubereitet. Sie sind auf den deutschen Geschmack abgestimmt, sagt der Besitzer.
24.10.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Gisela Enders
Köstlichkeiten aus dem Reich der Mitte

Die Speisen, die Xuemei und Zhiping Cheng in ihrem China-Restaurant zubereiten, sind auf den Geschmack der deutschen Gäste zugeschnitten. Auf Wunsch kochen sie aber auch so, wie es in ihrem Heimatland üblich ist.

Björn Hake

Im China-Restaurant Asia in Verden werden die Speisen täglich frisch zubereitet. Sie sind auf den deutschen Geschmack abgestimmt, sagt der Besitzer.

Die Einrichtung wirkt einladend und entspannend. Das Restaurant Asia in Verden strahlt Ruhe aus, die es dem Gast erlaubt, sich auf eine geruhsame Mahlzeit einzustellen. Den Mangel an Tageslicht an einem trüben Herbsttag gleicht das herzliche Lächeln des Inhabers aus, der uns in seinen Räumen an der Lindhooper Straße in Verden willkommen heißt.

Die Provinz Zhejiang im Südosten Chinas ist die Heimat von Zhiping Cheng, der 1980 gemeinsam mit seinen Eltern und Verwandten nach Bremen auswanderte. Zuvor hatte bereits der Großvater in den 1960er-Jahren das Reich der Mitte verlassen und einen Neuanfang in der Weserstadt gewagt. Schon zwei Jahre später, 1982, machte sich der Sohn dann in der Allerstadt Verden selbstständig. Bereut hat er den kühnen Schritt nicht, denn mehr als 30 Jahre später erfreut sich sein Restaurant an der Lindhooper Straße gleichbleibender Beliebtheit.

Die drei Kinder des Gastronomen Zhiping Cheng und seine Ehefrau Xuemei entschieden sich dagegen für eine akademische Ausbildung. Während eines gerade in Mathematik promoviert, haben die anderen ihr BWL-Studium bereits abgeschlossen. Dennoch sei es gut möglich, dass eines seiner Kinder in naher Zukunft für den Fortbestand des Lokals sorge, verrät der Inhaber des asiatischen Restaurants.

Huhn, Schwein, Rind oder Fisch

Der Blick in die Speisekarte eröffnet dem Gast zahlreiche Möglichkeiten. Entscheiden kann er sich zwischen Gerichten mit Rind, Huhn, Schwein oder Fisch. Vorspeisen, Tellergerichte, eine kleine Auswahl für Vegetarier oder auch Menüs mit wenigen Gängen stehen zur Auswahl bereit, alles wird im Asia frisch zubereitet. „Wir bereiten sogar den Teig für die Frühlingsrollen (2,60 Euro) selbst zu, und das jeden Tag“, betont der Chef des Hauses. Gleiches gelte für die Entenbrust, die niemals tiefgekühlt und nur erhitzt auf den Teller des Gastes gelange. Das merke der Restaurantbesucher, ist sich Zhiping Cheng sicher, die Konsistenz des Fleisches sei einfach eine andere.

Wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual. Nach einigem Überlegen entscheide ich mich für ein Gericht, das unter der Nummer 103 in der Speisekarte als Spezialität des Hauses geführt wird. Der Gemüsesuppe vorweg folgen Schweinefleisch mit Ananas und süßsaurer Soße sowie Hühnerbrust mit Bambus und Champignons. Den Einsatz von 12,50 Euro habe ich nicht bereut. Die klassische Suppe fällt durch einen delikaten Geschmack auf. Und besticht durch eine feine Textur der Zutaten. Sie schafft darüber hinaus die Balance zwischen nicht zu sauer und nicht zu dickflüssig (Einzelpreis 2,60 Euro).

Ein kühles Helles zur knusprigen Ente

Der Hauptteil des kleinen Menüs kommt später kochend heiß auf den Tisch. Lecker sieht das aus, und so schmeckt es auch. Schwein und Huhn mit den jeweiligen Beilagen werden getrennt in kleinen Schälchen serviert, der traditionelle Klebereis nimmt die Soßen perfekt auf. Meine Begleitung hat die Te-Ban-Ente gewählt, die auf der Karte unter der Position 90a zu finden ist und mit 13 Euro zu Buche schlägt. Zartes Fleisch, knusprige Haut – so sollte der Vogel serviert werden.

Zur kräftigen Ente passt ein kühles Helles, zu Schwein und Huhn ein eis kalter Weißwein, der pro Glas für 3,50 Euro ausgeschenkt wird. Wer nach dem üppigen und wohlschmeckenden Mahl noch Platz für ein Dessert hat, kann unter anderem zwischen gebackenen Früchten mit oder ohne Eis wählen (2,50 bis 3,50 Euro), ein Obstsalat ist für 2,50 Euro zu haben.

Der Inhaber des Asia, Zhiping Cheng, freut sich, dass es uns gut geschmeckt hat. Seine Frau gesellt sich zu ihm und erzählt von Stammgästen aus anderen Bundesländern, die es sich auf dem Weg an die Nord- oder Ostsee nicht nehmen lassen, in Verden vorbeizuschauen. Auch wir sind angetan von unserem Besuch im Asia an der Lindhooper Straße in Verden und werden mit Sicherheit wiederkommen.

Besonders deswegen, weil dort auf Wunsch auch so gekocht wird, wie es im Heimatland der Chengs üblich ist. „Was wir normalerweise zubereiten, ist auf den deutschen Geschmack zugeschnitten“, sagt der Gastronom und lacht dabei.

Das China-Restaurant Asia an der Lindhooper Straße 44 in Verden (Telefon 04231/ 63355) hat montags bis sonntags jeweils von 12 bis 15 Uhr sowie in der Zeit von 18 bis 23 Uhr geöffnet, einen Ruhetag gibt es nicht.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+