Verden

Kosten für Rathausvorplatz verdoppelt

Verden. Planungen der Stadtverwaltung dauern nach Meinung der CDU-Fraktion in Verden grundsätzlich viel zu lange. Dadurch erhöhten sich die Kosten für Projekte unweigerlich, weil der Baukostenindex mit jedem Jahr rasant steige.
08.05.2013, 05:00
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Kosten für Rathausvorplatz verdoppelt
Von Anna Zacharias

Verden. Planungen der Stadtverwaltung dauern nach Meinung der CDU-Fraktion in Verden grundsätzlich viel zu lange. Dadurch erhöhten sich die Kosten für Projekte unweigerlich, weil der Baukostenindex mit jedem Jahr rasant steige. Fraktionsvorsitzender Gebhard Rosenthal kritisiert, dass Einsparpläne nicht angenommen würden.

Während Bauarbeiter auf dem Rathausvorplatz portugiesische Granitplatten verlegen, hat die Opposition am Dienstag massive Kritik an den Kosten für die barrierefreie Umgestaltung geübt.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung kritisierten Vertreter der CDU die "Planungsunfähigkeit" der Stadtverwaltung. "Die Kosten haben sich von den ursprünglich geplanten 1,2 Millionen Euro auf inzwischen 2,4 Millionen Euro verdoppelt", sagte Ratsherr Jens Richter.

Dass die Stadtverwaltung nicht in der Lage sei, Pläne zügig umzusetzen, bemängelt CDU-Fraktionschef Gebhard Rosenthal nicht zum ersten Mal. Bereits zuvor hatte er Bürgermeister Lutz Brockmann in einer Ratssitzung "Führungsversagen" vorgeworfen. Diesen Vorwurf bekräftigte er am Dienstag gegenüber unserer Zeitung.

"Konkret reden wir über den Rathausvorplatz schon seit drei bis vier Jahren. Es dauert grundsätzlich sehr lange, bis Ausschreibungen seitens der Verwaltung in die Wege geleitet werden", sagte er. Dadurch verjährten die zunächst im Haushalt veranschlagten Kosten, denn der Baukostenindex steige ständig.

Bei der Planung der Gestaltung des Aller-ufers bestehe das gleiche Problem: Die ursprünglich eingeplanten EU-Fördermittel seien de facto nicht mehr zu bekommen, denn die Ausschreibungen kämen wieder einmal zu spät. "Es hakt grundsätzlich beim Straßen- und Wegebau in der Stadt Verden", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Auch an dem für die Umgestaltung des beauftragten Planungsbüro aus Süddeutschland habe die CDU von Anfang an Kritik geäußert. "Die Kostenschätzungen waren immer Makulatur," so Rosenthal. Auch gebe es Zweifel, ob die verlegten Platten dem Lieferverkehr auch wirklich standhalten könnten.

"Bei der ersten Ausschreibung im Jahr 2011 ging der Preis durch die Decke. Dann gab es eine zweite Ausschreibung, auch da war der Preis wesentlich höher als ursprünglich veranschlagt", erklärte Richter. Immer wieder habe es Nachträge mit weiteren Mehrkosten gegeben, unter anderem für ein Podest in der Mitte des Platzes, dessen Sinn und Zweck dem Ratsherrn nicht einleuchtet. "Wir waren dagegen. Viel passt auf die geplante Fläche von acht mal drei Metern ohnehin nicht", sagte Jens Richter.

Der Christdemokrat übte heftige Kritik daran, dass seitens seiner Partei eingebrachte Sparvorschläge nicht angenommen würden. Zudem frage er sich, wo denn die Domweih eigentlich stattfinden solle.

Die SPD wehrt sich gegen diese Vorwürfe der Opposition und verteidigt die Entscheidungen der Stadtverwaltungen. Dass die Bauarbeiten nicht zur Domweih abgeschlossen sein würden, sei im Vorfeld bereits klar gewesen, erklärte SPD–Fraktionschefin Jutta Sodys zu den Vorwürfen. "Die Mehrkosten sind in der Tat äußerst ärgerlich", sagte sie. "Aber jetzt müssen wir die Bauarbeiten natürlich abschließen", fügte sie hinzu. Als bekannt wurde, dass es mit den zuerst in China bestellten Pflastersteinen in anderen Städten Probleme mit der Beständigkeit gegeben habe, sei es nötig gewesen, das zu prüfen und die Steine auszutauschen. Dafür sei damals auch die CDU gewesen. "Es ging eben nicht anders, wir mussten ein halbes Jahr auf die Steine warten, das hat zu Verzögerungen geführt", so Sodys.

Bürgermeister Lutz Brockmann war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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