Bremer Autor Wilfried Stüven „Kreta ist meine große Liebe“

Der Autor Wilfried Stüven liest am Montag, 11. November, im Domherrenhaus aus seinem neusten Roman. Bei „Roter Mohn verblasst nicht“ handelt es sich um einen bremisch-kretischen Liebesroman und Krimi.
11.09.2019, 16:06
Lesedauer: 3 Min
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Von Antonia Blome

Ein bewegendes Leben verarbeiten – das möchte der Bremer Autor Wilfried Stüven in seinen drei biographischen Romanen. Dabei greift er Themen wie Alkoholismus, Eifersucht und seit neustem auch seine Liebe zu Kreta auf. Anlässlich des Vorlesetages wird er am Montag, 11. November, im Domherrenhaus aus seinem neusten Buch „Roter Mohn verblasst nicht“ vorlesen.

Der Roman erschien im Jahr 2017 und hebt sich deutlich von seinen anderen Werken „Im Schatten der Schwebefähre“ und „Wattengel“ ab. Das als „bremisch-kretischer Beziehungsroman“ eingeordnete Buch spielt im Gegensatz zu den ersten beiden Werken nicht in Osten an der Oste, der Heimatstadt des Autors. Die Handlung verläuft zu Beginn auf Kreta, im zweiten Teil in Bremen. Und das hat einen besonderen Grund: „Kreta ist meine große Liebe. Seit dem Jahr 1981 bin ich regelmäßiger Besucher“, schwärmt Stüven.

Der Ortswechsel gilt aber nicht nur für die Handlung seines Buches, sondern auch für die Lesungen des Autors. Im April und Mai dieses Jahres organisierte der Kellner-Verlag eine Reise nach Kreta, wo der Bremer an den Originalschauplätzen des Romans Teile vorlas. Im Juni nahm er außerdem an dem sechsten Griechisch-Deutschen Lesefestival in Paleochora teil. In dem Roman verarbeitet der Verfasser Erlebnisse aus seinem Leben in den Achtzigern. „Mein neustes Buch ist meiner Meinung nach am stärksten autobiographisch“, sagt Stüven.

Den Anfang seiner literarischen Karriere machte der 2015 erschienene Roman „Im Schatten der Schwebefähre“. Mit der Geschichte der alkoholkranken Hauptfigur Johannes behandelt der Autor Themen, die seine eigene Kindheit bestimmten. Sucht und Alkoholismus prägten das Leben in seinem Cuxhavener Heimatort, wo er 1953 zur Welt kam. „Ich bin froh, damals gegangen zu sein“, verrät Stüven. „Alkoholiker zu sein, war dort ganz normal. Ob Nachbar, Vater oder Pastor, die Sucht war überall zugegen.“

Den Anstoß für seinen Debütroman gaben ihm verschiedene Ereignisse. „Auf den Osterwiesen begegnete ich einmal 13-jährigen Kindern, die sich bereits betranken“, erinnert er sich. Diese Erfahrung habe ihn in seine eigene Kindheit zurückversetzt. Entscheidend für seine Entwicklung zum Autor war schließlich ein Todesfall: „Vor etwa acht Jahren verstarb ein Freund an den Folgen seiner Alkoholkrankheit. Das gab den Ausschlag: Ich wollte meine eigenen Erfahrungen niederschreiben.“

Unerfahren war Stüven nicht: Der Autor hat, wie er sagt, bereits im Alter von 16 Jahren mit dem Verfassen von lyrischen Texten und Kurzgeschichten begonnen. Jedoch entwickelte sich sein Leben in eine andere Richtung. „Ich habe Sonderschulpädagogik studiert und schließlich ab 1979 als Sonderschullehrer im Bremer Schuldienst gearbeitet. Da blieb nicht viel Zeit für das Schreiben nebenbei.“

Die entscheidende Veränderung kündigte sich im Jahr 2004 an, als Stüven ernsthaft erkrankte. 2010 musste er schließlich in den vorzeitigen Ruhestand gehen. So widmete er sich seiner Liebe zum Schreiben und begann drei Jahre später mit dem Manuskript für seinen ersten Roman.

Sein neustes Werk in ein einziges Genre einzuordnen, ist selbst für den Verfasser nicht leicht. Sein Verlag habe ihn als Beziehungsroman vermarktet, Leser sind sich jedoch sicher, dass es sich um viel mehr handelt. „Das ist kein einfacher Beziehungsroman. Das ist ein waschechter Thriller“, schreibt eine Leserin auf der Internetseite des Autors. „Für mich ist der Roman eine Mischung aus vielem: Krimi, Thriller, Liebesroman, Biographie und Bremensie“, sagt der Autor.

In „Roter Mohn verblasst nicht“ treffen die drei Hauptfiguren im Jahr 1976 in Kreta aufeinander. Claudia und Rudi verleben eine kurze Liebesaffäre. Als ein Roman im Jahr 2017 an die Liebe der beiden erinnert, macht sich Tom, dessen Liebe von Claudia nie erwidert wurde, auf den Weg nach Kreta, um seinen verhassten Rivalen Rudi zu töten. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Karten für die Lesung gibt es derzeit im Domherrenhaus für zehn Euro im Vorverkauf zu erwerben. Die Lesung beginnt um 18.30 Uhr.

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