Kreisvolkshochschule Verden Von Hula-Hoop bis Balkonbepflanzung

Statt einem dicken Heft müssen Freunde der KVHS ein drittes Mal mit einem Flyer statt einem Programmheft Vorlieb nehmen. Das Faltblatt soll erstmals an alle Haushalte im Landkreis gehen.
17.12.2021, 16:55
Lesedauer: 4 Min
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Von Hula-Hoop bis Balkonbepflanzung
Von Marie Lührs

Jeder Haushalt im Landkreis Verden wird an diesem Sonntag, 19. Dezember, einen Flyer der Kreisvolkshochschule (KVHS) bekommen. So zumindest ist es geplant. 50.000 Faltblätter mit einer Übersicht über das Kursprogramm für das Frühjahrssemester 2022 wurden dafür gedruckt, erzählt KVHS-Leiterin Stephanie Fries. Auf ein klassisches Programmheft hat das Team verzichtet. Viel zu unwägbar sei die Zeit aktuell. Der Flyer gibt jedoch einen Überblick über die Höhepunkte der kommenden Monate und verweist auf die Internetseite der KVHS, auf der ab diesem Sonnabend, 18. Dezember, das vollständige Programm zu finden sein wird.

Mit dem Slogan "Neue Wege gehen" hat das KVHS-Team das Programm überschrieben. Neue Wege schlägt Gitta Stahl, die für den Bereich Umwelt und Gesundheit zuständig ist, unter anderem mit der Veranstaltung "Insektenfreundlich gärtnern auf Balkon und Terrasse" ein. Statt in einem Seminarraum treffen sich die Teilnehmenden in einem Gartencenter – "ohne Kaufzwang", wie Stahl betont. "Geranien und Petunien sind nicht so toll", erklärt die Dozentin mit Blick auf die Bienenfreundlichkeit. "Da kann man wirklich viel dazulernen." 

Nicht nur die zunehmende Beschäftigung mit Pflanzen auf dem Balkon oder im eigenen Garten seien Corona-bedingt besonders gefragt. Auch in anderen Bereichen habe das Interesse durch die Pandemie zugenommen, weiß Fries. Daher gebe es im Frühjahrsprogramm auch Kurse in Handlettering, dem kunstvollen Zeichnen von Buchstaben, und Watercoloring, einer modernen Interpretation der Aquarellmalerei. Unter dem Titel "Sinneswandel im Wald" lernen Interessierte, wie sie in der Natur Kraft tanken und Ressourcen stärken können. 

In die Natur geht es auch für die Teilnehmenden von Kursen, die Thomas Froitzheim anbietet. Der Dozent, der erst vor Kurzem nach Verden gezogen ist, zeigt Interessierten, wie sie am Computer eine Wander- und Radtour planen und sich per GPS navigieren lassen können. 

Neuer Sporttrend

Ganz neu im Programm ist außerdem das Angebot von Sarah Hermann. An zwei Tagen können Interessierte mit ihr in die Kunst des Hula-Hoop-Dancings hineinschnuppern. Die Teilnehmenden lernen, wie sie den Reifen kunstvoll um die Taille und andere Körperteile schwingen können. Das Training soll nicht nur Spaß machen, sondern auch die obere und untere Rückenmuskulatur sowie Bauch- und Rumpfmuskulatur trainieren. "Man muss nicht mit eigenem Reifen antanzen", sagt Stahl, denn das Equipment werde bei dem zweitägigen Workshop gestellt. Das Angebot sei nun erstmal ein Testlauf. Je nachdem wie gut es ankomme, könne der Trendsport bald eine größere Rolle im Programm spielen.

"Wir wollen wieder ein bisschen Leben in die Bude bringen", kommentiert Fries einen Kursus, mit dem Dozentin Lisa Helbig die Freude am Trommeln wecken möchte. Unter dem Titel "Samba percussion" können Teilnehmende sich den Frust von der Seele trommeln, empfiehlt die KVHS-Leiterin. Interessierte lernen bei dem Treffen ein Percussion-Stück, das rhythmisch sehr einfach sei, aber unglaublich effektvoll klinge.

Viele Kurse sind teurer

Nicht alles, was neu ist, ist positiv. So sind die Kosten für einige Angebote durch die Pandemie geradezu in die Höhe geschossen. "Gerade der Gesundheitsbereich ist stark betroffen", erklärt Gitta Stahl. Durch die Abstands- und Hygieneregeln könnten die Kurse teilweise nur mit halb so vielen Teilnehmenden stattfinden. Für Dozenten und Räume werde allerdings der gleiche Preis fällig und das schlage sich dann auch in den Kursgebühren nieder. "Yoga hat früher 60 Euro gekostet, jetzt sind es 120 Euro", nennt Stahl ein Beispiel. "Die Logistik hat zugenommen", ergänzt Fries. Viele Räume seien mit CO2-Messgeräten ausgestattet, die anzeigen, wann es Zeit wird, zu lüften. Markierungen zeigen, wo die Besucherströme langgehen müssen und wo sie Platz nehmen dürfen.

Ein Zahlenwerk verdeutlicht, wie sich die Pandemie auf die Angebote der KVHS ausgewirkt hat: Besuchten 2019 noch 1200 Menschen die Kurse der KVHS, waren es 2020 lediglich 700. Im aktuellen Jahr konnten die Dozenten nur 400 Frauen und Männer begrüßen, die überwiegend an Sprach- und Integrationskursen sowie beruflichen Weiterbildungen teilnahmen. Auch die Zahl der Kurse zeigt ein klares Bild: 2019 und 2020 waren 1200 Kurse geplant – während vor Corona noch 1000 Kurse auch tatsächlich stattfanden, waren es 2020 nur noch 700. Von 1000 für 2021 geplanten Kursen fiel hingegen bereits die Hälfte aus. "Wir haben natürlich daraus gelernt", sagt Fries. Es werde nun sehr vorsichtig geplant. Doch auch so ließen sich kurzfristige Änderungen nicht immer verhindern. In den Gebäuden der KVHS gelte aktuell die 3G-Regel. Bei Kursen, für die die KVHS in fremden Gebäuden gastiert, können jedoch abweichende Regeln gelten. "Da hat dann jemand anderes Hausrecht", sagt Fries. 

Viele Bildungsprogramme

Der Pandemie getrotzt haben vor allem Sprach- und Integrationskurse sowie berufliche Weiterbildungen, die stets einen bedeutenden Teil des KVHS-Angebots ausmachen. So soll es auch in den kommenden Monaten Bildungsurlaube geben. Neu im Programm ist zudem eine Kompaktausbildung zur Kinderpflegeperson von März bis September. 

Während das Lehrpersonal in den beruflichen Bereichen während der Pandemie einen verhältnismäßig sicheren Job hatte, erging es den im kreativen oder Gesundheitsbereich Tätigen anders. "Die Dozenten im offenen Bereich sind durchs Netz gefallen", stellt Fries fest. Sie seien Freiberufler, konnten nicht in Kurzarbeit gehen. "Wir sind sehr froh, dass sie bei der Stange geblieben sind", ergänzt Stahl. 

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