Elektro-Mobilität im Landkreis Verden Ladestationen werden regelmäßig genutzt

Die beiden Ladesäulen auf dem Parkplatz der Aller-Weser-Klinik (AWK) werden regelmäßig benutzt. Doch die E-Autos machen im Landkreis Verden einen sehr geringen Anteil beim Fahrzeugbestand aus.
09.06.2015, 17:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Becker

Seit einem Monat ist Hans-Jürgen Richter rein elektrisch unterwegs, und bereut hat er den Umstieg auf ein E-Auto bislang nicht. „Das Hauptmotiv für den Umstieg war, dass ich von meinem Haus in Borstel bis zur Arbeit nur durch die Stadt fahre und dabei rund drei Kilometer zurücklege“, sagt Richter, der als Chefarzt in der gynäkologischen Abteilung der Aller-Weser-Klinik (AWK) arbeitet.

Ein herkömmlicher Verbrennungsmotor werde auf dieser Kurzstrecke gar nicht warm. „Die Folge wäre ein hoher Benzinverbrauch und entsprechend viele Schadstoffe, die das Auto ausstoßen würde“, so Richter. Ein weiteres Motiv für den Umstieg auf einen elektrisch betriebenen Golf sei gewesen, dass die Stadtwerke Verden auf dem Parkplatz der Aller-Weser-Klinik eine kostenlose Ladesäule mit Ökostrom betreiben. „Die Säule wird wenig genutzt, und das ist schade“, so Richter. Für ihn sei das Angebot sehr praktisch. „Ich kann mein Auto aufladen, während ich in der Klinik arbeite“, sagt er.

Vorher fuhr er einen Audi TT, den er allerdings immer noch besitzt – für längere Distanzen. „Den E-Golf fahre ich sehr gern in der Stadt, dafür ist er ideal“, sagt Richter. Langsam sei der 110-PS-Motor allerdings nicht. Vor allem die Beschleunigung sei beeindruckend. „Die erinnert mich immer an einen alten GTI“, sagt der Mediziner. Auch in Bremen sei er mit dem Wagen schon gewesen. Angst, mit leeren Akkus liegen zu bleiben, habe er nicht gehabt, denn 190 Kilometer seien voll aufgeladen machbar. Außerdem zeigt die Elektronik immer an, wie viele Kilometer man noch fahren kann. „Das beruhigt“, sagt Richter.

Mehrmals wöchentlich genutzt

Die beiden Ladesäulen auf dem Parkplatz der AWK werden allerdings nicht nur von ihm genutzt, sie stehen auch allen Nutzern des Großparkplatzes offen. Tatsächlich in Gebrauch sind sie allerdings nicht permanent, wie Ulrike Ahlers erzählt. Sie leitet die Abteilung Hauswirtschaft der Klinik und hat einen guten Überblick über den Bedarf. „Die Ladestationen werden nicht jeden Tag genutzt, aber regelmäßig. Ich würde sagen, mehrmals wöchentlich“, so Ulrike Ahlers. Einige Nutzer seien Besucher der Klinik oder des Fachärztezentrums, andere würden offenbar nur zum Aufladen kommen.

Ähnliche Erfahrungen hat Jörn Zahnd, Marketingleiter der Stadtwerke Verden gemacht. Auf dem Betriebsgelände an der Weserstraße befinden sich ebenfalls zwei Ladestationen für Ökostrom. Dort wird der E-Golf aufgeladen, den die Stadtwerke, wie berichtet, als Firmenwagen nutzen. Es kommen aber auch drei bis vier Mal wöchentlich Privatleute und Firmen, die ihre Autos aufladen. Um dort zu tanken, müssen sich die Nutzer im Kundenzentrum melden, von wo die Ladesäule freigeschaltet wird. Der Ökostrom wird kostenlos zur Verfügung gestellt.

Stromtankstelle bei Dodenhof

Seit 2011 verfügt auch das Großkaufhaus Dodenhof in Posthausen über eine Stromtankstelle. Nach Auskunft von Sprecherin Michaela Strube stand diese zunächst an der Tankstelle, seit die Shopping-Mall fertiggestellt ist, haben zwei „Zapfsäulen“ direkt am neuen Eingang West ihren Platz. „Diese werden täglich mehrfach genutzt – von Mitarbeitern und Kunden“, so Strube.

Zwar hat die Anzahl der Stromtankstellen in den vergangenen Jahren zugenommen, im Landkreis Verden machen E-Autos aber nur rund 0,1 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge aus. 39 E-Fahrzeuge sind nach Auskunft des Landkreises zugelassen, dazu kommt ein Wasserstoff-betriebenes Auto sowie 94 Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor.

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