Corona-Pandemie

17.000 Kreisverdener sind geimpft

Seit Freitagmittag wird auch im Landkreis Verden wieder mit Astra-Zeneca geimpft, und die Bürger haben offenbar keine Vorbehalte gegen das Mittel. Mittlerweile bekommen auch bestimmte Berufsgruppen das Vakzin.
22.03.2021, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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17.000 Kreisverdener sind geimpft
Von Andreas Becker
17.000 Kreisverdener sind geimpft

Im Impfzentrum Verden erhalten pro Woche im Schnitt 4000 Menschen eine Corona-Impfung.

Björn Hake

Der Landkreis Verden hat das Impfen mit Astra-Zeneca wieder aufgenommen. Seit Freitagmittag wird der Impfstoff wieder wie geplant verwendet, und die Bürgerinnen und Bürger haben offenbar keine Vorbehalte gegen das Mittel, das wegen des Verdachts, Thrombosen zu begünstigen, vorübergehend gestoppt wurde. Mittlerweile ist es wieder freigegeben. „Das Vakzin haben wir seit Freitag ganz normal verimpft, und es gab keine Probleme“, sagt Landkreis-Sprecher Ulf Neumann. Auch am Wochenende seien Grundschullehrer und Erzieherinnen aus den Kitas damit geimpft worden. Ihm sei nicht bekannt, dass Impftermine wegen der Verwendung des Mittels abgesagt worden wären. „Es läuft alles ganz normal“, bestätigt Neumann.

Laut Landrat Peter Bohlmann ist Astra Zeneca der im Landkreis Verden am häufigsten verwendete Impfstoff, mit einer Quote von zeitweise etwa 70 Prozent. „Das liegt einfach daran, dass wir von allen Impfstoffen Lieferungen erhalten haben, an die über 80-Jährigen aber Biotech und Moderna verimpft haben. Als wir dann angefangen haben, bestimmte Berufsgruppen zu impfen, ist überwiegend Astra Zeneca zum Einsatz gekommen“, so Bohlmann. Wie er sagt, sind im Landkreis Verden mit Stand Sonntagabend 12.000 Menschen mit einer Erstimpfung versorgt, 5000 haben auch bereits die zweite Spritze erhalten und damit vollen Impfschutz gegen eine Corona-Infektion. „Wir schaffen zurzeit im Schnitt etwa 4000 Impfungen pro Woche“, betont der Landrat. Sofern Impfstoff vorhanden sei, habe das Impfzentrum am Kreishaus auch an den Wochenenden geöffnet.

Am Wochenende haben in einem ersten Schritt zwei gefährdete Berufsgruppen aus der Priorisierungsgruppe zwei ihre erste Impfdosis erhalten: 1190 Erzieherinnen in Kitas sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich mit Corona zu infizieren. Die Impfaktion soll am kommenden Wochenende weitergeführt werden, dann sind weitere 1200 Erzieherinnen sowie Grund- und Förderschullehrer angemeldet. „Dann werden wir in die benachbarte Turnhalle ausweichen, damit wir das Impfzentrum für andere Termine freihalten können“, erklärt Neumann. Damit seien die genannten Berufsgruppen mit der Erstimpfung durch. „Ziel dieser zusätzlichen Impfungen ist es, vor dem Hintergrund der Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante die besonders exponierten und zugleich größten Berufsgruppen in den Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zu schützen“, erklärte Landrat Peter Bohlmann am Freitag. „Zumal alle Schülerinnen und Schüler wieder in den Wechselunterricht zurückkehren, und auch die Kitas längst wieder in voller Gruppenstärke besetzt sind“.

Ob auch andere Berufsgruppen wie Polizei oder Feuerwehr einen gesonderten Impftermin erhalten, ist zurzeit noch völlig offen. Jedenfalls werden die Beschäftigten der Arztpraxen jeweils als Einheit geimpft. Denn die Hausärzte sollen nach Informationen des Landkreises nach Ostern selbst in das Impfgeschehen eingreifen. „Unser Stand ist, dass zunächst 20 Impfungen pro Tag vorgesehen sind. Das soll aber deutlich mehr werden“, so Ulf Neumann. Vorrang sollen aber nach wie vor die Impfzentren haben. Auch Bohlmann geht davon aus, dass die Arztpraxen im April mit den Corona-Impfungen beginnen. 100 Impfungen pro Arzt und Woche hält er für den Anfang für problemlos machbar. „Wir reden ja hier von Impfungen, die neben dem normalen Praxisbetrieb vorgenommen werden.“ Das sei sicher logistisch ein organisatorischer Aufwand für die Praxen. Unklar sei zurzeit noch, ob sich nur die Hausärzte oder auch Facharztpraxen an der Kampagne beteiligen sollen. „Dazu erwarten wir eine Ansage von der Bundesregierung“, sagt Bohlmann.

Nachdem in der ersten Impfwelle Menschen der höchsten Priorität geimpft wurden, können mittlerweile auch Menschen aus der zweiten Priorisierungsgruppe einen Impftermin vereinbaren. Nach der Coronavirus-Impfverordnung vom 10. März sind das: Personen über 70 Jahren, Menschen mit Trisomie 21, Demenzkranke und Transplantationspatienten, Bereitschaftspolizisten, Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften, enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren sowie Lehrer und Polizisten.

Die Zahl der Geimpften im Landkreis Verden nimmt jeden Tag zu, allerdings steigen auch die Infektionszahlen wieder deutlich an. Über das Wochenende haben sich 30 Menschen infiziert, damit liegt der Inzidenzwert bei 54,7. Auswirkungen auf die Corona-Auflagen habe dies zunächst nicht, erklärt Bohlmann. Die kritische Marke liege bei 100.

Info

Zur Sache

Im Landkreis Verden gibt es aktuell 2825 (30 mehr als Freitag) laborbestätigte Coronavirus-Fälle. 2605 (sieben mehr als Freitag) Covid-19-Patienten sind inzwischen wieder genesen und aus der häuslichen Quarantäne entlassen. 176 Personen im Landkreis sind aktuell infiziert/erkrankt. Es befinden sich weitere 223 Kontaktpersonen in Quarantäne. Sieben Erkrankte werden aktuell stationär behandelt, 44 Menschen sind gestorben. Der Wert der kumulativen Inzidenz der vergangenen sieben Tage (bezogen auf 100.000 Einwohner) liegt nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 54,7.

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