Grundstücksmarktbericht Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt

Einen Rekordumsatz auf dem Kreisverdener Immobilienmarkt verzeichnet der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in seinem Bericht für 2021. 522 Millionen Euro investierten die Käuferinnen und Käufer.
04.02.2022, 16:50
Lesedauer: 4 Min
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Rekordumsatz auf dem Immobilienmarkt
Von Marie Lührs

Einen Rekordumsatz auf dem Kreisverdener Immobilienmarkt verzeichnet der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in seinem Bericht für das Jahr 2021. Mit insgesamt 522 Millionen Euro erreichte der Umsatz den höchsten Stand aller Zeiten. Gegenüber dem Vorjahr wuchs der Umsatz um rund neun Prozent. Die Zahl der Verkäufe ging im Vergleich zum Vorjahr allerdings um sieben Prozent zurück. "Der deutliche Zuwachs des Geldumsatzes geht auf einen Preisanstieg insbesondere bei bebauten Grundstücken und Eigentumswohnungen zurück", erklärt Gerd Ruzyzka-Schwob, der Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Um stolze 24 Prozent ist der Geldumsatz bei den bebauten Grundstücken auf 357 Millionen Euro gestiegen. Die Zahl der Kaufverträge sank im Vergleich zum Vorjahr allerdings um drei Prozent auf 827. Der mittlere Preis für ein frei stehendes Haus betrug 2021 im Landkreis 333.000 Euro. Im Vorjahr waren es noch 285.000 Euro. Der Preis stieg um 17 Prozent. In einer Rangliste mit 45 weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten liegt der Landkreis Verden an zwölfter Stelle. 

Höchste Preise in Achim

Die höchsten Preise verzeichnet weiterhin die Stadt Achim. Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Preise auf ein normiertes Haus aus dem Baujahr 1985 mit einer Wohnfläche von 145 Quadratmetern und einem Grundstück von 800 Quadratmetern umgerechnet, erläutert der Vorsitzende. In der Weserstadt liegen die Preise für Einfamilienhäuser bei 410.000 Euro, gefolgt von Oyten mit 380.000 Euro und Verden mit 370.000 Euro. Ottersberg und Langwedel folgen mit 330.000 Euro. "Verhältnismäßig preiswert sind Einfamilienhäuser noch in Thedinghausen mit 295.000 Euro sowie in Dörverden und Kirchlinteln mit 270.000 Euro", zieht Ruzyzka-Schwob den Vergleich. 

Tendenziell steigen die Preise in den bisher preiswerten ländlichen Regionen etwas stärker als dort, wo es bereits teurer ist. In Dörverden lag die Steigerung mit 15 Prozent am höchsten, am niedrigsten fiel sie mit vier Prozent in Thedinghausen aus.

Umsatz steigt, Verträge gehen zurück

Ein ähnliches Bild wie bei den frei stehenden Einfamilienhäusern zeigt sich auch bei Reihenhäusern sowie Doppelhaushälften: Der Umsatz stieg trotz eines Rückgangs der Kaufverträge. Mit 46 Millionen Euro fiel der Umsatz um zwei Millionen höher aus. Die Zahl der Kaufverträge sank von 178 auf 169. Der mittlere Preis stieg von 269.000 um elf Prozent auf 300.000 Euro. 

Beim Wohnungseigentum verzeichnet der Gutachterausschuss einen Rückgang. Nach den Rekordzahlen des Vorjahres (475 Kauffälle und 97 Millionen Euro Umsatz) sanken die Zahlen auf 386 Käufe und 88 Millionen Euro. Der Quadratmeterpreis von Wohnungen im Neubau stieg allerdings von 3262 auf 3510 Euro. Gebrauchte Wohnungen aus den Jahren um den Jahrtausendwechsel kosteten im Mittel 2500 Euro pro Quadratmeter, Wohnungen aus dem Zeitraum 1950 bis 1977 brachten 1620 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 7,3 Prozent.

Eine gestiegene Nachfrage zeigt sich bei Bauernhöfen und Resthofstellen, deren Preis von 260.000 auf 350.000 Euro stieg. "Durch die Corona-Pandemie mit einer Zunahme beim Homeoffice und dem Breitbandausbau ist insbesondere das Wohnen im ländlichen Umfeld stark nachgefragt", sagt Ruzyzka-Schwob.

Rückgang beim Bauland

Beim Bauland verzeichnet der Gutachterausschuss sowohl bei den Kaufverträgen als auch beim Gesamtumsatz im Vergleich zu den Rekordergebnissen des Vorjahres einen spürbaren Rückgang. 56 Hektar Bauland wurden im Laufe des Jahres in 327 Kaufverträgen verkauft. Der Gesamtumsatz lag bei 47 Millionen Euro. Den Rückgang erklärt Ruzyzka-Schwob mit großen Gewerbeflächen, die im Jahr 2020 veräußert worden waren, aber auch mit dem geringen Angebot an Neubaugebieten. 

Der mittlere Preis für einen Quadratmeter erschlossenes Bauland lag im Landkreis Verden bei 139 Euro bei einer mittleren Fläche von 774 Quadratmetern. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Bauplätze etwas größer und teuer geworden, sagt Ruzyzka-Schwob. 

Den größten Umsatz an Bauplätzen verzeichnete 2021 die Gemeinde Kirchlinteln. 40 Verkäufe schlugen dort zu Buche. Thedinghausen lag mit 34 Verkäufen auf Platz zwei, die Kreisstadt Verden mit 28 Bauplätzen auf dem dritten Platz. Im übrigen Kreisgebiet lagen die Verkaufszahlen zwischen sieben in Dörverden und 26 in Oyten.

Stemmen besonders günstig

Mit 22 Euro je Quadratmeter liegen die Bodenrichtwerte in ländlichen Gebieten Kirchlintelns, beispielsweise in Stemmen, am niedrigsten. Als beste Lage gilt unter anderem der Burgberg in Verden. Dort liegt der Richtwert bei 450 Euro. Im Mittel liegen die Richtwerte pro Quadratmeter in Achim mit 230 Euro am höchsten, gefolgt von Oyten mit 190 Euro und Verden mit 170 Euro. Im mittleren Bereich liegen die Samtgemeinde Thedinghausen (82 Euro) sowie Ottersberg und Langwedel (120 Euro). Die günstigsten Baulandpreise gibt es in der Gemeinde Kirchlinteln (55 Euro) und Dörverden (60 Euro). Während die Richtwerte in Verden unverändert blieben, stiegen sie in Oyten um 20 Prozent. 

Land- und forstwirtschaftliche Flächen haben im vergangenen Jahr rund zwölf Millionen Euro Umsatz gebracht. Genau wie beim Flächenumsatz (365 Hektar) blieben die Werte nahezu unverändert. Bei Grünland, der Quadratmeter kostete im Mittel 2,10 Euro, mussten Käufer 2021 acht Prozent mehr investieren als im Vorjahr. Die Entwicklung der Preise für Ackerland, die sich zuvor innerhalb von zehn Jahren verdoppelt hatten, habe sich hingegen beruhigt, sagt Ruzyzka-Schwob.

Eine Übersicht der Grundstücksmarktdaten mit den neusten amtlichen Zahlen auf dem Immobilienmarkt sind unter www.immobilienmarkt.niedersachsen.de veröffentlicht. Die Bodenrichtwerte sollen dort in Kürze auch hinterlegt sein.

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