Abiturprüfungen

Sicherheit steht an erster Stelle

Auch in diesem Jahr schreiben derzeit hunderte Mädchen und Jungen ihre Abi-Klausuren. Um den Schutz der Jugendlichen zu gewährleisten, trafen die Schulen bestimmte Corona-bedingte Vorkehrungen.
28.04.2021, 17:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Philipp Zehl
Sicherheit steht an erster Stelle

Schulleiterin Dorothea Blume und ihr Stellvertreter Michael Spöring zeigen einen der insgesamt fünf Luftreinigungsfilter, die das Domgymnasium für das derzeitige Abitur bekommen hat.

Björn Hake

Während sich in den vergangenen Jahren die Abschlussjahrgänge der Gymnasien im Landkreis Verden in Ruhe auf ihr Abitur vorbereiten konnten, hat der aktuelle Abschlussjahrgang mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. Nichtsdestotrotz schreiben derzeit erneut zahlreiche Jugendliche ihr Klausuren. Damit die Schülerinnen und Schüler ihre Prüfungen ablegen können, haben die Gymnasien im Landkreis Verden vorab unterschiedliche Vorkehrungen getroffen. Eine Maskenpflicht herrscht während der schriftlichen Prüfungen nicht.

Im Normalfall würden derzeit die 110 angehenden Abiturienten des Domgymnasiums (DoG) ihre Klausuren in der großen Aula der Schule schreiben. Doch Corona-bedingt sei dies nicht möglich. „In der Aula ist das Infektionsrisiko zu hoch“, erklärt Schulleiterin Dorothea Blume. Aus diesem Grund habe sich das DoG dazu entschlossen, einen Trakt zu sperren, in dem die Abiturienten ihre Prüfungen ablegen können. „In jedem Raum schreiben maximal 15 Schüler gleichzeitig“, sagt Blume. Ein zentral geschalteter Signalton erinnere an das bestehende Lüftungskonzept.

„Das funktioniert sehr gut“, findet sie. Zusätzlich dazu hat das DoG fünf Luftreinigungsgeräte des Verdener Start-up-Unternehmens Kraeft Engeneering für die derzeit laufenden Prüfungen bekommen. „Diese geben zusätzliche Sicherheit und sorgen dafür, dass die Luft im Raum in einer Stunde gereinigt ist“, erklärt Blume. Weiter sei sie froh, dass die Jugendlichen sich dazu entschlossen hätten, sich freiwillig vor den Prüfungen zu testen. Ein entsprechendes Schreiben würde jeder Einzelne mitbringen. Das helfe allen Beteiligten, besonders der Lehrkraft, die während der Klausur Aufsicht habe.

Ablagesysteme am GaW

Wie in den vergangenen Jahren auch gebe es reguläre Nachschreibtermine für die Prüflinge, wenn diese eine Klausur krankheits- oder Quarantäne-bedingt verpassen sollten. Erst wenn alle festgelegten Nachschreibtermine nicht wahrgenommen werden könnten, müsse die Schule Aufgabenvorschläge in Eigenregie erstellen und mit den betroffenen Schülern einen neuen Termin finden, erklärt Blume das Prozedere.

Im benachbarten Gymnasium am Wall (GaW) sieht Schulleiterin Petra Sehrt den weiteren Prüfungen mittlerweile entspannt entgegen. Vergangene Woche sei am Montag mit Geschichte die erste Abi-Prüfung dran gewesen. „Beim ersten Mal waren wir natürlich aufgeregt, ob alles klappt“, gesteht Sehrt, deren diesjähriger Abi-Jahrgang knapp 100 Schüler umfasst.

„Aufgrund der relativ guten Verhältnisse, insbesondere durch die große Aula, brauchen wir keine zusätzlichen Ventilatoren. Zusätzlich haben wir schon vorab Testmessungen gemacht“, erklärt Sehrt. Größere Gruppen würden die Prüfungen in der Aula und in der Außenstelle des GaW, die über große Räume mit großen Fenstern verfüge, ablegen. Corona-bedingt sei neu, dass „jeder einen Arbeitsplatz hat, der doppelt so groß ist wie der normale“. An jedem Platz sei zusätzlich ein Ablagesystem angebracht, sodass keine unnötige Bewegung durch den Raum erfolgen müsse. Damit keine Verwirrung aufkomme, wer wo sitze, projiziere die Lehrkraft den Sitzplan vor Beginn der Klausur an die Wand.

Auch im Nordkreis haben die Gymnasien einen Plan entwickelt, um die Klausuren trotz der Pandemie schreiben lassen zu können. Beispielsweise hat das Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium (Cato), dessen diesjähriger Abi-Jahrgang aus 112 Schülern besteht, die Jugendlichen ebenfalls in mehrere Klassenräume aufgeteilt. Dementsprechend müsse man gleichzeitig mehr Aufsichtspersonen abstellen als in den vergangenen Jahren, erklärt Stefan Krolle, Schulleiter des Cato.

Cato: Freiwillige Corona-Tests

„Die Schüler verhalten sich vorbildlich. Sie lassen sich morgens freiwillig testen, was keine Pflicht ist“, sagt er. Dies sei für alle Beteiligten immens hilfreich. „Wir lüften die ganze Zeit, und die Lehrer haben zudem eine Spuckschutzwand. Die Klausuren werden mit Handschuhen verteilt“, erklärt Krolle. Im Gegensatz zu den Universitäten sei das Online-Schreiben von Klausuren beim Abitur verboten. Falls ein Schüler in Quarantäne müsste, gäbe es ausreichend Nachschreibtermine. „Das hat das Land gut geregelt“, findet er.

Alles andere als positiv sei jedoch die Diskussion gewesen, dass das Abitur ausgesetzt werden solle. Krolle: „Das hat für Verunsicherung bei den Jugendlichen und deren Eltern gesorgt“. Deswegen habe er die Aussagen mancher Politiker hinsichtlich dieser Debatte alles andere als hilfreich empfunden.

Im Vergleich zu den Gymnasien feiert die Integrierte Gesamtschule Oyten (IGS-Oyten) in diesem Jahr Premiere: Der jetzige Abi-Jahrgang - bestehend aus 62 Mädchen und Jungen - ist der erste der IGS. „Pro Raum gibt es maximal zwölf Sitzplätze“, erklärt Schulleiterin Maria Schmidt. Dementsprechend müssten größere Kurse auf mehrere Klassenzimmer aufgeteilt werden. Die Schüler hätten sich gut vorbereitet gefühlt. „Wir hatten auch die Möglichkeit, alle ins Gebäude zu holen“, sagt sie. Homeschooling habe der Abi-Jahrgang seit Januar nicht gehabt.

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