12.000-Quadratmeter-Grundstück liegt im Gewerbegebiet Landwirt will erste Biogas-Anlage in Daverden bauen

Langwedel-Daverden. Im Daverdener Gewerbegebiet wird möglicherweise die erste Biogas-Anlage in der Gemeinde Langwedel entstehen. Wie Bauamtsleiter Frank Bethge auf Anfrage bestätigte, liegt eine Bauvoranfrage vor. Gestellt wurde sie von Landwirt Rudolf Lüdemann.
20.07.2010, 06:00
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Landwirt will erste Biogas-Anlage in Daverden bauen
Von Anke Landwehr

Langwedel-Daverden. Im Daverdener Gewerbegebiet wird möglicherweise die erste Biogas-Anlage in der Gemeinde Langwedel entstehen. Wie Bauamtsleiter Frank Bethge auf Anfrage bestätigte, liegt eine Bauvoranfrage vor. Gestellt wurde sie von Landwirt Rudolf Lüdemann.

Nach den eingereichten Unterlagen will der Daverdener eine 500-Kilowatt-Anlage bauen. Entstehen soll sie an der Feldstraße hinter dem Schweinemaststall, der ebenfalls Lüdemann gehört. Für die Biogas-Anlage würde eine Fläche von rund 12000 Quadratmeter benötigt, so Bethge. Betrieben werden soll sie vornehmlich mit Mais, zum geringeren Teil mit Roggen und außerdem mit Gülle.

An Getreide würden der Anlage täglich 24 Tonnen zugeführt, an Gülle zwölf Tonnen. Laut Bethge erfordern diese Dimensionen eine Anbaufläche von rund 200 Hektar, Lüdemann wolle die nachwachsenden Rohstoffe selbst erzeugen. Auf welchen Flächen dies geschehen solle, müsse erst im Bauantrag nachgewiesen werden, so der Bauamtsleiter. Neben Strom würde die Anlage auch Wärme erzeugen. Lüdemann habe angeboten, damit die Betriebe im Gewerbegebiet, das Schulzentrum und die Autobahnraststätte zu beliefern.

So weit die Planungen. Mit der Leistung von 500 Kilowatt gilt die Anlage nach dem Baugesetzbuch gerade noch als privilegiert, müsste grundsätzlich also genehmigt werden. Die Entscheidung liegt beim Landkreis, die Gemeinde kann nur ihr Einvernehmen erteilen - oder es versagen, was nicht ausgeschlossen ist.

Frank Bethge zumindest hält den Standort 'für problematisch'. Das Areal sei im Flächennutzungsplan als Teilbereich des Gewerbegebietes ausgewiesen. Private Bauten seien hier zwar zulässig, aber: 'Wir müssen uns überlegen, ob wir hier Landwirtschaft verfestigen wollen.'

Weil es schon Beschwerden über die vom Schweinemaststall ausgehenden Gerüche gebe, habe er von Lüdemann eine Immissionsgutachten angefordert. Erst wenn dieses vorliege, 'werde ich mir weitere Gedanken machen', sagt Bethge. Es sei zu erwarten, dass zumindest von der auf 4500 Quadratmeter gelagerten Silage ebenfalls Geruchsemissionen ausgingen.

Der Bauamtsleiter, zugleich Wirtschaftsförderer der Gemeinde, fürchtet, dass sich die noch freien Gewerbeflächen schlechter vermarkten lassen, wenn sich zu den bereits vorhandenen Ställen nun auch noch eine Biogas-Anlage gesellen würde. Nach Bethges Worten könnte der Gemeinderat eine Veränderungssperre erlassen, um den fraglichen Bereich dann mit einem Bebauungsplan von derartigen Objekten freizuhalten.

Unterdessen ist durchgesickert, dass es in der Gemeinde Bestrebungen gibt, eine noch weitaus größere Anlage zu bauen. Die Rede ist von einer 1,5-Megawatt-Anlage. Bethge wollte das nicht bestätigen: 'Es gibt dazu keine Bauvoranfrage.' Sollte es solche Planungen geben, würde dafür eine Anbaufläche von 700 bis 800 Hektar benötigt. 'Die hat keiner allein', so der Bauamtschef.

Der 'Dorffunk' berichtet, dass der Ideengeber versucht, mehrere Landwirte aus dem Ort für eine Gemeinschaftsanlage zu gewinnen. Bethge: 'Bei dieser Größe wäre das kein privilegiertes Vorhaben, das müsste planungsrechtlich abgesichert werden.'

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