Heute vom 5. bis 11. Februar 1988 Lebenslange Haftstrafen

Verden. Ende eines spektakulären Prozesses: Jürgen D. und Kurt L. werden vom Landgericht Verden wegen dreifachen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Zu ihren Opfern gehörten die Verdener Berufsschullehrerin Anita Brockmann (27), die Taxifahrerin Petra Höll (22) aus Celle und der Bundeswehr-Feldwebel Wolfgang Strüh (44) aus Nienburg. D.s Ehefrau A. erhält wegen Beihilfe eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren.
09.02.2013, 05:00
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Von Angelika Siepmann

Verden. Ende eines spektakulären Prozesses: Jürgen D. und Kurt L. werden vom Landgericht Verden wegen dreifachen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Zu ihren Opfern gehörten die Verdener Berufsschullehrerin Anita Brockmann (27), die Taxifahrerin Petra Höll (22) aus Celle und der Bundeswehr-Feldwebel Wolfgang Strüh (44) aus Nienburg. D.s Ehefrau A. erhält wegen Beihilfe eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren.

Das Verfahren hatte sich über 20 Verhandlungstage erstreckt, über 70 Zeugen waren vernommen worden. Für die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz des Landgerichtspräsidenten Heinrich Beckmann steht nach der ausführlichen Beweisaufnahme "mit einem ausreichenden Maß an Sicherheit" fest, dass die Angeklagten die Mordtaten gemeinsam begangen haben. Die Lehrerin Anita Brockmann haben D. und L. nach den Erkenntnissen der Richter in der Feldmark auf dem Weg nach Asendorf kaltblütig erschossen, um sich ihr Auto für einen Banküberfall anzueignen.

In geheimer Wahl entscheidet der Kreisschützenverband Verden über einen neuen Stellvertreter für den Vorsitzenden Hermann Buddendieck. Die Wahl war nach dem Rücktritt Hans-Georg Kösters nötig geworden. Köster quittierte das Amt nach 14 Jahren. Die über 200 Delegierten wählen den geprüften Sportleiter Jürgen Eggers aus Armsen mit großer Mehrheit zu Kösters Nachfolger.

Die Verdener Firma Niedersachsen-Haus Bau GmbH am Roggenkamp gibt es nicht mehr. Das Unternehmen hat seinen Sitz von Verden nach Freiburg/Breisgau verlegt und gleichzeitig seinen Firmennamen gewechselt. Als "Baugesellschaft für kreatives Bauen mbH" soll die Firma Anfang Februar Konkursantrag beim Amtsgericht Freiburg gestellt haben. Als Gründe wurden Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit angeführt.

Herbert Scholz, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Daverden, stirbt beim Absturz einer Turbopropmaschine, die auf dem Flug von Hannover nach Düsseldorf kurz vor der Landesbahn verunglückt. Er gehört zu den 21 Insassen, die ums Leben kommen Der 70-Jährige befand sich auf dem Weg zu seinem Sohn und dessen Frau, um gemeinsam einen Urlaub in Jamaika zu verbringen. Im November 1984 war Scholz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der aus Oberschlesien stammende Kommunalpolitiker gehörte der SPD an und war beruflich als Ingenieur im Flugzeugbau tätig.

Im kommenden Jahr müssen Autofahrer für Parkplätze im Kernstadtbereich nicht nur wesentlich tiefer, sondern auch an mehr Stellen als bisher in die Tasche greifen. Der Stadtrat verabschiedet mit großer Mehrheit einen entsprechenden Grundsatzbeschluss. Eine halbe Parkstunde kostet künftig 50 Pfennig, und außerdem werden einige Plätze und Straßen zusätzlich neu gebührenpflichtig. Von der Erhöhung ist nur die Hochgarage an der Brückstraße ausgenommen. Dort soll das Abstellen von Pkw demnächst sogar gratis sein. Die Ratsmehrheit hält diese Maßnahme für das zweckmäßigste Mittel, das Parkhaus wieder attraktiv zu machen.

Die erste Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte für den Landkreis Verden kommt wahrscheinlich aus Bremen. Der Kreisausschuss beschließt, Ingelore Schneider zu berufen. Sie arbeitet in der Hansestadt zur Zeit noch im Kultur- und Kommunikationszentrum "Belladonna". Neue Kreisarchäologin soll die Hamburgerin Gabriele Nowatzyk werden. Sie beerbt damit hauptamtlich den bislang ehrenamtlich tätigen Archäologen und Apotheker Detlev Schünemann.

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