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Zum Bericht "Bürgerwindpark noch ohne Standort", Ausgabe vom 23. Januar
25.01.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Zum Bericht "Bürgerwindpark noch ohne Standort", Ausgabe vom 23. Januar

Speicherungsfrage lösen

Ich bin sehr für Energieerzeugung durch Windkraft, und der norddeutsche Raum ist dafür geeignet. Wird dieses nun auf See und Land weiter ausgebaut, werden wir aufgrund der Wetterverhältnisse manchmal zu viel und bei Windflaute zu wenig elektrische Energie im Netz haben. Deshalb ist zwingend, die Speicherung von Energie zu lösen. Die Möglichkeiten:

Batterien sind dabei nur sehr begrenzt einsetzbar, da technisch die Speicherung über einen längeren Zeitraum wohl nicht zu lösen ist. Weiterhin ist die Herstellung und Entsorgung ein Umweltproblem.

Bei Pumpspeicherkraftwerken wird Wasser bei Energieüberschuss hochgepumpt und bei Bedarf mittels Turbinen wieder zu elektrischer Energie umgewandelt. Diese Technik bietet sich in bergigen Regionen an. Weiter gibt es erste Überlegungen, alte Bergwerkschächte im Ruhrgebiet dafür zu nutzen.

Eine weitere Möglichkeit sind Druckluftspeicher. Dabei wird mit überschüssiger Energie Druckluft hergestellt und in eine unterirdische Kaverne (Salzstock) gepresst. Diese Technologie eignet sich für eine kurzfristige Speicherung.

Die Umwandlung in Wärme ist keine eigentliche Speichermöglichkeit, da ich bei totaler und längerer Windflaute keine effiziente Möglichkeit habe, wieder elektrische Energie herzustellen.

Bleibt eigentlich für uns in der norddeutschen Tiefebene nur die Umwandlung von Strom mittels Elektrolyse in Wasserstoff. Wasserstoff kann ohne Probleme bis zu fünf Prozent dem heutigen Erdgas zugemischt werden und ist dadurch vielseitig (Beheizung von Gebäuden, Herstellung von elektrischer Energie durch schnell anlaufende Turbinen) einsetzbar. Wird Wasserstoff dann durch Zugabe von Kohlendioxid aus konventionellen Erdgaskraftwerken zu Methan weiterverarbeitet, kann relativ schnell eine CO2-freie Erzeugung von elektrischer Energie erreicht werden. Bei diesem Verfahren hilft das Gasnetz einschließlich der bereits vorhandenen aber dann auszubauenden Speichermöglichkeiten, einen fließenden Übergang zu ermöglichen. Da ich bereits heute Gas in Verbrennungsmotoren von Pkw und Lkw nutzen kann, ist dann eine fast hundertprozentige CO2-freie Energieherstellung und -nutzung nicht mehr nur ein Traum von Wenigen. Daher müssen sich Windkraftanlagenbetreiber auch um eine Weiterentwicklung der Speichertechnologien kümmern, da sonst der Bau von weiteren Mühlen keinen Sinn bringt.HEINRICH WESSEL, VERDEN

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