Niedersachsen

Bundeswehr-Major freigesprochen

Das Landgericht Verden hat einen Bundeswehr-Major vom Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung freigesprochen. Damit ist er nicht für den 2018 entstandenen Flächenbrand in der Heide verantwortlich.
16.09.2021, 18:49
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Angelika Siepmann

Das Landgericht Verden hat am Donnerstag einen 37-jährigen Bundeswehr-Major vom Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung durch Unterlassen freigesprochen. Ihm war ursprünglich zur Last gelegt worden, im September 2018 als Chef einer Kompanie des Standorts Rotenburg eine Ausbildungsmaßnahme gestattet zu haben, bei der trotz Trockenheit und Waldbrandgefahr Stufe II eine Signalpistole eingesetzt wurde. Auf dem Truppenübungsplatz in Hellwege war es zu einem Flächenbrand gekommen.

In erster Instanz hatte der aus Bayern stammende Offizier im Oktober 2019 vom Amtsgericht Rotenburg eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 80 Euro als Verwarnung erhalten. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten dagegen Rechtsmittel ein – mit dem Ziel des Freispruchs beziehungsweise einer höheren Bestrafung. Anders als beim Amtsgericht wurde nun auch der damalige Hauptfeldwebel als Zeuge gehört, der seinerzeit als Gruppenführer die Geländeübung mit jungen Soldaten geleitet hatte, nach den Vorgaben des Vorgesetzten. Die Entscheidung, die Signalpistole einmal zwecks Demonstration abzufeuern, habe er allein getroffen, so der Zeuge. Das Geschoss sei „brennend zu Boden gefallen“.

Das Verfahren gegen den 30-Jährigen aus Köln war im Juni vergangenen Jahres gegen eine Geldauflage endgültig eingestellt worden. Ein wichtiger Punkt in seiner Aussage führte letztlich zu einer Kehrtwende im Prozess. Der fortan häufig genannte, am Standort deutlich sichtbare „Zettel“ mit Aufstellung der Waldbrandstufen trug seinerzeit noch nicht den roten Zusatz, wonach schon bei Stufe II äußerste Vorsicht bei der Verwendung von derlei Waffen und Munition zu walten habe. Ein eilends herbeitelefonierter Feldwebel bestätigte, dass dieser Hinweis erst nach dem Feuer in Hellwege hinzugefügt worden sei. Laut Rotenburger Urteil waren etwa 1000 Quadratmeter Heidefläche ein Raub der Flammen geworden.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nahm die Berufung zurück und plädierte wie der Verteidiger auf Freispruch. Eine Fahrlässigkeit sei nicht erkennbar, urteilte denn auch die 5. kleine Strafkammer

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+