Fischerhuder X-Factor-Teilnehmer ist wieder zu Haus / Fans wollen Fotos und schicken Geschenke Marlon setzt nun ganz auf die Musik

Er ist wieder zu Hause. Marlon Bertzbach, 18 Jahre aus Fischerhude. Das musikalische Jungtalent belegte bei der Castingshow X-Factor unter 20000 Bewerbern einen hervorragenden fünften Platz und singt zum Abschluss noch einmal am nächsten Dienstag beim Finale in Köln mit seinen Kollegen Matti, Pino oder Big Soul. Über die Show und seine zukünftigen Pläne im schwierigen Musikgeschäft Fuß zu fassen unterhielt sich Uwe Dammann mit dem Musiker in Fischerhude.
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Er ist wieder zu Hause. Marlon Bertzbach, 18 Jahre aus Fischerhude. Das musikalische Jungtalent belegte bei der Castingshow X-Factor unter 20000 Bewerbern einen hervorragenden fünften Platz und singt zum Abschluss noch einmal am nächsten Dienstag beim Finale in Köln mit seinen Kollegen Matti, Pino oder Big Soul. Über die Show und seine zukünftigen Pläne im schwierigen Musikgeschäft Fuß zu fassen unterhielt sich Uwe Dammann mit dem Musiker in Fischerhude.

Frage: Marlon, Platz fünf in der Show war ein toller Erfolg. Du hast vor einem Millionenpublikum dein Talent zeigen können und bei vielen Musikfans Begeisterung ausgelöst. Aber einen Plattenvertrag hat die Teilnahme nicht gebracht. Wie geht es nun weiter mit deiner Karriere?

Marlon: Noch hat die Show keinen Plattenvertrag gebracht. Vielleicht passiert da ja aber noch etwas Positives. Ich versuche deshalb zurzeit, selber Songs zu schreiben. So viel wie möglich - und hoffe, dass ich da so etwas wie ein eigenes Programm zusammenbekomme. Ansonsten muss ich hauptsächlich warten. Veröffentlichen darf ich sowieso noch nichts, weil ich vorerst vertraglich an den Sender gebunden bin. Aber auftreten - das darf ich.

Du setzt also nun ganz auf Musik?

Genau. Wenn da vertraglich nichts kommen sollte, versuche ich einen Platz auf einer Popakademie zu bekommen. In Mannheim gibt es eine, oder in L. A. (Los Angeles), also USA. Aber das wird natürlich schwieriger da hin zu kommen. Versuchen will ich es auf jeden Fall, wenn hier nichts passiert. Zumal ich hoffe, dass mir meine Auftritte in der Show da ein wenig weiterhelfen können.

Was ist mit der Schule - ist die nun vorbei für Dich?

Die ist definitiv vorbei.

Noch mal kurz zurück zu der Show: Wie war die Stimmung im X-Factor-Haus, in dem fast alle Teilnehmer der Endrunde zusammengewohnt haben?

Es war wirklich angenehm. Es gab überhaupt keinen Streit, keinen Stress, keine Zickereien. Anfangs habe ich mich - bis zu ihrem Ausscheiden - gut mit der Band Urban Candy verstanden, mit Pino natürlich auch. Aber der ist ja Kölner und hat deshalb zu Hause gewohnt. Dann habe ich ganz viel mit Matti gemacht. Wir konnten zwar eigentlich nicht viel unternehmen, weil wir so viele Termine hatten. Aber wir haben zusammen gefrühstückt, Abendbrot gegessen. Man hat viel zusammen gehockt - aber auch nicht so viel, dass es genervt hat.

Hat jeder seine Songs im Zimmer geübt - oder wie muss ich mir das vorstellen?

Ja - genauso so. Jeder hat in seinem Zimmer die Songs einstudiert, so dass auf dem Flur im Haus einer bunter Mix zu hören war.

Es gab eine Menge Rummel um deine Person. Die 'Bravo' hat dich gleich mehrfach im Blatt gehabt, in Köln seid ihr beim Stadtbummel von Fans umringt worden. wie hast du diesen Rummel verkraftet? Obendrein nehme ich an, dass die Live-Auftritte vor so einem Riesenpublikum für einen Neueinsteiger Stress pur sein müssen.

Es war stressig. Aber es war ein guter Stress - der hat Spaß gemacht und war deshalb also nicht anstrengend. Der Rummel um die eigene Person macht ebenfalls Spaß. Ich bin jetzt über den Freimarkt gelaufen und wurde andauernd erkannt. Viele wollten Fotos mit mir machen. Allerdings wird mehr getuschelt, als dass ich angesprochen werde. Das ist lustig, wie die Leute so reagieren.

Du hast eine große Fanbase. Im Internet waren nach deinem Ausscheiden aus der Show etliche Texte zu lesen, in denen bedauert wurde, dass Du nicht mehr dabei bist und die ganze Show ohnehin ohne dich keinen Sinn mehr machen würde. Wie kommt so etwas an bei Dir?

Ich habe mein Profil auf Facebook. Die Marlon-Bertzbach-Fanseite und komme gar nicht mehr hinterher, alle Freundschaftsanfragen zu beantworten. Aber es ist gut zu sehen, dass die Fans trotzdem noch da sind, obwohl ich bei X-Factor ausgeschieden bin. Es kommen viele Anfragen, wann ich denn meine erste CD rausbringe. Jemand hat mir sogar 100 Euro geschickt, damit ich ihm meine erste CD zukommen lasse, gestern habe ich eine Mütze von einem Fan bekommen. Jemand sendet mir eine CD von John Mayers, weil ich gesagt habe, dass ich den gut finde und zum Vorbild habe. Andere schicken gemalte Bilder von Sara und mir oder Fotos von sich. Es ist schon unglaublich.

Ist einem dieser Hype vorher klar. Oder wir man überrumpelt?

Das ist einem natürlich nicht klar. Ich hätte nie gedacht, dass ich einfach so von wildfremden Leuten Geschenke bekommen würde oder sich Fans mir mir fotografieren lassen wollen.

Meinst Du, die Teilnahme an der Show hat dich verändert - dich persönlich?

Nein, persönlich glaube ich nicht. Aber sie hat meinen Status verändert. Weil man mich jetzt kennt. Wenn ich jetzt Musik mache, wird das gehört. Vorher war das nur in meinem Freundeskreis der Fall. Jetzt ist das ein bisschen mehr (lacht).

Wie schwierig ist es, hier dann wieder Fuß zu fassen. Schließlich ist Fischerhude nicht gerade der Nabel der musikalischen Welt?

Es ist einfach langweilig. Ich hatte vorher in den sieben Wochen so viel vor, so viele Termine. Und jetzt wache ich auf und habe eigentlich nichts Konkretes im Plan. Das war vorher völlig anders und ich muss mich umstellen. Das ist schon krass. Ich habe hier aber natürlich immer noch Kontakt zu den Menschen, an denen mir etwas liegt. Ich glaube, ich bin ganz gut der alte Marlon geblieben.

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