Johannes und Helena Landwehr aus Otersen gewinnen beim Landeswettbewerb „Schüler lesen platt“ Mit Opas Hilfe zum Erfolg

Plattdeutsch steht bei Familie Landwehr hoch im Kurs. Die Geschwister Johannes und Helena lesen und sprechen die Sprache trotz ihres jungen Alters fast perfekt. Beim Landesentscheid des Wettbewerbs „Schüler lesen platt“ landeten die beiden damit auf dem ersten und dritten Platz. Gestern wurden sie dafür ausgezeichnet.
13.09.2013, 00:00
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Mit Opas Hilfe zum Erfolg
Von Eike Wienbarg

Plattdeutsch steht bei Familie Landwehr hoch im Kurs. Die Geschwister Johannes und Helena lesen und sprechen die Sprache trotz ihres jungen Alters fast perfekt. Beim Landesentscheid des Wettbewerbs „Schüler lesen platt“ landeten die beiden damit auf dem ersten und dritten Platz. Gestern wurden sie dafür ausgezeichnet.

Die plattdeutsche Sprache verschwindet immer mehr aus dem Sprachbild. Nicht aber bei Familie Landwehr aus Otersen. Die beiden Geschwister Johannes und Helena beherrschen die Sprache wie kaum ein anderer Schüler in diesem Jahr im Land Niedersachsen. Das zahlte sich jetzt aus. Beide haben in diesem Jahr mit großem Erfolg am Wettbewerb „Schüler lesen platt“ des Landschaftsverbandes Stade teilgenommen.

Sie kämpften sich zunächst über die Schul- und Kreisebene bis zum Bezirksentscheid in Osterholz-Scharmbeck durch. Dort qualifizierten sie sich dann zusätzlich noch für den Landesentscheid, der im Juni in Lüneburg ausgetragen wurde.

Kuchen für die ganze Klasse

Nach den Erfolgen auf den vorherigen Ebenen schafften es beide auch dort auf das Treppchen. Johannes wurde Landessieger, und seine Schwester Helena errang den dritten Platz. Insgesamt hatten über tausend Schüler an dem Wettbewerb teilgenommen, der vom Landschaftsverband Stade und der Sparkassenstiftung ausgerichtet worden war.„Ich habe nicht mit dem Ergebnis gerechnet“, sagte der 12-jährige Johannes bei der Preisverleihung. „Meine Klasse hat mich immer unterstützt“, berichtete die 13-jährige Helena. Zum Dank dafür gab es für jede Runde selbst gebackenen Zitronenkuchen für die ganze Klasse .

Aber nicht nur die beiden Geschwister der Familie Landwehr sprechen plattdeutsch. Bis zum Kreisentscheid war auch noch ihre Schwester Theresa mit von der Partie. Und sogar ihr zweijähriger Bruder fängt schon an, platt zu sprechen. „Unser Opa spricht mit uns nur plattdeutsch“, erklärte Helena die Sprachkünste der Kinder. Jeden Tag wurde zu Hause einmal der Wettbewerbstext geübt. Opa kontrollierte.

Durch die ständige Kommunikation mit dem Großvater sind die Kinder zweisprachig aufgewachsen. Die Übung half auch, die Nervosität vor den Auftritten vor großen Publikum gering zu halten. „Ich habe viel Sicherheit durch Opa gehabt“, erklärte Helena ihren Erfolg. „Die beiden haben den Wettbewerb souverän gemeistert. Es ist wichtig, dass die Sprache in der Region lebendig bleibt“, ergänzte Heinz-Hermann Sündermann, Obmann für die plattdeutsche Sprache im Kreis Verden.

Die Geschichten, die beide in dem Wettbewerb vorgetragen haben, werden von den Organisatoren vorgegeben. Danach dürfen die Familien die Sprache ein wenig an das regionale Platt anpassen. Johannes war mit einem Text über eine Frau, die im Alter ein wenig wunderlich wurde, erfolgreich. Helenas Text drehte sich rund um die Unterhose einer Oma, die in der Familie für alles benutzt wurde. „Die Texte können sehr humorvoll, aber auch ernst sein“, sagte Bettina Spöring-Landwehr, die Mutter der beiden Kinder. Früher sei die Sprache fast verboten gewesen, weil Eltern den Schulerfolg ihrer Kinder gefährdet sahen, erklärte sie.

Für ihren Erfolg beim Wettbewerb erhalten Johannes und Helena 250 und 100 Euro. Das Geld soll der Klassenkasse oder der Förderung der plattdeutschen Sprache zu Gute kommen.

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