Mitarbeiter des DRK Verden Humanitärer Einsatz im Kriegsgebiet

Die Arbeit im Ahrtal nach der Unwetterkatastrophe war für Christian Küper vom DRK Verden schon fordernd. Nun geht es für den 45-Jährigen jedoch zu einem humanitären Einsatz in Kriegsgebiet in der Ukraine.
04.04.2022, 17:53
Lesedauer: 2 Min
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Humanitärer Einsatz im Kriegsgebiet
Von Marius Merle

In den vergangenen Jahren gab es mit der Flüchtlingswelle 2015, der Corona-Pandemie, der Unwetterkatastrophe im vergangenen Jahr im Ahrtal und nun der humanitären Hilfe durch den Krieg in der Ukraine in Deutschland gleich mehrere Prüfungen für die Gesellschaft, mit denen so nicht zu rechnen war. Immerhin sei dadurch beim Katastrophenschutz ein anderes Bewusstsein eingekehrt, findet Dirk Westermann, Geschäftsführer DRK-Kreisverband Verden. Denn zuvor seien alle Warnungen der Hilfsorganisationen darüber, dass der Katastrophenschutz auf das Notwendigste reduziert wurde, überhört worden. Wie extrem wichtig die neue Denkweise ist, "zeigt die Abstellung hauptamtlicher Mitarbeiter des Rettungsdienstes für das Ehrenamt". So wird Christian Küper, der als Notfallsanitäter im Rettungsdienst des DRK Verden tätig ist, nach vielen Wochen im Ahrtal nun zu einem humanitären Einsatz in die Ukraine entsandt.

Der 45-Jährige, der mit seiner Familie in Weyhe lebt, ist ursprünglich gelernter Elektriker. Nach vier Jahren bei der Bundeswehr kam er über das Ehrenamt in den Rettungsdienst des DRK im Landkreis Verden, wo er seit 2014 hauptberuflich tätig ist. Dem Ehrenamt im Katastrophenschutz ist er bis heute in der Funktion des Gruppenführers in den DRK-Ortsvereinen Verden und Leeste treu geblieben. Was Küper laut DRK seit der Flutkatastrophe im letzten Jahr im Ahrtal zum besonders gefragten Katastrophenschutzhelfer macht, ist seine Zusatzqualifikation als Fachkraft für Strom, Wasseraufbereitung und Abwasser. Mit dieser Qualifikation gehört er zu einer sogenannten WASH-Einheit des DRK und damit zu den mobilen Nothilfe-Einheiten, die innerhalb von 72 Stunden in jedes Katastrophengebiet eingeflogen werden können.

„Bei der Katastrophe im Ahrtal war ich insgesamt vier Wochen vor Ort. Dort haben wir mit großem Erfolg den weltweiten Prototypen einer Kläranlage betrieben. Wir haben jeden Tag bis zu 16 Stunden Wasser aufbereitet, damit einer realistischen Seuche vorgebeugt werden konnte", erzählt Küper. Das sei schon eine sehr harte Prüfung gewesen, bei der man zwischen Extremen geschwankt habe. Auf der einen Seite die Ohnmacht der vielen Menschen, die vor dem Nichts standen und auf der anderen Seite die gleichen Menschen, die zutiefst dankbar waren. "Physisch wie psychisch konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt keine extremere Einsatzsituation vorstellen“, resümiert Küper. Unter den Einsatzkräften sei man sich einig gewesen, dass sie vermutlich nicht mehr so schnell unter solchen Extrembedingungen zum Einsatz kommen werden.

Diese Annahme ist mit dem Einsatz in der Ukraine Geschichte. Dorthin geht es für Küper über das Internationale Rote Kreuz. Vorher gibt es noch zu Briefings in Genf, die dringend notwendig sind, wenn man in einem Kriegsgebiet zum Einsatz kommt. Für die Einsatzdauer von Küper sind zunächst vier bis sechs Wochen geplant. Je nach Lage versuchen die Einheiten des Internationalen Roten Kreuzes, neben der Trinkwasserversorgung und Seuchenvorsorge, ein autarkes Krankenhaus aufzubauen.

Im Vergleich zum Ahrtal-Einsatz noch einmal eine ganz andere Belastung. "In der Ukraine herrscht Krieg. Das bedeutet, dass schon die Verabschiedung von meiner Frau und von meinen zwei Kindern für mich eine ganz andere sein wird", sagt Küper. Auf der einen Seite sei er hoch motiviert zu helfen, aber auf der anderen Seite stehe definitiv ein mulmiges Gefühl. "Vor seinem Engagement haben wir großen Respekt", betont Westermann. Das DRK Verden freue sich, wenn er gesund und munter zurückkehrt und vielen Menschen in Not helfen konnte.

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