Auch Kinder am Aufbau des Freilichtmuseums beteiligt / Friedrich Scharninghausen spendet alte Gerätschaften Moorkieker vor der Vollendung

Kirchlinteln-Kükenmoor. Rund drei Monate wird es noch dauern, bevor der Moorkieker in Kükenmoor offiziell eröffnet werden kann. "Ende Mai/Anfang Juni sollten wir mit allen Arbeiten fertig sein", schätzt Planer Helge Kirchhöfer aus Hohenaverbergen. Seit Baubeginn Mitte Juni 2010 sei bereits ein Großteil des umfangreichen Projektes umgesetzt worden.
08.03.2011, 05:00
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Von Hermann Meyer

Kirchlinteln-Kükenmoor. Rund drei Monate wird es noch dauern, bevor der Moorkieker in Kükenmoor offiziell eröffnet werden kann. "Ende Mai/Anfang Juni sollten wir mit allen Arbeiten fertig sein", schätzt Planer Helge Kirchhöfer aus Hohenaverbergen. Seit Baubeginn Mitte Juni 2010 sei bereits ein Großteil des umfangreichen Projektes umgesetzt worden.

Nahezu komplett in Eigenleistung ist die Schutzhütte gebaut worden. Allein dadurch sind 13600 Euro eingespart worden, hat Kirchhöfer ausgerechnet. Auch die standorttypische Moorbahn ist ehrenamtlich geschweißt und aufgestellt worden. Ende Oktober des vergangenen Jahres folgten die Spielgeräte auf dem 9299 Quadratmeter großen Gelände.

Originale Torfpresse

Der Aushub eines Torfstichs durch Kinder der Freien Schule Verden unter Leitung von Susanne Scharninghausen und Ursula Hahn wird fortgeführt. Hier soll mit alten Gerätschaften, wie der originalen Torfpresse, der frühere Arbeitsalltag im Moor anschaulich dargestellt werden. Friedrich Scharninghausen hat die Torfpresse einschließlich eines sechs Meter langen Förderbandes am Wochenende offiziell der Gemeinde als Spende übergeben. "Mit drei anderen Landwirten aus Kükenmoor haben wir sie 1959 aus Schafwinkel von Kurt Dierks geholt, sie aber nur ein einziges Jahr benutzt", so Scharninghausen.

Das Gerät diente dazu, den minderwertigen oberen braunen Torf mit dem besseren unteren schwarzen Torf zu mischen. Nach dem Torfstich wurde dieses lose Gemisch aufs Förderband geworfen, in der Presse verrührt und als kompaktes Stück wieder ausgeworfen. Das Gemisch konnte nach der Trocknung als Heizmaterial verwandt werden. "Der Torfstich war immer Anfang Mai, und es war schwierig, alle vier Landwirte für die zeitgleiche Nutzung der Presse unter einen Hut zu bringen", berichtete Scharninghausen. Ein wohl noch gewichtigerer Grund, sich von der Torfgewinnung zu verabschieden, war das billige Heizöl. Ein Liter kostete damals neun Pfennig. So blieb die Presse ungenutzt stehen, bis Scharninghausen sie auf einem Schützenfest dem Schafwinkler Besitzer abkaufte. "Für den Schrotthändler war sie zu schade." Förderband und anderes Zubehör lagerten seither in einer Scheune.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald dankte dankte Scharninghausen mit einer Urkunde. Und er erinnerte an die Kunst- und Kulturtage im vergangenen Jahr, als Scharninghausen auf seinem Bauernhof ein kleines Museum mit alten Gerätschaften präsentierte. "Auf dem Hof lagern unendlich viele Schätze, die davon zeugen, wie Menschen sich im Moor gequält haben", sagte Rodewald. Geschichte und Kultur zu bewahren, sei ganz wichtig. "Hier in Kükenmoor wird mit dem Moorkieker ein guter Weg gegangen." Neun Infotafeln sind in Arbeit, sie werden die verschiedenen Stationen der Torfherstellung zeigen.

Neben den erforderlichen Eigenleistungen werden 43 Prozent der Gesamtkosten von rund 101000 Euro vom Amt für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) getragen, also 43055 Euro. Hinzu kommen 28731 Euro aus Stiftungen (28 Prozent) sowie 14214 Euro von der Gemeinde Kirchlinteln (14 Prozent).

Ursula Hahn gab einen kurzen Überblick über bislang geleistete ehrenamtliche Arbeitsstunden. Sie und Heinz Bock, der krankheitshalber nicht kommen konnte, sind verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Hilfsleistungen gewesen. Bislang seien rund 500 Stunden Arbeitseinsatz geleistet worden: 65 Stunden für Baum- und Erdarbeiten, 65 Stunden für die Herrichtung der Moorbahn, 140 Stunden für die Schutzhütte, 155 Stunden für Zimmerarbeiten, 65 Stunden zur Dachpfannenreinigung sowie 5 Stunden für die Aufstellung der Wasserpumpe und 7 Stunden für die Aufstellung der Torfpresse. "Seit 2007 haben wir uns rund 70 Mal getroffen. Dabei wurden auch mal Rezepte ausgetauscht, Liköre probiert und jemand vom Hund gebissen", so Ursula Hahn. Auch die Vorstellung des Projektes in der Verdener Fußgängerzone habe sehr viel Spaß gemacht. Hahn: "Da ist selbst Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann vorbeigekommen und war begeistert."

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