Hallo-Verden-Festival

Musik für die Inklusion

Frida Gold war schon da, Johannes Oerding auch, und jetzt kommt Henning Wehland. Beim inklusiven Festival in der Verdener Stadthalle zählt nur eins: der gemeinsame Spaß am Singen, Tanzen und Feiern.
14.07.2019, 16:45
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Martin Callies Lena Mysegades
Musik für die Inklusion

Henning Wehland tritt beim neunten Hallo-Verden-Festival in der Stadthalle auf. Der Musiker ging einst auf das Domgymnasium.

Markus Walter

Verden. Der Musiker Henning Wehland fühlt sich in Verden und Umgebung zu Hause. Kein Wunder, denn der Sänger hat einst das Domgymnasium der Allerstadt besucht. Dass er daher nun Teil des diesjährigen inklusiven Hallo-Verden-Festivals ist, das am Sonnabend, 16. November, ab 16 Uhr in der Stadthalle stattfindet, ist für sachkundige Henning-Wehland-Fans kein Wunder. So auch nicht für Ulf Hennig, Mitorganisator des Hallo-Verden-Festivals und Mitarbeiter der Lebenshilfe Verden/Rotenburg.

„Ich wusste schon länger, dass Wehland eine gute Bindung zu Verden und dem Verdener Umkreis hat“, sagt der Mitorganisator. Als Hennig den Musiker dann auch auf dem Nienburger Stadtfest auftreten gesehen hat, hat sich diese Einschätzung für ihn noch einmal bestätigt. Denn obwohl der einstige Juror der Fernsehshow „The Voice Kids“ durch die Großstädte der Republik tourt und mit diversen weiteren Sendungen Zuschauer in ganz Deutschland hat, bleibt er trotzdem Kleinstädten wie Verden treu.

„Henning Wehland engagiert sich im Projekt Landkultur, das bezahlbare Kunst und Kultur im ländlichen Raum fördert“, weiß der Lebenshilfe-Mitarbeiter des Bereichs Wohnen. Zudem, so Ulf Hennig, sei Wehland sozial engagiert, weshalb der Künstler seine Anfrage, auf einem inklusiven Festival aufzutreten, auch ohne langes Zögern sofort gerne angenommen habe.

Das Festival wird dieses Jahr zum neunten Mal veranstaltet und von einem Team aus 70 bis 80 Personen vorbereitet, die auch während des Festivals für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Etwa die Hälfte davon sind Menschen mit Handicap. Es ist also „gelebte Inklusion“ und alle Besucher nehmen Rücksicht aufeinander, wie die Leiterin der Stadthalle, Silvia Voige, betont. Und Hans-Joachim Hopfe von der Lebenshilfe Rotenburg-Verden fügt hinzu: „Menschen mit und ohne Handicap kümmern sich um Bandbetreuung, Catering, Garderobe, Security und Einlass. Gerade diejenigen mit Handicap ziehen daraus viel Selbstbewusstsein für sich.“

Das Hallo-Verden-Festival hat in den vergangenen Jahren bereits immer wieder so viele Menschen angezogen, dass die Veranstalter, die Lebenshilfe Rotenburg/Verden, es Jahr für Jahr wieder auf die Beine stellen. Bei Jahr neun sind sie schon angekommen, doch sie haben noch nicht genug. „Die Zehn wollen wir definitiv auch noch schaffen“, so Hennig.

Doch zurück zum bekannten Headliner. Der Musiker Henning Wehland ist Mitglied der Bands H-Blockx und der Söhne Mannheim. Seine zur Stilrichtung Crossover gehörende Band H-Blockx ist eher rockig und begeistert Fans mit rebellischen englischen Texten wie „Countdown to Insanity“. Seit 2003 ist er auch mit den Söhnen Mannheims unterwegs. Zu Hallo Verden kommt er allerdings als Solokünstler, selbstverständlich aber mit seiner Band im Schlepptau. „Der letzte an der Bar“ heißt sein Soloalbum, aus dem er dann sehr persönliche Stücke präsentieren wird.

Doch nicht nur, dass Ulf Hennig Fan des experimentierfreudigen Wehland ist, auch über den anstehenden Auftritt der Folk-Rock Band Fiddlers Green freut sich der Verdener sehr. „Das ist meine Musik“, sagt er. Womit er nicht alleine dasteht, denn Fiddlers Green aus Erlangen haben mit Gesang, Geige, Mandoline, Banjo, Bass, Schlagzeug und Flöte bereits dem Publikum auf dem Heavy-Metal-Festival Wacken eingeheizt – das bekanntlich ein treues ist, wie Ulf Hennig festhält.

Mit diesen musikalischen Assen im Ärmel ist der Mitorganisator sich sicher, die Stadthalle im November voll zu bekommen. Fiddlers Green werden bereits ab 19 Uhr auftreten, der Headliner Henning Wehland kommt gegen Ende des Festivals (23 Uhr) auf die Bühne.

Der Einlass zum Festival beginnt bereits um 15.30 Uhr. Neun Acts spielen acht Stunden lang auf zwei verschiedenen Bühnen. Meilentaucher, Kahuna, Engst, C for Caroline, Please Madame, Everlaunch und Tequila and the Sunrise Gang nennen sich die übrigen Bands. Sie kommen wie Engst mal von relativ weit her, extra aus Berlin, oder sind wie Meilentaucher (Hoya) oder Everlaunch (Rotenburg) aus der näheren Umgebung. Das ganze Festival ist musikalisch eher rockig einzuordnen, aber auch Genres wie Pop, Indie sowie Alternative werden bedient.

Für die Lebenshilfe ist es übrigens ein Herzensanliegen, das Thema Inklusion in der Gesellschaft zu verankern. Ulf Hennig geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich finde, gesellschaftlicher Zusammenhalt sollte selbstverständlich sein, es braucht dafür kein Wort.“

Die Karten für das Hallo-Verden-Festival kosten 27,10 Euro, sie sind über die Lebenshilfe unter der Telefonnummer 0 42 61 / 94 43 55 erhältlich.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+