Nachbeben

Erst bebte die Erde, dann rissen die Wände, und nun hat das Vertrauen in die Politik ein Riesenloch. Die Betroffenen des Erdbebens in Langwedel fühlen sich fünf Monate nach dem Vorfall links liegengelassen. Dass die RWE-Dea mögliche Trittbrettfahrer ausbremsen möchte und sich mit Entschädigungszahlungen zurückhält, mag in der Logik des Konzerns plausibel erscheinen. Dass die Betroffenen einem Gutachter, der dem Energieriesen Rechenschaft ablegen muss, skeptisch gegenüberstehen, ist aber genauso verständlich. Die bohrenden Fragen nach den Nebenwirkungen der Erdgasförderung werden sich so schnell jedenfalls nicht in Luft auflösen lassen. Alle Hoffnung liegt nun auf der Untersuchung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Die Gemeinde beruft sich derweil auf eine Informationsveranstaltung für ihre Bürger, die in naher Zukunft stattfinden soll.
04.05.2013, 05:00
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Nachbeben
Von Anna Zacharias

Erst bebte die Erde, dann rissen die Wände, und nun hat das Vertrauen in die Politik ein Riesenloch. Die Betroffenen des Erdbebens in Langwedel fühlen sich fünf Monate nach dem Vorfall links liegengelassen. Dass die RWE-Dea mögliche Trittbrettfahrer ausbremsen möchte und sich mit Entschädigungszahlungen zurückhält, mag in der Logik des Konzerns plausibel erscheinen. Dass die Betroffenen einem Gutachter, der dem Energieriesen Rechenschaft ablegen muss, skeptisch gegenüberstehen, ist aber genauso verständlich. Die bohrenden Fragen nach den Nebenwirkungen der Erdgasförderung werden sich so schnell jedenfalls nicht in Luft auflösen lassen. Alle Hoffnung liegt nun auf der Untersuchung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Die Gemeinde beruft sich derweil auf eine Informationsveranstaltung für ihre Bürger, die in naher Zukunft stattfinden soll.

Während viele Hauseigentümer in Langwedel innerlich noch nachbeben, spürt mancher Erwerbslose wieder festeren Boden unter den Füßen. Denn die Chancen auf neue Jobs steigen. Die Arbeitsmarktlage in der Region hat sich stabilisiert. Sagt jedenfalls die Agentur für Arbeit.

Optimistisch in die Zukunft blickt auch der Fachausschuss Stadtentwicklung in Verden. Die ersten Weichen in Richtung ökologische Nachhaltigkeit sind gestellt. Wenn sich die Bürger aktiv an dem Prozess beteiligen, kann die Stadt nur profitieren. Allein für den Konzeptentwurf stehen 20000 Euro zur Verfügung. Auf solch eine Summe hofft im Übrigen manch ein Erdbeben-Geschädigter, um am eigenen Haus die Risse kitten zu können.

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