Wildblumenprogramm im Kreis Verden Naturschutz beginnt im eigenen Garten

Das Wildblumenprogramm des Landkreises Verden wird in diesem Frühjahr für den Erhalt der Artenvielfalt fortgesetzt. Die Kreis-Naturschutzbehörde händigt das kostenlose Wildblumensaatgut aus.
08.03.2020, 15:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Antonia Blome

Für ein lauteres Summen in der heimischen Landschaft: Zwischen knalligem Klatschmohn und blauen Kornblumen sollen sich bald wieder allerlei Wildbienen und Schmetterlinge tummeln. Das ist zumindest das Ziel des Wildblumenprogramms des Landkreises, das in diesem Frühjahr in die nächste Runde geht. Zum zweiten Mal können unter anderem Privatpersonen, Vereine oder Firmen kostenloses Wildblumensaatgut bei der Unteren Naturschutzbehörde Verden beantragen und eine geeignete Fläche zum neuen Zuhause für Insekten umgestalten.

Das Saatgut stamme aus dem nordwestdeutschen Tiefland und biete neben Honigbienen auch Schmetterlingen, Wildbienen sowie anderen Insekten einen Lebensraum. „Über 40 früher weit verbreitete Wildblumenarten sind in der Mischung enthalten, damit so viele Insekten wie möglich von den Flächen profitieren“, erklärt Antje Mahnke-Ritoff, Diplom-Biologin von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Darüber hinaus handele es sich um eine mehrjährige Mischung. „Die entstehenden Pflanzen entwickeln sich weiter und bieten im Lauf der Zeit verschiedenen Insekten einen Lebensraum und Nahrung“, erklärt sie. Daher sei zum Teil jahrelange Geduld gefragt, um die Wildblumenarten in voller Blüte zu erleben.

Leitungen standen nicht still

An das vergangene Jahr erinnert sich Antje Mahnke-Ritoff, wie sie sagt, positiv. „Die Leitungen standen im März nicht still“, berichtet sie. „Das Förderprogramm stieß auf viel Anklang.“ Alle Gemeinden des Landkreises seien involviert gewesen und sogar Schüler sowie Firmen hätten das Angebot in Anspruch genommen. Auch in diesem Jahr seien bereits zahlreiche Interessenten mit der Naturschutzbehörde in Kontakt getreten. Anhand des großen Engagements erkennt Antje Mahnke-Ritoff, wie sie sagt, einen Wandel in der Wahrnehmung der Bevölkerung. Die Menschen, die sich an die Naturschutzbehörde wenden, hätten den Schwund an Masse und Artenvielfalt in der Insektenwelt als ernstes Problem anerkannt. Dieser sei insbesondere auf die intensive Landwirtschaft, den Pestizideinsatz und den artenarmen Aufbau von Städten zurückzuführen, heißt es in der Broschüre des Förderprogramms.

Ob Kleingarten oder öffentliche Fläche, insgesamt seien im vergangenen Jahr dreieinhalb Hektar Land bestellt worden. Über mindestens zehn Quadratmeter Fläche müssen Interessenten verfügen. „Telefonate mit den Antragsstellern zu führen, ist besonders wichtig“, weiß Antje Mahnke-Ritoff. Diese verpflichten sich dazu, ihre Fläche über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren zu erhalten und die Vegetationsperiode fotografisch zu dokumentieren.

Einsäen im April

Denn, um noch lange Freude an der Einsaat zu haben, sei die richtige Vorbereitung und Bewirtschaftung der Fläche unerlässlich. „Für eine erfolgreiche Entwicklung der Wildblumen ist vor allem ein gutes Saatbett von Nöten“, betont die Diplom-Biologin. Blumenerde sei tabu, zu viel Rasen wirke sich ebenfalls kontraproduktiv aus, da das Saatgut eher konkurrenzschwach sei. Für die besten Ergebnisse solle die Mischung, die etwa 80 Prozent Schrot und 20 Prozent Samen enthalte, in diesem Jahr im April gesät werden.

Die Naturschutzbehörde des Landkreises achtet bei der Zusammensetzung des speziellen Saatguts nicht nur auf Artenvielfalt. „Wir mischen auch Saat für Korn- oder Mohnblumen hinein, die für Insekten eine geringere Rolle spielen, aber schön anzusehen sind“, erzählt Antje Mahnke-Ritoff. Denn neben seinem Nutzen für die Tierwelt spiele das Erscheinungsbild der Wildblumen ebenfalls eine große Rolle. Ein farbenfrohes Blumenfeld solle den Menschen visuell ansprechen und für die Idee gewinnen, selbst Wildblumen anzupflanzen und sich für gefährdete Insektenarten stark zu machen.

Das kostenlose Saatgut wird von der Unteren Naturschutzbehörde, Lindhooper Straße 67, des Landkreises Verden ausgehändigt. Ansprechpartner sind Antje Mahnke-Ritoff (0 42 31/1 57 57) und Klaus Dittmer (0 42 31/ 1 57 51). Antragssteller werden im Vorfeld über die Eignung möglicher Ansaatflächen und die erforderliche Pflege beraten. Weitere Informationen zu Fördervoraussetzungen, Flächengrößen und Saatgutzusammensetzung sind im Internet unter www.landkreis-verden.de abrufbar.

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