Vortrag von Ronny Blaschke im Rahmen der Internationalen Wochen im Verdener Jugendzentrum Neonazis und Hooligans missbrauchen Fußball

Verden (mke). „Wie Neonazis und Hooligans den Fußball missbrauchen“, lautet der Titel eines Vortrags des Buchautors Ronny Blaschke am Dienstag, 17. März.
11.03.2015, 00:00
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Neonazis und Hooligans missbrauchen Fußball
Von Michael Kerzel

„Wie Neonazis und Hooligans den Fußball missbrauchen“, lautet der Titel eines Vortrags des Buchautors Ronny Blaschke am Dienstag, 17. März. Im Rahmen der Internationalen Wochen im Verdener Jugendzentrum Dampfmühle stellt Blaschke sein Buch vor und referiert einige Passagen.

Selbst jenen, die sich nicht für Fußball interessieren und noch nie ein Stadion besucht haben, wurde im vergangenen Jahr durch die HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten)-Bewegung deutlich gemacht: Es gibt ein massives Problem mit Diskriminierung und Neonazis in der Fußballfan-Szene. Doch was in den großen Demonstrationen öffentlich sichtbar wurde, gärt schon jahrelang in deutschen Stadien.

Ronny Blaschke ist freier Autor, Moderator und Referent. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen und Neonazismus im Fußball und liefert eindringliche Beispiele: In Leipzig unterwandern Neonazis die Fanszene, in Lüdenscheid amtiert ein NPD-Funktionär als Schiedsrichter, in Wetzlar als Jugendtrainer. Neonazis gründen Sportvereine, um Jugendliche an ihre Kameradschaften heranzuführen. Sie nutzen Fußballturniere zur Vernetzung und zur Stärkung der Gruppenidentität. Mit seinem sorgsam recherchierten und spannend verfassten Buch, „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis und Hooligans den Fußball missbrauchen“, liefert Blaschke eine Bestandsaufnahme – und ein Plädoyer für eine politische Diskussionskultur im Sport, teilen die Veranstalter der Lesung mit.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus werden um den UN-Gedenktag für das Shapeville-Massaker vom 21. März veranstaltet. 1960 demonstrierten in diesem Ort in Südafrika 20 000 Menschen gegen Gesetze, in denen schwarze Menschen diskriminiert wurden. Ihnen wurde verboten, in denselben Städten zu leben, in denen weiße Menschen leben. Hierfür wurden mehrere Millionen Bewohner in weit abgelegene Dörfer umgesiedelt. Nachdem die Demonstrierenden am Vormittag des 21. März zunächst mit niedrig fliegenden Flugzeugen und Tränengas in Schach gehalten wurden, eskalierte die Situation dann aufgrund von angeblichen Steinewerfern. Die Polizisten zogen ihre Schusswaffen und erschossen 69 Menschen. Viele weitere wurden schwer verletzt.

Auch heute ist Rassismus ein wichtiges Thema, das nicht in Vergessenheit geraten darf, meinen die Organisatoren der Veranstaltung in Verden. Rassismus gegen Muslime, Sinti und Roma und Asylsuchende sind nur drei der vielen Formen, die unsere heutige Gesellschaft prägen. Um den Gedenktag werden jedes Jahr die internationalen Wochen gegen Rassismus veranstaltet. Dieses Jahr finden diese vom 16. bis 19. März statt. Auch in Verden werden Veranstaltungen rund um das Thema organisiert. Das Projekt Perspektivwechsel des Weser-Aller-Bündnis (Wabe) wird gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

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