Verden-Walle Neue Grundschulleiterin Claudia Nobis begrüßt

Verden. Zur offiziellen Einführung als neue Leiterin der Grundschule Walle bekam die 39-jährige Claudia Nobis liebevoll ausgesuchte kleine Geschenke, die ihr das ländliche Umfeld schmackhaft machen sollen.
27.02.2010, 08:21
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Von Gabriele Tetzner

Verden. Wenn Claudia Nobis freie Zeit haben sollte, kann sie sich demnächst mit der Blumenzucht beschäftigen, Platt-deutsch lernen, das liebe Vieh studieren oder sich in die Waller Chronik vertiefen: Zur offiziellen Einführung als neue Leiterin der Grundschule Walle bekam die 39-Jährige liebevoll ausgesuchte kleine Geschenke, die ihr das ländliche Umfeld schmackhaft machen sollen.

Damit dürfte die Pädagogin, die in Oldenburg die Kernfächer Mathematik, Deutsch und Sachunterricht studiert hat, allerdings gar keine Probleme haben: Sie ist an kleine Schulen gewöhnt, die sich eher auf dem Lande finden lassen. An die 15 solcher Grundschulen hat Nobis in ihrer beruflichen Laufbahn auf eigenen Wunsch hin kennengelernt - zuletzt war sie kommissarische Leiterin der Grundschule in Rautenberg und bewarb sich dann für den vakanten Posten in Walle.

Für Regierungsschuldirektor Gerhard Grönke ist die gebürtige Georgsmarienhütterin damit prädestiniert für die Aufgabe als Chefin eines sechsköpfigen Kollegiums und Vorbild für 120 Kinder zuzüglich des eigenen Nachwuchses: Sohn Merlin (10) lauschte beim Festakt aufmerksam den musikalischen Darbietungen seiner Altersgenossen und den zahlreichen Reden, mit denen unter anderem Bürgermeister Lutz Brockmann, Ortsbürgermeister Friedel Plenge, Vertreter der Schulleiter, des Schulelternrates und der hauseigenen Lehrerschaft seine Mutter willkommen hießen.

Grönke hatte dazu als Symbole für Wachsen und Gedeihen Frühlingsblüher samt Miniaturgießkanne mitgebracht. 'Wir haben einen Sack voller Erwartungen an Sie. Nehmen Sie sich Zeit anzukommen, gestalten Sie aktiv Ihre Rolle als Vorgesetzte und entwickeln Sie das Bildungsangebot der Schule so weiter, dass die Waller Schüler bestens vorbereitet sind für das Leben', formulierte er drei der Wünsche der Landesschulbehörde. Leitung hieße manchmal Leiden, Schulleitung sei eine schwierige, aber auch befriedigende Aufgabe, so der Regierungsschuldirektor weiter.

Allerdings hat Claudia Nobis Helfer an ihrer Seite: Friedel Plenge bot jederzeit Unterstützung an - auch mit dem finanziellen Notgroschen der Ortschaft, 'von denen Herr Brockmann vielleicht gar nichts wissen sollte' (Plenge).

'Ich habe nicht verstanden, warum es so lange gedauert hat, bis sich jemand für die Leitung beworben hat", meinte der Ortsbürgermeister in Anspielung auf das jetzt beendete Jahr, in dem die Lehrerinnen Meike Wernwag und Kerstin Mühlenfeld kommissarisch die Funktion ausgefüllt hatten. Eine Turnhalle könne man zwar noch nicht bieten, verwies Plenge mit humorigem Unterton auf den kürzlich abgebrannten Neubau, aber in Walle sei man dennoch sehr stolz auf die lange Tradition der 1835 gegründete Schule.

Soviel der Werbung hätte es gar nicht bedurft, denn Claudia Nobis fühlt sich nach eigenem Bekunden im neuen Umfeld bereits sehr wohl. 'Ich bin hier unheimlich freundlich aufgenommen worden', sagte sie und zeigte sich begeistert von dem besonderen Augenmerk, das in Verden auf die Grundschulen gelegt werden würde. 'Das ist in der deutschen Bildungspolitik leider immer noch eher selten der Fall, obwohl mittlerweile die Wichtigkeit der ersten Schulzeit bekannt ist', sagte die in Bremen wohnende Nobis. Neben ihren leitenden Aufgaben wird sie ihren Schützlingen in 14 Wochenstunden Rechnen, Englisch und Kunst nahe bringen sowie Hochbegabte fördern. 'Ich hoffe auf eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit', lautet ihre Vorstellung von der Zukunft.

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