Energetische Sanierung

Modernes Design und gut gedämmt

Die Sporthalle der Nicolaischule Verden wurde in den vergangenen elf Monaten umfassend energetisch saniert und modernisiert. Auch über neue Sanitäranlagen können sich die Nutzer freuen.
25.03.2021, 16:32
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Modernes Design und gut gedämmt
Von Andreas Becker
Modernes Design und gut gedämmt

Architekt Eike Becker (li.) und Karin Meyer aus der Hochbauabteilung der Stadt in der sanierten Sporthalle.

Björn Hake

Ungedämmte Fenster und Wände, alte Glasbausteine und ein undichtes Dach - energetisch war die Sporthalle an der Nicolaischule bei weitem nicht mehr zeitgemäß und sanierungsbedürftig noch dazu. Mittlerweile, nach elf Monaten Bauzeit, ist die Halle modernisiert und technisch auf der Höhe der Zeit. Sie ist nicht nur energetisch auf dem neuesten Stand, sondern zeigt sich auch in der Außenwirkung im neuen rot-grauen Design.

„Das sind Platten aus einer Mischung aus Kunststoff und Holz, die sich besonders gut reinigen lässt“, erzählt Architekt Eike Becker. Für die Planer sei bei der äußeren Gestaltung die Herausforderung gewesen, ein modernes Design zu finden, das zu dem etwa 130 Jahre alten denkmalgeschützten Haupthaus der Schule passe und sich harmonisch einfüge. Insgesamt sei das Ergebnis eine „gute Mischung“ aus alten und neuen Elementen. „Gut gelungen“ loben nicht nur Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann (SPD) und Projektleiterin Karin Meyer aus der Hochbauabteilung der Verwaltung, sondern auch Schulleiterin Carola Reineke. Sie freut sich vor allem über den neuen Sanitärbereich der Halle und darüber, dass der ständige muffige Geruch durch die Sanierung verschwunden sei. „Die Halle stammt aus den 1960er-Jahren. Der Mief hatte sich einfach in jeder Ritze festgesetzt“, erklärt Karin Meyer.

Laut Brockmann sei es auch der Wunsch derjenigen Sportvereine gewesen, die in der Halle trainieren, den Sanitärbereich zu erneuern. „Aus Sicht der Stadt geht es auch darum, durch die Dämmung etwas für den Klimaschutz zu tun“, betont Brockmann. Selbst finanziell rechne sich der Umbau langfristig, denn durch die Sanierung reduziere sich der sogenannte Primärenergiebedarf des Gebäudes um etwa 60 Prozent. Wurden vorher 392 Kilowattstunden pro Quadratmeter Fläche und Jahr verbraucht, sollen es jetzt nur noch etwa 158 Kilowattstunden sein. „Auf die erste Zählerabrechnung bin ich gespannt“, so Eike Becker.

PK an der Turnhalle der Nikolaischule zur Fertigstellung der energetischen Sanierung Turnhalle

Bürgermerister Lutz Brockmann (li.) und Schulleiterin Carola Reineke freuen sich über das moderne Außendesign.

Foto: Björn Hake

Bei der Sanierung der großen Halle blieb im Grunde fast nur die Baukonstruktion erhalten, der Karin Meyer eine „gute Substanz“ bescheinigte. Die Mauern wurden durch eine zusätzliche Außenhülle, eine wärmegedämmte Vorhangfassade, verstärkt. Die alten Fenster mussten einer Dreischeibenverglasung weichen. „Da eine Dachsanierung nicht ohne Probleme möglich war, haben wir eine neue Decke und Beleuchtung eingebaut“, erzählt der Architekt. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die alte Lichtanlage durch neue LED-Lampen ersetzt, die sich automatisch bei Bedarf an- und ausschalten. „Wenn jemand den Raum betritt, gehen sie an. In dem ganzen Gebäude gibt es so gut wie keine Lichtschalter mehr“, beschreibt Karin Meyer die neue Technik. Auch die Lüftung im Gebäude funktioniert jetzt automatisch. Das bedeutet: Das System prüft die Luftfeuchtigkeit und öffnet sowie schließt bei Bedarf selbsttätig die Fenster.

Durch die neue Beleuchtungsanlage soll sich auch beim Stromverbrauch eine deutliche Reduzierung ergeben. Laut Prognose um durchschnittlich 65 Prozent. Das entspricht etwa 24.375 Kilowattstunden pro Jahr sowie rund 287 Tonnen weniger Kohlendioxid-Emissionen über die Lebensdauer der Beleuchtungsanlage. Für die Kosten der Elektroinstallationen erhielt die Stadt Verden eine Förderung des Bundes von 25 Prozent, das entspricht etwa 22.345 Euro. Der Strom, der in dem Sporthallengebäude verbraucht wird, stammt aus dem schuleigenen Blockheizkraftwerk. Eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung sei auf dem Dach nicht geplant, das gebe die Statik nicht her, sagt Eike Becker. „Das Dach ist so schon hart an der Belastungsgrenze, sodass wir eine besonders leichte Hochleistungsdämmung verwenden mussten“, erzählt der Architekt.

Die Kosten für die gesamte Sanierung erhöhten sich im Laufe der Zeit. Hatte der Stadtrat im Vorfeld 1,46 Millionen Euro Haushaltsmittel genehmigt, betragen die tatsächlichen Baukosten nach Angaben der Verwaltung etwa 1,6 Millionen Euro. Zur umfassenden Sanierung gehörte auch ein Austausch der alten Heizungsanlage, der Einbau eines behindertengerechten WCs sowie in der großen Halle ein neuer Fußboden. „Der alte Boden war nicht mehr zu retten. In der kleinen Gymnastikhalle konnten wir den alten Fußboden aufarbeiten lassen und neu versiegeln. Der war noch gut genug“, erklärt Karin Meyer.

Angesichts der stattlichen Gesamtkosten habe die Verwaltung im Vorfeld geprüft, ob ein Abriss und Neubau nicht wirtschaftlicher wäre. Das sei aber nicht der Fall gewesen. „Zum einen haben wir hier eine gute Bausubstanz. Zum anderen wäre ein Neubau noch deutlich teurer geworden. Außerdem wären Abriss und Abtransport im innerstädtischen Bereich sehr aufwendig“, betont die Projektleiterin.

Von der Sanierung profitieren jedenfalls nicht nur die Schulkinder, sondern auch die Vereine, die in der Halle trainieren. Sie können künftig einen eigenen Eingang nutzen, und für die Karateka wurde ein Lagerraum geschaffen.

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