Volksbank Aller-Weser stellt Ergebnis für 2014 vor / Kritik an Programm der EZB Niedrigzins diktiert das Geschäftsjahr

Verden. Trotz Zinsflaute: Der Vorstand der Volksbank Aller-Weser blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2014 zurück. Das machte der Vorstand um Wolfgang Dreyer, Elmar Eich und Stefan Ullmann auf der Bilanzpressekonferenz deutlich.
24.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Niedrigzins diktiert das Geschäftsjahr
Von Onno Kutscher

Trotz Zinsflaute: Der Vorstand der Volksbank Aller-Weser blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2014 zurück. Das machte der Vorstand um Wolfgang Dreyer, Elmar Eich und Stefan Ullmann auf der Bilanzpressekonferenz deutlich. Demnach erhöhte sich die Bilanzsumme des Instituts auf rund 649 Millionen Euro – eine Steigerung um etwa 1,5 Prozent. Die steigende Nachfrage von gewerblichen und privaten Darlehen ließ die Kundenkredite von rund 308 Millionen Euro auf 333 Millionen Euro klettern. Das bedeutet eine Zunahme um 8,3 Prozent.

„Dennoch, das Jahr 2014 war geprägt vom Niedrigzins“, sagte Dreyer. Er betonte, dass das anhaltend niedrige Zinsniveau die Ertragsmöglichkeiten einer Regionalbank schmälern würde. „Die Banken zahlen aktuell keine oder kaum noch wahrzunehmende Zinsen auf Einlagen“, betonte er. Überregionale Banken würden sogar schon negative Zinsen erheben. „Davon ist die Volksbank aber noch weit entfernt.“ Der Zinsüberschuss des Instituts gehe auf 16,1 Millionen Euro zurück.

„Trotzdem ist Deutschland noch immer ein Land der Sparer“, sagte Stefan Ullmann. Sparbücher und Tagesgeldkonten seien noch immer beliebt. „Alleine darauf sollten die Kunden aber nicht setzen. Besser ist es, sein Geld zu streuen und auf mehrere Anlageformen zu setzen.“

Mit Skepsis reagiert der Vorstand der Volksbank Aller-Weser auf die Pläne von Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Da die Preise im Euroraum sinken und die Konjunktur nicht in Schwung kommt, will die EZB im Kampf gegen eine Krise im Euroraum Hunderte Milliarden Euro in die Wirtschaft pumpen. Dazu beschloss sie am Donnerstag, monatlich Anleihen von Staaten und Unternehmen im Gesamtwert von 60 Milliarden Euro zu erwerben. Das Kaufprogramm soll bis September 2016 laufen. „Das geht zu Lasten der Sparer und ist auch nicht im Sinne der deutschen Kreditinstitute“, kritisierte Dreyer, denn der Leitzins werde dadurch wohl auch künftig niedrig bleiben. Zudem sei fraglich, ob das Geld wirklich in den Markt gelange.

Positiv sieht der Vorstand allerdings die Entwicklung der Mitgliederzahlen der Volksbank. Mit jetzt 14 045 Mitgliedern – eine Steigerung um 943 – sei die Volksbank Aller-Weser die größte Personenvereinigung der Region. Das wirkte sich auch auf die Kundeneinlagen aus, die auf rund 485 Millionen Euro stiegen.

Momentan beschäftigt das Institut 186 Mitarbeiter, 14 davon sind Auszubildende. Das Spendenaufkommen der Bank lag im vergangenen Jahr bei 65 000 Euro. Bedacht wurden karitative Einrichtungen in der Region sowie Institutionen zur Förderung von Bildung, Kunst und Kultur

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