Nordbrücke Verden

Behörde befürchtet Verzögerungen

Teure Großprojekte wie die neue Nordbrücke in Verden könnten wegen der Pandemie verschoben werden. Zurzeit liegt die Planung beim Bundes-Verkehrsministerium.
14.01.2021, 17:11
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Behörde befürchtet Verzögerungen
Von Andreas Becker
Behörde befürchtet Verzögerungen

Die Bausubstanz der alten Nordbrücke ist marode und muss dennoch voraussichtlich bis 2024 durchhalten.

Björn Hake

Die finanziellen Herausforderungen der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf den Haushalt des Landes Niedersachsen und als Folge möglicherweise auch auf regionale Bauprojekte. Das befürchtet zumindest Rick Graue, neuer Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden. „Da sieht es insgesamt nicht so gut aus, denn diese Vorhaben sind vom Landeshaushalt abhängig“, sagt Graue.

Möglicherweise ist dies ein Grund, warum die Liste der Projekte für 2021 noch überschaubar ist. Aktuell nennt Graue nur zwei neue Vorhaben: Die Landesstraße 158 in der Ortsdurchfahrt Langwedel soll in diesem Jahr saniert werden. In welchem Zeitraum die Arbeiten stattfinden werden, ist allerdings noch offen. Zweites Projekt betrifft die Landesstraße 203, denn zwischen Riede und Oiste steht ein Radweg zur Reparatur an. Auch hier kann Graue noch keinen Zeitpunkt für den Baubeginn nennen.

Ein Großprojekt des Bundes, das aber von der Landesbehörde geplant und betreut wird, ist der Neubau der Nordbrücke. Hier geht es einstweilen planmäßig mit den Vorbereitungen weiter. „Es kann aber auch hier sein, dass es wegen der Auswirkungen der Pandemie zeitliche Verschiebungen gibt“, räumt Graue ein. Zurzeit liege die Planung beim Bundesministerium für Verkehr zur Freigabe. Wegen der Höhe der Kosten wird sich anschließend das Finanzministerium in Berlin damit befassen.

Das angepeilte Budget beträgt etwa 40 Millionen Euro, die allerdings auf Schätzungen beruhen. „Die tatsächlichen Kosten haben wir erst, wenn alle Gewerke vergeben sind“, betont Rick Graue. Der Hauptteil, also die eigentlichen Brückenbauarbeiten werden voraussichtlich im Sommer ausgeschrieben – wegen des Kostenvolumens EU-weit. „Wegen der vorgeschriebenen Fristen rechnen wir damit, die Arbeiten im Herbst vergeben zu können“, hofft der neue Behördenchef. Auch die Vergabe wird zusätzlich vom Bundesverkehrsministerium geprüft.

Im nächsten Winter sollen dann erste vorbereitende Arbeiten für den Brückenbau starten, bevor die eigentlichen Bauarbeiten an dem Großprojekt im Jahr 2022 beginnen. Die Landesbehörde geht zurzeit von einer zweijährigen Bauzeit aus, sodass die Freigabe der neuen Straßenverbindung (B 215) über die Aller 2024 erfolgen könnte. Nach den Planungen wird die neue Nordbrücke parallel zur alten gebaut, sodass der Verkehr weiter fließen kann. Autofahrer müssen sich aber zumindest an einigen Wochenenden auf Einschränkungen einstellen. „Es wird Sperrungen geben müssen, aber wir wollen das so verträglich wie möglich gestalten“, versichert Graue. Die alte Nordbrücke sollte zu Anfang der Planungen noch als Baudenkmal erhalten bleiben, mittlerweile ist sie aber nicht mehr geschützt und wird am Ende abgerissen. Bis dahin soll die marode Substanz dem Verkehrsaufkommen standhalten. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird die Landesbehörde die Brücke in verkürzten Intervallen überprüfen, um Schäden rechtzeitig zu bemerken. „Kann sein, dass wir da noch etwas machen müssen“, so Graue.

Zu den personellen Veränderungen in der Landesbehörde kam es, weil alle Mitarbeiter der Landesbehörde, die direkt mit Autobahnen zu tun haben, automatisch zur neuen Autobahn-Gesellschaft des Bundes, ebenfalls mit Sitz in Verden, wechseln mussten. Darunter war auch Graues Vorgängerin, Gisela Schütt. Insgesamt sind 25 Beschäftigte betroffen, die ihren Aufgabenbereich behalten. Die bisherige kombinierte Straßen- und Autobahnmeisterei Oyten wurde organisatorisch getrennt. Die Straßenmeisterei Oyten sowie die Autobahnmeisterei bleiben jedoch am bisherigen Standort an der A 1.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+