Weihnachtsmarkt Nur der Schnee fehlt noch

Nicht nur Glühwein, Crepes und andere Leckereien sind auf dem Weihnachtsmarkt Verden vertreten, auch eine Menge Kunsthandwerk gibt es zu bestaunen und zu kaufen.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Marie Lührs

Der Duft von Glühwein und Schmalzkuchen liegt seit Anfang der Woche über dem Rathausplatz. Doch der Verdener Weihnachtsmarkt hat mehr zu bieten als die üblichen Stände mit weihnachtlichen Leckereien, auch Kunsthandwerker bieten in festlich geschmückten Holzhütten allerlei potenzielle Geschenke an. Von ihnen sind einige bereits seit Jahren dabei.

Erstmals nach Verden gezogen hat es hingegen Nils Sturmann. Es ist für ihn auch der erste Weihnachtsmarkt, denn der Drechsler aus dem Havelland war bisher nur auf Mittelaltermärkten vertreten. Und überhaupt ist für ihn der Verkauf noch etwas Neues, denn seine Holzarbeiten waren für den ehemaligen Social-Media-Manager bis vor Kurzem nur ein Hobby. Im Berufsleben fehlte es ihm an Kreativität. Kugelschreiber und Füller gibt es an seinem kleinen Stand mit Blick auf der Marktbühne. Seine Lieblingsprojekte sind allerdings Holzgefäße, die ein wenig versteckter in der Hütte platziert sind. Das Holz seines eigenen Apfelbaums, Birken und Eichen, aber auch exotische Hölzer aus aller Welt wie Mahagoni, Olive und Eukalyptus sind seine Materialien.

Seine Begeisterung für Holz und Handwerk liege ihm im Blut, meint der in Belgien aufgewachsene Sturmann, denn er ist Halb-Norweger. „Ich glaube, deswegen komme ich auch mit Kälte gut aus“, sagt er. Wobei die Verdener Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt für ihn auch keine richtige Kälte sind, kennt er doch aus Norwegen nächtliche Spaziergänge bei unter minus 30 Grad.

Fast am nördlichen Ende des Marktes hat Gabriele Reinbeck sich gemütlich eingerichtet. Mit einer Wärmflasche ausgestattet, sitzt sie zwischen einer Unmenge an Engelsfiguren. Tonwaren sind ihr Metier und das eigentlich schon seit immer, sagt die Nienburgerin. Engel sind nicht die einzigen mit Federn ausgestatteten Wesen, die sie aus flüssigem Ton gießt und anschließend aufwendig gemalt. Auch Eulen finden sich in ihrem Sortiment genauso wie Schweine, Frösche, Einhörner und Hunde. „Keramik war immer mein Leben“, sagt die Rentnerin. Tagsüber sitzt sie nun in ihrem kleinen Häuschen, des nachts schwingt sie den Pinsel und koloriert ihre Werke. Die Engel haben es ihr dabei besonders angetan. „Sie beschützen mich“, ist die Keramik-Künstlerin überzeugt. In den vergangenen Jahren war sie auf Märkten an der Nordseeküste unterwegs, nun hat es sie nach Verden verschlagen.

Auch Kerstin und Catharina Wecky sind auf dem Markt vertreten. Das Mutter-Tochter-Duo hat sich einen großen Stand angemietet und bietet, neben Häkel-, Leder- und Holzwaren, neuerdings auch Liköre an. Während Mutter Kerstin Wecky schon seit 13 Jahren auf dem Weihnachtsmarkt vertreten ist, ist ihre Tochter erst im vergangenen Jahr zunächst nur eingesprungen. Nun hat sie sich gleich mit angemeldet und auch einiges an eigenem Kunsthandwerk mitgebracht. Die gelernte Sattlerin ist unter anderem für die ledernen Etuis und Federmäppchen, aber auch für die hochprozentigen Artikel zuständig. In das Feld der Mutter fallen vor allem die Adventsdeko-Artikel, die auch schon an den letzten Novembertagen viele Neugierige an ihren Stand ziehen. Auf fast zwanzig Jahre Weihnachtsmarkterfahrung kann Johannes Meluhn inzwischen zurückblicken. „Für mich bedeutet Weihnachten vor allem Selbstgemachtes“, sagt der Verdener. Dass dies auf dem Weihnachtsmarkt leider inzwischen etwas kurz kommt, findet er bedauerlich. Die ersten drei Tage liefen immer recht schleppend, weiß Meluhn, danach nehme das Geschäft ein wenig Fahrt auf. So richtig weihnachtliche Stimmung ist bei ihm allerdings noch nicht aufgekommen. „Es fehlt der Schnee“, stellt er fest. Denn der macht alles weihnachtlicher und steigert auch die Nachfrage nach selbstgestrickten Socken, Handschuhen und Mützen, die es bei ihm zu kaufen gibt.

Noch bis Donnerstag, 21. Dezember, lockt der Verdener Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk und kulinarischen Genüssen. Der Markt ist montags bis donnerstags von 11 bis 20 Uhr, freitags und sonnabends bis 21 und sonntags zwischen 13 und 20 Uhr geöffnet. In dieser Zeit wird es auch ein vielfältiges Musikprogramm geben, das der Zauberkünstler Ben Jayman organisiert hat.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+