Nachhaltiges Arbeiten Verdens erster grüner Co-Working-Space

Das Norddeutsche Zentrum für nachhaltiges Bauen beginnt Mitte Dezember in der alten Panzerhalle auf dem ehemaligen Militärgelände in der Artilleriestraße 6a mit seinem neuen „Co-Working-Space“-Pojekt.
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Von Philipp Zehl

Einst hatte die Halle 57, die heute zu den Räumlichkeiten des Norddeutschen Zentrums für nachhaltiges Bauen (NZNB) in der Artilleriestraße 6a gehört, als Panzerhalle auf dem ehemaligen Militärgelände gedient. Nun hat sich das Zentrum dazu entschieden, in dem alten Gemäuer den ersten „grünen Co-Working-Space" Verdens ins Leben zu rufen.

„Unser Co-Working-Space ist ein nachhaltiger Arbeits- und Lernort, in dem Start-ups, Selbstständige, Kreative, Heimarbeiter und Wissenschaftler einen Arbeitsplatz finden“, so das Unternehmen. Die ehemalige Panzerhalle verfüge über ökologisch sanierte Tagungsräume, einer großen Event- und Praxishalle sowie einer Ausstellung zu den Themen Klimawandel und nachhaltiges Bauen. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Klever, der Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden. Klever hat die Ausstellung vom Klimahaus Bremerhaven abgelöst und die Verdener stellen nun die Räumlichkeiten dafür. „Zudem haben wir hier eine gute Lage mit dem angrenzenden Stadtwald, der als Erholung dient, und dem Restaurant Liekedeeler, das sich in unmittelbarer Nähe befindet“, findet Geschäftsführer Jacob Gruender.

Für Freiberufler, die dort arbeiten wollen, sei das Angebot interessant. „Viele haben oft in den eigenen vier Wänden nicht die Kapazitäten, sich ein Büro einzurichten. Hier ist alles vorhanden, was benötigt wird. Beispielsweise schnelles Internet, was heutzutage immer wichtiger ist“, erklärt der Geschäftsführer. Er habe die Erfahrung gemacht, dass viele Co-Worker im IT-Bereich das Angebot nutzen würden. Aus diesem Grund habe das Unternehmen die Räume für die Vermietung umgebaut.

Apropos Umbau: Nach Angaben des NZNB ist die ehemalige Panzerwartungshalle aufwendig mit ökologischen Materialien wie beispielsweise Lehmputz und Zellulosedämmung saniert worden. Der Umbau und die ökologische Sanierung der Halle fanden bereits 2015 statt. Die Umnutzung des ehemaligen Meetingraumes als Co-Working Space hat rund vier Wochen gedauert. „In dem Büroraum haben wir die Upcycling-Möbel aus inwegpaletten gebaut. Wir legen viel Wert auf Wiederverwertbares, denn Nachhaltigkeit ist wichtig“, betont Gruender. Aus diesem Grund sei im Gebäude die ökologische Bausubstanz von A bis Z vorhanden. „Die Konzeptentwicklung zur Umsetzung des Ganzen gibt es natürlich schon länger.“

Aktuell bietet Gruender gemeinsam mit Christiane Dekker, der Leiterin des Tagungs- und Seminarhauses im NZNB, vier Arbeitsplätze im Open Space an. Das heißt, dass sich bis zu vier Menschen einen Raum teilen und jeder über einen Arbeitsplatz mit Schreibtisch verfügt. „Wir sind in der mittleren Preisklasse. Ein Schreibtisch im Monat soll 250 Euro kosten – hier ist die komplette Infrastruktur mit drin“, sagt der Geschäftsführer weiter. „Wir wollen auch unterstützen. Kulturschaffende, Gemeinnützige sowie Corona-Betroffene zahlen deshalb nur 150 Euro“. Das Ziel sei es, feste Arbeitsplätze über Monate hinweg fest zu vermieten. „Das ist ein langfristiges Projekt“, betont Gruender.

Zum ökologischen Arbeitsort gehören neben dem Open Space auch Einzelräume für ganze Teams sowie fünf Meetingräume, die 25 bis 150 Quadratmeter groß sind. Co-Worker, die das Angebot des NZNB nutzen, zahlen 20 Prozent weniger bei der Miete der Tagungsräume, die ausgefallene Namen haben wie beispielsweise Sanddüne, Stoppelfeld oder Stadtwald. „Hinzu kommen die Werkshalle und die ehemalige Lehmhalle, die wir liebevoll Batterieraum nennen“, ergänzt Christiane Dekker. Die große Werkshalle könnten unter anderem Tischler nutzen. „Hier stehen auch Flächen für größere Maschinen zur Verfügung“, sagt Gruender und verweist auf die Räumlichkeit. Sein Ziel ist es, erst einmal klein anzufangen. „Doch Selbstständige, die wachsen wollen, sind hier auch richtig“, sagt er und nennt folgendes Beispiel: „Ein Statiker hatte anfangs in einem Kopierraum bei uns sein Büro. Ein Jahr später hat dieser nun fünf Mitarbeiter und eine komplette Etage im benachbarten Gebäude für sich.“

Im Kontrast zu der modernen Infrastruktur steht eine rote Telefonzelle im Flur des Gebäudes. „Diese dient als Ruhepunkt zum ungestörten Telefonieren“, erklärt Gruender die Bedeutung der farblich herausstechenden Box. Es sei auch viel Wert darauf gelegt worden, Barrierefreiheit zu gewährleisten. „Für die Treppen am Eingang haben wir eine Rampe“, erklärt Dekker.

Während der Umbau und das Einrichten der Räume problemlos geklappt habe, müssen anderweitig jedoch Corona-bedingt Abstriche gemacht werden. Eigentlich sei der Open Space Raum auf sechs Menschen ausgelegt und die Tagungsräume seien auch für mehr Menschen ausgerichtet als derzeit rein dürfen. „Zudem sind beispielsweise Tageswechsel bei der Nutzung des Büros erst nach Corona möglich“, erklärt Dekker.

Das Hygienekonzept hat das Team vorab gemeinsam mit dem Gesundheitsamt ausgearbeitet. Durch Corona herrsche bei vielen Kunden derzeit auch große Unsicherheit, was möglich sei und was nicht. „Unser Ziel ist es dann, die aufkommenden Ängste zu relativieren und die richtigen Auskünfte zu geben. Aus diesem Grund sind wir auch immer vor Ort verfügbar“, verdeutlicht Christiane Dekker. Ein weiteres Ziel sei es, die Leute miteinander zu verknüpfen. Der Schwerpunkt des Ganzen liege dabei, wie der Name des Unternehmens es verrät, auf dem Aspekt des nachhaltigen Bauens.

Weitere Informationen gibt es beim NZNB unter der Telefonnummer 0 42 31 /9 51 63 77 oder per E-Mail an mitmachen@nznb.de.

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