Freilichtbühnenstück der Holtebütteler Plattsnackers feiert am Sonnabend Premiere / Durchwachsene Proben Oma Marias turbulente Geburstagsfeier

Ein steiniger Weg war es vor und während der Proben, aber nun brennen die Darsteller der Holtebütteler Plattsnackers auf die Premiere ihres Stückes "Bannig wat los in’n Holde!". Insgesamt zehn Mal treten sie in den nächsten Wochen auf der Freilichtbühne Holtebüttel auf.
15.07.2013, 05:00
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Oma Marias turbulente Geburstagsfeier
Von Marius Merle

Ein steiniger Weg war es vor und während der Proben, aber nun brennen die Darsteller der Holtebütteler Plattsnackers auf die Premiere ihres Stückes "Bannig wat los in’n Holde!". Insgesamt zehn Mal treten sie in den nächsten Wochen auf der Freilichtbühne Holtebüttel auf.

Langwedel-Holtebüttel. "Es wird Zeit, dass die Aufführungen endlich losgehen", sprach einer der Schauspieler vor der Kostümprobe das aus, was auch viele seiner Kollegen empfanden. Seit März üben die Darsteller der Holtebütteler Plattsnackers bereits an ihrem aktuellen plattdeutschen Theaterstück. Nach zahlreichen Proben wollen sie nun, dass es endlich richtig losgeht. Premiere der Komödie "Bannig wat los in’n Holde!" ist am Sonnabend, 20. Juli, auf der Freilichtbühne.

Dabei seien die Proben ziemlich durchwachsen verlaufen, wie Regisseurin Marita Coels berichtet. Verantwortlich dafür sei unter anderem der kurzfristige Ausfall eines der Darsteller gewesen. Meiko Lindhorst brach sich vor kurzem den Mittelfuß, und so musste seine Rolle neu besetzt werden. Ein Haufen Arbeit, nicht nur für Jürgen Reimers, der einsprang, sondern auch für seine Kollegen, da die Proben bereits weit fortgeschritten waren. Dennoch war die Stimmung bei der Kostümprobe ausgelassen, was nicht zuletzt an der teilweise sehr komödiantisch anmutenden Garderobe lag, die die Schauspieler zum ersten Mal präsentierten. "Das ist eigentlich die schönste Phase der Proben", sagt Silke Sonnenberg, Mitglied der Holtebütteler Plattsnackers. Da konnte es auch schon mal vorkommen, dass die Ernsthaftigkeit in manchen Szenen auf der Strecke blieb, etwa, wenn einem Darsteller auf einmal das Toupet vom Kopf fiel.

Bevor die Proben überhaupt beginnen konnten, stand der Verein, der seit 1965 auf der Freilichtbühne in Holtebüttel auftritt, wie fast in jedem Jahr vor dem gleichen Problem. "Es ist nicht einfach, ein modernes Stück zu finden, das auch für die Freilichtbühne geeignet ist", erzählt Regisseurin Coels. Fast immer liefe es dann darauf hinaus, dass der ausgewählte Text erst ins Plattdeutsche übersetzt werden müsse. So auch in diesem Jahr, in dem die Wahl am Ende auf das Lustspiel "Natur pur" von Bernd Gombold fiel. Coels und Holger Intemann sorgten für eine passende Übersetzung.

Das Stück handelt von den turbulenten Ereignissen am 75. Geburtstag von Oma Maria, die ihre zerstrittene Verwandtschaft zu diesem Anlass in eine alte Hütte im Wald einlädt. Das stößt bei dieser allerdings nur auf wenig Gegenliebe. Erst als Oma Maria in der Hütte einen schwarzen Beutel mit wertvollem Inhalt findet, hellt sich die Stimmung der Anwesenden auf. Mit der Entdeckung spitzt sich allerdings auch die Handlung weiter zu, da immer neue Personen auftauchen, die Interesse an dem geheimnisvollen Beutel haben.

Ein weiteres Problem, das die Theatergruppe bereits seit Jahren beschäftige, sei der mangelnde Nachwuchs. "Es ist schwierig, die Rollen immer passend zu besetzen, wenn es keine jüngeren Darsteller in den eigenen Reihen gibt", klagte Sonnenberg. Umso glücklicher sei man, dass die 22-jährige Vanessa Radtke in diesem Jahr ihr Debüt auf der Freilichtbühne gibt. Dafür wird eigens für sie sogar eine Ausnahme gemacht. "Meine Rolle wurde nicht ins Plattdeutsche übersetzt", sagte sie.

Die Holtebütteler Plattsnackers führen das Stück an zehn Terminen auf: Sonnabend, 20. Juli; Sonntag, 21. Juli; Mittwoch, 24. Juli; Sonnabend, 27. Juli; Sonntag, 28. Juli; Mittwoch, 31. Juli; Freitag, 2. August; Sonnabend, 3. August und Sonntag, 4. August, jeweils ab 20 Uhr. Hinzu kommt eine Sondervorstellung am Freitag, 26. Juli, bereits um 16.30 Uhr. Karten gibt es vorab unter der Telefonnummer 04232/1240.

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