Online-Kfz-Zulassung im Kreis Verden

Kreis sieht bei Online-Autozulassungen „viel Luft nach oben“

Während die Zulassungsstelle im Verdener Kreishaus pro Jahr rund 20.000 Neuanmeldungen und Umschreibungen von Autos mit Ortstermin bearbeitet, waren es im Jahr 2020 digital etwas mehr als hundert Vorgänge.
13.01.2021, 15:55
Lesedauer: 2 Min
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Kreis sieht bei Online-Autozulassungen „viel Luft nach oben“
Von Kai Purschke

Vor gut einem Jahr ist die dritte Stufe des bundesweiten Projekts der internetbasierten Fahrzeugzulassung, kurz i-Kfz, im Landkreis Verden gestartet. Jetzt hat die Kreisverwaltung die Nutzerzahlen für das Jahr 2020 bekannt gegeben, die zwar gesteigert werden konnten, aber noch immer vergleichsweise gering ausfallen. „Wir verzeichneten 37 Zulassungen und 71 Abmeldungen online. „Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt Kfz-Zulassungsstellenleiter Marcel Dorsch.

Dabei könnten Bürger mittlerweile auf den Besuch der Zulassungsstelle verzichten, denn „Fahrzeuge können online unter anderem angemeldet und abgemeldet werden“, wie Dorsch erklärt – auch Adressänderungen seien nunmehr auf digitalem Wege möglich. Dieses digitale Angebot, das stufenweise ausgebaut wurde, soll unter der Federführung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur die Fahrzeugzulassung bundesweit einfacher, bürgerfreundlicher und effizienter gestalten.

Wie berichtet, hatten den Online-Service nach seinem Start im Dezember 2019 nur sehr wenige Menschen genutzt. Bis etwa März 2020 gab es gerade mal drei Abmeldungen, zwei Adressänderungen und eine Umschreibung, wie Dorsch seinerzeit ausführte. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hatte es offline knapp über 20.000 Neuanmeldungen und Umschreibungen von Fahrzeugen gegeben, insgesamt waren im Landkreis Verden in dem Jahr rund 126.000 Kfz zugelassen. Das waren im Schnitt pro Monat rund 1600 Vorgänge. Die knapp über hundert Online-Vorgänge, die es im vergangenen Jahr gab, entsprechen gerade mal weniger als zehn Vorgängen pro Monat.

Als möglichen Grund für die geringe Bereitschaft der Menschen, den scheinbar bequemeren Online-Weg zu wählen, hatte Dorsch bereits die technischen Hürden ausgemacht. Denn einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit i-kfz genutzt werden kann: „Die antragstellende Person muss im Besitz eines neuen Personalausweises (nPA) mit freigeschalteter Onlinefunktion (eID) oder eines elektronischen Aufenthaltstitels (eAT) mit entsprechend freigeschalteter Funktion sein und über ein Kartenlesegerät oder ein Smartphone verfügen“, fasst sie die Kreisverwaltung zusammen. Als Online-Bezahlverfahren werde Giropay akzeptiert, das unter anderem von den Sparkassen und Volksbanken angeboten werde.

Darüber hinaus können – je nach Zulassungsart – vorgangsspezifische Unterlagen wie eine EVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung), der Nachweis der gültigen Hauptuntersuchung oder die Bankverbindung der antragstellenden Person erforderlich sein. Diese Unterlagen seien allerdings auch bei einer Vorgangsbearbeitung vor Ort in der Zulassungsstelle notwendig. Sofern neue Fahrzeugdokumente sowie HU- und Siegel-Plaketten benötigt werden, werden diese nach der Online-Beantragung von der Zulassungsstelle per Post an den Fahrzeughalter übersandt. Die Zulassung wird in einem solchen Fall erst drei Tage nach dem Versand der Unterlagen durch die Zulassungsstelle gültig. „Ein sofortiges Losfahren ist nicht möglich“, betont die Kreisverwaltung.

Dieses i-kfz-Portal ist über die Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-verden.de/i-kfz erreichbar.

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