Bodycams für Ordnungshüter

Polizei nutzt nun Bodycams

Acht Körperkameras sollen ab sofort bei Polizeieinsätzen im öffentlichen Raum im Kreis Verden filmen. Die Polizei verspricht sich davon mehr Sicherheit für die Beamtinnen und Beamten und mehr Transparenz.
18.06.2020, 17:46
Lesedauer: 2 Min
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Von Undine Mader und Kai Purschke

Polizistinnen und Polizisten sollen bekanntermaßen Straftaten verhindern, eingreifen und aufklären, doch sie werden auch selbst Opfer von Straftaten. Im Jahr 2019 wurden in den Landkreisen Verden und Osterholz beispielsweise 64 Fälle gezählt, bei denen 33 Polizistinnen und Polizisten verletzt wurden. Die Zahl der beteiligten Opfer lag dabei auf Polizeiseite noch höher: bei 138 Frauen und Männern.

Seit ungefähr drei Jahren bewege sich die Zahl dieser Straftaten auf gleichbleibendem Niveau, erklärte nun die Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Für mehr Sicherheit der Ordnungshüter sollen ab sofort Kameras sorgen, die die Polizistinnen und Polizisten am Körper tragen. Das gibt der kleinen schwarzen Box im Schulterbereich der Uniform auch ihren Namen: Bodycam. Acht Stück sind ab sofort in den Landkreisen Verden und Osterholz im Einsatz, hat Polizeisprecherin Sarah Humbach mitgeteilt.

Eigens dafür geschulte Polizistinnen und Polizisten werden die Körperkameras offen an ihren Uniformen tragen, zusätzlich sind sie mit der Aufschrift „Videoaufzeichnung“ gekennzeichnet. Zudem kündigen sie den Einsatz der Kameras an, schilderte Sarah Humbach. Das soll potenzielle Gewalttäter und -täterinnen abschrecken.

„Gerade zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen vor respektlosem und aggressivem Verhalten soll der Einsatz von Bodycams beitragen. Die präventive Wirkung kann insgesamt zu einer Deeskalation von solchen Einsätzen beitragen“, sagt Polizeioberrat der Polizeiinspektion Verden/Osterholz und Achims Ex-Polizeichef Thorsten Strier. Des Weiteren können Aufzeichnungen von Bodycams auch als objektives Beweismittel dienen sowie helfen, Einsatzverläufe besser nachvollziehen zu können. Das gewährleiste „auch eine Transparenz in Bezug auf polizeiliche Maßnahmen“.

Die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz der Bodycams finden sich in Paragraf 32, Absatz 4 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsgesetzes, heißt es von der Polizei. Dieser erlaube, dass die Gesetzeshüter unter bestimmten Bedingungen bei der Durchführung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr oder von Maßnahmen zur Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten durch am Körper getragene Aufzeichnungsgeräte Bild- und Tonaufnahmen offen im öffentlichen Raum anfertigen. Im privaten Bereich, etwa in Wohnungen, sei der Einsatz der Körperkameras nicht erlaubt.

Die Bodycams befinden sich bis zu einer Aktivierung in einer Einsatzsituation im Stand-by-Modus. Außerdem wird durch die sogenannte Pre-Recording-Funktion auch die Situation 30 Sekunden vor Aufnahmebeginn gesichert. Diese Aufzeichnung überschreibt sich bis zur Aktivierung fortlaufend selbst. Wenn die Aufzeichnungen der Bodycams nicht als Beweismittel dienen, werden sie schließlich nach 28 Tagen gelöscht, betonte Sarah Humbach.

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