NABU kritisiert Kies- und Torfabbau 'Raubbau an der Natur'

Landkreis Verden. Der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) protestiert gegen die Ausweisung von Abbauflächen für Kies und Torf im Landkreis Verden. 'Von der Öffentlichkeit bisher unbemerkt, plant die niedersächsische Landesregierung riesige neue Abbaugebiete für Torf und Kies im Landkreis Verden', erklärt der Kreisvorsitzende des NABU, Bernd Witthuhn.
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'Raubbau an der Natur'
Von Ralf Michel

Landkreis Verden. Der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) protestiert gegen die Ausweisung von Abbauflächen für Kies und Torf im Landkreis Verden. 'Von der Öffentlichkeit bisher unbemerkt, plant die niedersächsische Landesregierung riesige neue Abbaugebiete für Torf und Kies im Landkreis Verden', erklärt der Kreisvorsitzende des NABU, Bernd Witthuhn.

Laut Witthuhn soll zwischen Badenermoor und Posthausen ein 157 ha großes Moorgebiet als Vorranggebiet für den Torfabbau und in der Achim-Bierdener Marsch eine Fläche von 76 Hektar für den Kiesabbau neu ausgewiesen werden.

Der NABU lehnt die Pläne entschieden ab und fordert den Erhalt der Landschaften. 'Die Pläne verstoßen klar gegen die Festlegungen im Landschaftsrahmenplan', betont Witthuhn. 'Das Moorgebiet wurde zu Beginn der 80er-Jahre sogar in das Moorschutzprogramm der damaligen Landesregierung aufgenommen. Nun ist davon keine Rede mehr. Hier soll ganz offenbar Lobbypolitik für die Torfindustrie betrieben werden. Torf gehört ins Moor und nicht in den Garten.'

Moore sind nach Aussage des NABU wichtig für den Natur- und Klimaschutz und müssen daher unbedingt erhalten bleiben. Ziel müsse die Wiedervernässung und nicht die Zerstörung sein. Beim Entwässern von Mooren und dem Abbau von Torf würden riesige Mengen CO2 freigesetzt.

Weiter fordert der NABU auch einen Erhalt der Heckenlandschaft in der Achim-Bierdener Marsch, die unter Landschaftsschutz steht.

Der NABU bittet die Bevölkerung und die betroffenen Kommunen, sich gegen die Pläne zu wehren und mit den örtlichen Landtagsabgeordeten zu sprechen. Noch gäbe es eine Chance, dass die Pläne geändert werden. Eingesehen werden können die Pläne unter www.lrop-online.de im Internet.

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