Neue Allgemeinverfügung

Schulen gehen für zwei Wochen in Wechselbetrieb

Ab dem 23. November gilt im Landkreis Verden eine neue Allgemeinverfügung. Für zwei Wochen gehen dann alle Schulen in den Wechselbetrieb, denn der Inzidenzwert im Landkreis ist noch immer überdurchschnittlich.
17.11.2020, 15:43
Lesedauer: 3 Min
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Schulen gehen für zwei Wochen in Wechselbetrieb
Von Elina Hoepken
Schulen gehen für zwei Wochen in Wechselbetrieb

Außerhalb der Unterrichtsräume im Schulgebäude und auf dem Schulgelände ist auch im Wechselbetrieb weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Björn Hake

Alle allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis Verden gehen von Montag, 23. November, an für zwei Wochen in das so genannte Szenario B, dem Wechsel von Präsenzunterricht in halbierten Klassen und dem verpflichtenden Lernen zu Hause. Das hat der Landkreis Verden mitgeteilt. Gleichzeitig gilt für den Berufsschulunterricht im Rahmen der dualen Ausbildung an den Berufsbildenden Schulen Verden für zwei Wochen das Szenario C. Danach lernen Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Lehrkräfte komplett von zu Hause aus. Dieses Szenario betrifft auch einzelne soziale, medizinische und pflegerische Bildungsgänge der BBS. All das ist Inhalt der neuen Allgemeinverfügung des Landkreises, die an diesem Freitag im Amtsblatt veröffentlicht wird und vom 23. November bis 4. Dezember gültig ist.

Das Wechselmodell sieht einen Präsenzunterricht von gleichzeitig maximal 16 Schülern pro Klasse vor. Innerhalb der Lerngruppen muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet sein. Das Tragen einer Alltagsmaske im Unterricht entfällt. Außerhalb der Unterrichtsräume im Schulgebäude und auf dem Schulgelände ist weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Inzidenzwert weiter überdurchschnittlich

„Der Landkreis hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die 7-Tage-Inzidenz immer noch überdurchschnittlich ist und allein am vergangenen Wochenende für rund 300 Schülerinnen und Schüler die Quarantäne angeordnet werden musste. Dazu kamen drei weitere Schulen, und damit mittlerweile mehr als die Hälfte aller Schulen, die in das Wechselmodell überführt wurden“, erklärt Landrat Peter Bohlmann.

Das Wechselmodell habe sich aufgrund des drastischen Fallzahlenanstiegs im Landkreis bereits zum Standard entwickelt, berichtet Bohlmann. Mit den Gymnasien und den Berufsbildenden Schulen befänden sich bereits rund 43 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Landkreis (7350 von 17 200) in diesem Modell. Zudem sei auch nur noch eine von acht Schulen der Sekundarstufe I im Szenario A, sodass hier weitere 23 Prozent der Schüler im Landkreis (3850) im Wechselbetrieb lernen. Zusammen mit den im Wechselmodell befindlichen Grundschulen würden aktuell schon jetzt rund 75 Prozent aller Schüler im Szenario B beschult. „Wir haben trotz der geringeren Betroffenheit des Primärbereichs keine Sonderregelung für die Grundschulen getroffen, weil sich auch hier Fallzahlensteigerungen abzeichnen und eine hohe Zahl an Quarantäneanordnungen zu treffen ist“, erläutert Bohlmann.

Hohes Infektionsgeschehen an den BBS

Für die Berufsbildenden Schulen sieht die Allgemeinverfügung einen Wechsel für die betriebliche Ausbildung ins Homeschooling vor. Lediglich Unterrichte in Blockform in festen Gruppen und über einen längeren Zeitraum bleiben davon unberührt. Das Szenario C gilt auch für die Bildungsgänge Sozialpädagogik und sozialpädagogische Assistenz, für medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte sowie für die Bildungsgänge Altenpflege, Pflegekraft und Pflegeassistenz. Ein Großteil der Vollzeitschülerinnen und -schüler an der BBS verbleibt jedoch im Wechselmodell.

„Wir beobachten an den Berufsbildenden Schulen ein wesentlich höheres Infektionsgeschehen“, erklärt Bohlmann den Schritt. Diese Schülergruppe habe durch ihre Verortung in den verschiedenen Betrieben aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern und aufgrund des Kreisgrenzen übergreifenden Einzugsbereichs der BBS viele Außenkontakte. Hier gelte es potenzielle Übertragungspunkte zu reduzieren. Auch stelle die Herausnahme dieser Berufsgruppen einen weiteren Schutz für die Kinderbetreuung und die Gesundheitseinrichtungen dar.

Im Landkreis sind mit Stand Dienstagmorgen, 8 Uhr, insgesamt 1443 Personen nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bedeutet eine Zunahme um nur vier Fälle. 954 Covid-19-Patienten (plus 32 im Vergleich zum Vortag) sind inzwischen wieder genesen und aus der häuslichen Quarantäne entlassen. 475 Personen im Landkreis sind damit aktuell infiziert. Es befinden sich weitere 729 Kontaktpersonen in Quarantäne. 15 Personen werden aktuell stationär behandelt. Bislang sind 14 Menschen im Landkreis am Coronavirus gestorben. Der Wert der kumulativen Inzidenz der letzten sieben Tage (bezogen auf 100 000 Einwohner) ist auf 180,8 zurückgegangen.

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