Auswirkungen auf Schulbetrieb

Neue Corona-Fälle an mehreren Schulen

Der Inzidenzwert liegt im Landkreis Verden aktuell bei 178,7. Einige Schulen sind daher nun nach mehreren dort gemeldeten Corona-Fällen wieder zum Unterricht im Wechselbetrieb zurückgekehrt.
01.11.2020, 17:51
Lesedauer: 3 Min
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Neue Corona-Fälle an mehreren Schulen
Von Elina Hoepken
Neue Corona-Fälle an mehreren Schulen

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Verden ist weiter gestiegen.

Björn Hake

Über das Wochenende hat das Gesundheitsamt des Landkreises Verden weitere Corona-Fälle in Schulen verzeichnet. Neben dem bereits am Donnerstag bekannt gewordenen Fall an der Grundschule Dörverden sind nach Angaben des Landkreises jetzt vier weitere Schulen von weitergehenden Maßnahmen betroffen. An den Berufsbildenden Schulen Verden gibt es mittlerweile drei positiv getestete Schüler in drei unterschiedlichen Berufsschulklassen. Das berufliche Gymnasium ist davon unberührt. Für die betroffenen Klassenverbände wurde die übliche 14-tägige Quarantäne nach dem letzten Kontakt ausgesprochen. Ab diesem Montag wechselt die Schule für die Dauer der Quarantäne in das sogenannte Wechselmodell, also den Unterricht in geteilten Lerngruppen.

An der Freien Rudolf-Steiner Schule in Ottersberg wurde ein Schüler der 2. Klasse positiv getestet. Für die betroffene Klasse wurde Quarantäne angeordnet. Der Grundschul- sowie der Sekundarstufenbereich I der Schule geht jetzt in den wechselweisen Schichtbetrieb. Und auch im Gymnasium am Markt in Achim ist eine Schülerin einer 8. Klasse von einer Corona-Infektion betroffen. Die Klasse befindet sich in Quarantäne. Für die nächsten beiden Wochen wird der Unterricht an der Schule wieder in geteilten Gruppen erteilt.

Infektionsschutzmaßnahmen wurden laut Landkreis vorsorglich auch für die Grundschule Posthausen angeordnet. Zwar gibt es bislang keinen positiv Fall eines Schülers, jedoch waren die Eltern mehrerer Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zudem zeigt eine Mitarbeiterin der Schule Symptome, wartet aber noch auf ihr Testergebnis. Die Grundschule wechselt für eine Woche in den schulischen Schichtbetrieb.

Hinsichtlich der vier von Corona-Fällen betroffenen Pflegeeinrichtungen im Landkreis lagen am Sonntag noch nicht alle Testergebnisse vor. Grund waren die ausgeschöpften Labortestkapazitäten. In der Pflegeeinrichtung Haus in der Bürgerei in Thedinghausen hat die Zweittestung der betroffenen Pflegestation sieben weitere positive Testergebnisse erbracht. Damit sind dort jetzt insgesamt 16 Bewohner und vier Pflegekräfte von Coronavirus-Infektionen betroffen. In dem Ottersberger Pflegeheim, in dem in der vergangenen Woche der Positivfall einer Pflegekraft bekannt geworden war, wurden durch die Testung der betroffenen Station und Mitarbeiterschaft zwei Bewohner als positiv identifiziert. Für die Pflegeeinrichtung in Achim, die vom Coronafall eines Bewohners betroffen ist, lagen die Testergebnisse am Sonntag noch nicht vollständig vor. Allerdings wurden bereits zwei weitere Bewohner sowie eine Pflegekraft labortechnisch positiv bestätigt. Auch für das Pflegeheim in Dörverden, bei dem eine Pflegekraft positiv auf das Coronavirus getestet worden war, stehen noch zahlreiche Befunde aus. Die vorliegenden Tests für dieses Haus waren bislang negativ.

Im Landkreis Verden sind nach Angaben des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes mit Stand Sonntagmorgen (9 Uhr) 861 Personen nachweislich positiv auf das Coronavirus getestet. Das bedeutet im Vergleich zum vergangenen Freitag, wo die Zahl verglichen mit dem Vortrag bereits um 75 Fälle gestiegen war, noch einmal eine Zunahme um 39 Fälle. Der Wert der kumulativen Inzidenz der letzten sieben Tage (bezogen auf 100 000 Einwohner) liegt damit im Landkreis Verden aktuell bei 178,7.

Laut der neuen Corona-Verordnung, die an diesem Montag in Kraft tritt, haben die 50er- und 100er- Indzidenzwertgrenzen konkrete Auswirkungen auch im Hinblick auf den Schulbetrieb. So ist jetzt das Tragen einer Mund- Nasen-Bedeckung in Schulen ab der fünften Klasse automatisch vorgeschrieben, wenn der Landkreis die Grenze von 50 überschreitet. Zuvor hätte laut Landkreis Verden nur das Gesundheitsamt das Tragen einer Alltagsmaske entsprechend dem Infektionsgeschehen anordnen können. „Das Land hat jetzt für Klarheit gesorgt“, sagt Landrat Peter Bohlmann. Liegt die Inzidenz indes über 100 und werden gleichzeitig an einer Schule konkrete Quarantäneverfügungen ausgesprochen, so sieht die Verordnung vor, dass der Unterricht die nächsten vierzehn Tage in geteilten Lerngruppen, dem sogenannten Wechselmodell oder Schichtbetrieb, erteilt wird. Diese Maßnahmen wurden nun bereits an mehreren Schulen im Landkreis ausgesprochen.

Mit Blick auf das jetzt geschnürte Paket an Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern müsse, laut Landrat Bohlmann, immer darauf abgestellt werden, dass die Maßnahmen fachlich begründet und verhältnismäßig seien. Von daher würden Entscheidungen auch kleingliedrig vom Infektionsgeschehen in den jeweiligen Städten und Gemeinden abhängig gemacht, um unsachgemäße Pauschalisierungen zu vermeiden. „Entscheidend werden die nächste vier Wochen sein, ob es uns gelingt, die Infektionswelle zu brechen.“

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