Fußball-Landesliga

Frank Neubarth geht mit dem FC Verden 04 ambitioniert in die Zukunft

Frank Neubarth hat kürzlich seinen Vertrag beim FC Verden 04 um eine weitere Saison verlängert. Mit den Reiterstädtern hat der Coach in der Zukunft noch einiges vor.
10.11.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Frank Neubarth geht mit dem FC Verden 04 ambitioniert in die Zukunft
Von Maurice Reding

Es ist eine Nachricht, die durchaus überrascht hat. Der FC Verden 04 hat den Vertrag mit seinem Trainer Frank Neubarth vor anderthalb Wochen frühzeitig bis zum Ende der Saison 2021/2022 verlängert (wir berichteten). Überraschend daran war nicht die Tatsache, dass der Fußball-Landesligist seinen Coach eine weitere Saison an sich bindet, sondern der Zeitpunkt. Denn der Amateurfußball liegt aktuell – mal wieder – brach. Den gesamten November finden aufgrund des Teil-Lockdowns keine Fußballspiele im Amateurbereich statt. Wann der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann, ist nicht absehbar. Doch daran störten sich die Reiterstädter nicht. Stattdessen nahmen die Verantwortlichen die Gespräche mit ihrem Trainer auf – und vermeldeten nach kurzen Verhandlungen schnell Vollzug.

Frank Neubarth zeigt sich durchaus überrascht, dass der Verein zu so einem frühen Zeitpunkt auf ihn zugekommen ist. „Ich habe nicht zwingend damit gerechnet“, gibt der Coach im Gespräch mit unserer Zeitung zu. Dennoch einigte sich Neubarth mit den Verantwortlichen schnell auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Der Grund? „Es passt einfach. Wir kommen gut miteinander aus, haben eine Sichtweise und verstehen uns gut. Menschlich sind wir alle auf einer Wellenlänge“, spart der 58-Jährige nicht mit Lob für die Führungsriege um Verdens Sportlichen Leiter Nicolas Brunken, mit denen er die Gespräche geführt hat.

Ein weiterer wichtiger Punkt, warum Neubarth frühzeitig um eine weitere Saison verlängert hat, sind die Spieler des Landesligisten. „Die Mannschaft ist willig. Es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten“, sagt der Trainer der Reiterstädter. Besonders die Förderung der jungen Spieler liegt Neubarth am Herzen. „Wir haben viele junge Spieler. Einige von ihnen haben sich bereits festgespielt“, denkt der Coach an Spieler wie Bjarne Guth oder Lars-Benedict Buhr, der vor der Saison vom SV Teutonia Uelzen in die Reiterstadt wechselte. Auch Robert Posilek, der vom VfL Visselhövede kam, sammelte bereits einige Spielminuten. Hinzu kommen junge Spieler wie Jonas Austermann, Jan-Ole Müller oder Moritz Schmökel, die bereits in jungen Jahren zahlreiche Partien im Verdener Trikot absolviert haben. „Wir wollen die jungen Spieler weiter fördern und die Mannschaft stärker machen. Unser Nachwuchs ist gut. Wir wollen auch für den Nachwuchs in der Umgebung attraktiv sein“, sagt Neubarth.

Der ehemalige Profi des SV Werder Bremen ist seit Ende April 2019 Trainer des FC Verden 04. Neubarth folgte auf Sascha Lindhorst und rettete den Landesligisten mit einem wahren Schlussspurt vor dem Abstieg in die Bezirksliga. In der vergangenen Saison stand für die Verdener nach dem coronabedingten Saisonabbruch Platz acht zu Buche. Aktuell steht die Neubarth-Elf nach fünf absolvierten Partien auf Rang sechs. „Wir wollen auch mal eine Saison von A bis Z umsetzen“, spricht Neubarth den Saisonabbruch in der vergangenen Spielzeit, die zweiwöchige Quarantäne in dieser Saison sowie die aktuelle Aussetzung des Spielbetriebs an.

Von seinen Ideen hat der Verdener Coach in anderthalb Jahren Amtszeit daher auch noch nicht alle umgesetzt. „Man muss auch immer gucken, wie es beruflich bei den Jungs mit dem Training klappt. Wir trainieren dreimal in der Woche. Bis man da was einstudiert hat, dauert es. Die Quarantäne und die Abbrüche sind ärgerlich, weil man ein Stück weit zurückgeworfen wird. In der Vorbereitung hatten wir leider viele Verletzte, wodurch man nicht so vorankommt, wie man möchte. Ich sehe uns dennoch auf einem guten Weg, auch wenn wir noch Zeit und Geduld brauchen“, sagt Neubarth.

Die Mannschaft setze in der aktuellen Saison bereits einiges von dem um, was der Coach von ihr erwartet. „Wir versuchen, den Gegner schnell unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Das ging in der letzten Saison nicht, weil die Art des Spiels auch immer auf die Spieler ankommt. Diesmal passt es besser. Wir versuchen, offensiv und auch für den Zuschauer zu spielen. Wenn er nach Hause geht, soll er einen schönen Nachmittag gehabt haben“, erklärt Neubarth die Spielweise, die er auf dem Platz sehen will. Der 58-Jährige, der in der Saison 2002/2003 den FC Schalke 04 in der Bundesliga coachte, sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial. „Wir haben einige Torchancen nicht genutzt. Das muss noch besser werden, ist aber auch ein Lernprozess. Im Mittelfeld und in der Defensive müssen wir noch besser stehen und nachrücken. Wenn die Jungs mitziehen, haben wir auch Erfolg“, sagt Neubarth.

Über den FC Verden 04 spricht der Trainer in den höchsten Tönen. „Den Verein zeichnet das wunderbare Miteinander aus. Alle kommen sehr gut miteinander aus. Den Jungs wird privat und beruflich geholfen. Die Leute im Verein haben keine verrückten Ideen. Man kann sich auf jeden verlassen. Hinzu kommen die ordentlichen Trainingsmöglichkeiten. Das ist nicht unwichtig und daher ein sehr attraktives Paket“, weiß Neubarth, was er an den Reiterstädtern hat.

Bis sein Vertrag endet, steht für den Coach die Weiterentwicklung im Fokus. „Wir wollen als Mannschaft stärker werden und an die Spitze ranrücken“, gibt Neubarth die Marschroute vor. Dass die Verdener bereits mit den Spitzenteams mithalten können, haben sie in dieser Saison gegen den MTV Treubund Lüneburg gezeigt, den sie mit 2:0 besiegten. Auch gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf agierten die Reiterstädter lange auf Augenhöhe, mussten sich am Ende aber mit 0:3 geschlagen geben. „Ahlerstedt hat uns die Grenzen aufgezeigt. Da geht uns die Stabilität ab“, will Neubarth noch an den richtigen Stellschrauben drehen.

Gelingt es den Verdenern, Konstanz in ihre Leistungen zu bringen, ist eine Platzierung im oberen Tabellendrittel im Bereich des Möglichen. Den Grundstein für weitere Erfolge hat der Landesligist mit der Vertragsverlängerung des Trainers gelegt.

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