Fußball-Bezirksliga

Von Euphorie bis Abstiegsangst

Drei Teams aus dem Landkreis Verden spielen in dieser Saison in der zweiten Bezirksliga-Staffel. Aktuell befinden sie sich coronabedingt in einer Zwangspause. Eine Bestandsaufnahme.
19.11.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dennis Glock
Von Euphorie bis Abstiegsangst

Der TSV Fischerhude-Quelkhorn hat es geschafft, die Aufstiegseuphorie mit in die laufende Saison zu nehmen.

Björn Hake

Die hiesigen Fußballer haben nach der Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV), den Spielbetrieb bis Jahresende auszusetzen, vorzeitig Winterpause. Während sich in Staffel 1 der Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 gleich sieben Mannschaften aus unserem Verbreitungsgebiet tummeln, sind es in der zweiten Staffel lediglich drei. Doch auch hinter ihnen liegen ereignisreiche Monate, die wegen der Corona-Pandemie besonders sind. In Teil zwei unserer Analyse blicken wir darauf, wie sich das Trio in Staffel 2 bis zur Zwangspause geschlagen hat.

Mit Ruhe zum Erfolg

Beim SV Vorwärts Hülsen ist die Stimmung gut. Der SVV spielt bis dato eine beeindruckende Saison und steht in der zweiten Staffel auf dem dritten Tabellenplatz – einen Punkt hinter dem Tabellenführer FC Hambergen. Die größte Stärke der Elf von Coach Jan Twietmeyer ist in dieser Saison die Konstanz. Denn Woche für Woche fuhren die Hülser ihre Punkte ein und kletterten in der Tabelle immer weiter nach oben.

SPORT //  FSV Langwedel-Völkersen - SV Vorwärts Hülsen

Sebastian Koltonowski und der SV Vorwärts Hülsen spielen bisher stark auf und liegen nur einen Punkt hinter der Tabellenspitze.

Foto: Björn Hake

Ein wichtiger Faktor war hierbei die Ruhe, die vom Coach ausging. Twietmeyer legte vor jeder Partie den Fokus auf sein Team und wollte sich nicht explizit mit den Stärken und Schwächen des Gegners befassen. Die harte Arbeit im Training wurde auf diese Weise stets belohnt. Erst kurz vor der Unterbrechung leistete sich Hülsen mit dem späten Gegentor gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck (0:1) die erste Saisonniederlage. Sollte der SV Vorwärts Hülsen auch nach dem Re-Start eine derartige Konzentration an den Tag legen, so ist der Sprung in die Aufstiegsrunde definitiv möglich.

Euphorie ist geblieben

Zu Beginn der Saison sahen die Vorzeichen für den TSV Fischerhude-Quelkhorn nicht allzu gut aus. Mit Stürmer Lukas Klapp fiel der beste Offensivmann wegen einer schweren Verletzung langfristig aus. Den Schock wusste das Team des Trainerduos Matthias Warnke/Yannick Becker aber zu überwinden und präsentierte sich von einer angriffslustigen Seite. Nachdem die erste Partie gegen Meisterschaftsaspirant FC Hambergen deutlich mit 0:7 verloren gegangen ist, sammelte der Aufsteiger in den folgenden Spielen eifrig Punkte. So gewannen die Grün-Schwarzen gegen den SV Komet Pennigbüttel (4:2) und den SV Löhnhorst (2:1) verdient und fuhren die ersten Saisonzähler ein.

Auch im Derby gegen den TV Oyten präsentierten sich die Fischerhuder sehr stark und gewannen mit 2:1. Die darauffolgenden Unentschieden gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck (2:2) und die TuSG Ritterhude (0:0) zeigten allerdings die Tatsache auf, dass das junge Team vor dem gegnerischen Tor um einiges kaltschnäuziger werden muss. Dies ist auch den Coaches bewusst, die mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein können. Mit insgesamt elf Punkten aus sieben Partien findet sich Fischerhude auf dem sechsten Tabellenplatz der zweiten Staffel wieder. Dieser Platz entspricht am Ende einer Teilnahme an der Abstiegsrunde. Zwar geht es für den Aufsteiger in dieser Saison nur um den Klassenerhalt, doch wenn der TSV weiter so punktet, ist mit ein bisschen Glück auch mehr möglich.

Desolater Saisonverlauf

In der vergangenen Spielzeit feierte der TV Oyten in der Fußball-Bezirksliga erst nach dem zehnten Spieltag dank eines 4:2-Erfolgs beim 1. FC Rot-Weiß Achim den ersten Saisonsieg. Zuvor gelang der Elf von Trainer Axel Sammrey in neun Partien lediglich zwei Unentschieden. Einen ähnlichen Saisonstart legten die Oytener auch in dieser Saison hin, nur noch schlechter. Der TVO ziert mit null Punkten das Tabellenende der Staffel 2 und hat damit alle sieben Ligaspiele verloren.

SPORT // Fußball-Testspiel TB Uphusen - TV Oyten

Für den TV Oyten um Nico Oetting ist es eine verkorkste Spielzeit. Der TVO hat bislang jede Partie verloren.

Foto: Björn Hake

Trotz des desolaten Saisonverlaufs war die Sammrey-Elf des Öfteren nah dran an etwas Zählbarem. So ging das Schlusslicht beispielsweise am zweiten Spieltag gegen den derzeitigen Spitzenreiter FC Hambergen mit 1:0 in Führung. In der Nachspielzeit gelang dem Favoriten aber dennoch der Lucky Punch zum 2:1-Sieg. Ähnlich sah es auch im Duell mit dem SV Vorwärts Hülsen aus. Der TVO drehte nach schwacher Anfangsphase noch die Partie und führte verdient mit 2:1. Nach dem Seitenwechsel verfiel die Mannschaft aber wieder in alte Muster und geriet mit 2:4 unter die Räder. Der Coach sieht in den zahlreichen Abgängen die Gründe für die bis dahin verkorkste Saison. Gelingt dem TV Oyten nach dem Re-Start nicht die erhoffte Wende, so könnte nach fünf Jahren Bezirksliga womöglich wieder der Absturz in die Kreisliga folgen.

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