Leichtathletik

Fünf Landesmeistertitel für die LG Kreis Verden

Die Leichtathleten der LG Kreis Verden haben bei der Landesmeisterschaft in Göttingen kräftig abgeräumt. Sie fuhren gleich fünf Landesmeistertitel ein.
21.06.2021, 15:37
Lesedauer: 4 Min
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Von Helmut Behrmann
Fünf Landesmeistertitel für die LG Kreis Verden

Inga Wedig schleuderte die Kugel zweimal über zwölf Meter und stellte ihren Jugend-Kreisrekord ein. Damit sicherte sie sich zwei Landesmeistertitel.

Helmut Behrmann

„Das war ein cooles Wochenende, hat Spaß gemacht!“ – so lautete der treffende Kommentar von U20-Weitsprung-Landesmeisterin Kajsa Gerkens zu der an drei Hitzetagen in Göttingen ausgetragenen Landesmeisterschaft für Männer, Frauen und die Jugendklassen U20, U18 und U16. Außer Gerkens wurden folgende Leichtathleten der LG Kreis Verden Landesmeister: Jonas Pannevis für Niedersachsen und Bremen über 400 Meter Hürden der Männer, Inga Wedig als Doppelmeisterin im Kugelstoß der Frauen und der U20-Jugend sowie Imke Müller über 1500 Meter der U20-Jugend. Jonas Pannevis hatte 2014 als U20-Jugendlicher erstmals den 400-Meter-Hürdenlauf der Männer gewonnen, wurde 2015 und 2016 jeweils Zweiter und ist seit 2017 nun fünfmal in Folge ungeschlagen. Diesmal begnügte er sich mit 54,32 Sekunden und hofft, bei den niederländischen Meisterschaften wieder schneller laufen zu können.

Doppelmeisterin mit der Vier-Kilogramm-Kugel wurde Inga Wedig, die am Sonnabend zunächst mit 12,30 Meter den Frauenwettbewerb gewann und einen Tag später mit 12,63 Meter sichere Jugendmeisterin wurde und dabei ihren eigenen Jugend-Kreisrekord einstellte. Auch mit dem Diskus trat sie in beiden Altersklassen an. Im Frauenwettbewerb flog das ein  Kilogramm schwere Gerät auf die persönliche Bestweite von 36,19 Meter und damit auf Rang vier. 34,70 Meter brachten der Verdenerin auch im Jugendwettbewerb Rang vier ein. Einen weiteren Kreisrekord stellte am Freitagabend Kajsa Gerkens auf. Im als Fitnesstest nach heftigen Allergieproblemen gedachten Dreisprungwettbewerb der Frauen steigerte sie sich als Fünfte auf 11,65 Meter und verbesserte ihren für die U20-Jugend und Frauen geltenden Rekord um satte 48 Zentimeter.

Imke Müller läuft vorne mit

Zwei besonders beeindruckende Leistungen gelangen U20-Läuferin Imke Müller. Sie hatte beim Verdener Abendsportfest kürzlich mit 2:19,30 Minuten eine persönliche Bestzeit über 800 Meter erreicht und steigerte sich am Freitagabend um fünf Sekunden auf 2:13,99 Minuten. In einem spannenden Rennen führte die Verdenerin bei 400 Meter mit 67,46 Sekunden das Läuferfeld gegen vermeintlich schnellere Gegnerinnen an und wurde erst auf den letzten Metern mit 2:13,68 Minuten für Smilla Kolbe aus Hannover zu 2:13,99 Minuten überspurtet.

Einen Tag später hieß die Favoritin über 1500 Meter Marit Schute vom VfL Löningen, deren Bestzeit bei 4:43 Minuten liegt. Für Imke Müller war es dagegen der erste Lauf über diese Strecke, und auch hier zeigte sie sich selbstbewusst von Anfang an in der Spitzengruppe. Auf den letzten 200 Metern setzte sie sich von der Konkurrenz ab und siegte am Ende mit 5:50,16 Minuten sicher mit deutlichem Vorsprung. Mit beiden Leistungen hat Imke Müller somit die Qualifikationsnormen für die Deutsche Jugendmeisterschaft erfüllt.

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Kajsa Gerkens verbesserte ihren Rekord im Dreisprung gleich um etwa einen halben Meter.

Foto: Helmut Behrmann

Den fünften Landesmeistertitel für die LG Kreis Verden erkämpfte sich Kajsa Gerkens im letzten Wettbewerb der anstrengenden dreitägigen Meisterschaft. Nach einem ungültigen ersten Weitsprungversuch setzte sie sich mit 5,48 Meter an die Spitze des Wettbewerbs der U20-Jugend, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgab. Mit 5,55 Meter übertraf sie im fünften Versuch ihre persönliche Bestweite um drei Zentimeter und legte im letzten Durchgang noch einen Zentimeter drauf.

Wittboldt-Müller verfehlt Bestzeit knapp

Am zweiten Wettkampftag hatte Gerkens schon im 100-Meter-Hürdenlauf mit 14,72 Sekunden als Dritte und anschließend als zweite im Dreisprung der U20-Jugend mit 11,57 Meter zwei Medaillenpätze erreicht. Damit nicht genug: Sie trat auch noch über 100 Meter an und qualifizierte sich mit 12,79 Sekunden für den Endlauf, in dem es nach 12,86 Sekunden noch zu Platz sieben reichte. Grund zur Freude hatte am Freitagabend auch Hannah Wittboldt-Müller, die sich über 400 Meter der U18-Jugend als Zweite auf 59,27 Sekunden steigerte. Nur 27 Hundertstel fehlten ihr zur Norm für die Jugend-DM. Am Sonnabend verfehlte sie im 100-Meter-Hürdenlauf mit 15,22 Sekunden ihre Bestzeit nur knapp, über 100 Meter wurde sie im zweiten von drei Vorläufen mit 13,12 Sekunden Vierte und war damit Elfte der Gesamtwertung. Ihr Wettkampfprogramm beendete die Verdenerin am Sonntag als Neunte von 17 angetretenen 200-Meter-Läuferinnen mit 26,72 Sekunden.

Einen vierten Rang gab es für Hammerwerferin Charlotte Nolte, die das drei Kilogramm schwere Gerät auf 27,91 Meter schleuderte und damit nur knapp unter ihrem Kreisrekord blieb. Platz vier erreichte im Dreisprung der W15-Jugend auch Marit Domnick mit der persönlichen Bestweite von 9,63 Meter. Als Sechste kam auch Jessica Quint mit 9,38 Meter auf eine gute Weite. Im Diskuswurf der W14-Jugend gelang Diana Olbricht mit 21,22 Meter eine deutliche Steigerung ihrer bisherigen Bestweite um mehr als drei Meter. Das brachte ihr Rang vier ein.

Nach anstrengender Anreise hatten es im ersten Wettbewerb der Frauen am heißen Freitagabend die 1500-Meter-Läuferinnen Sophie Kohlhase, die bis zum Mittag noch ihren Polizeidienst in Bremerhaven absolvierte, und Josephine Benecke, die aus dem Berchtesgadener Land nach Göttingen kam, nicht leicht. Beiden gelangen dennoch Bestzeiten: Kohlhase landete mit 4:52,40 Minuten auf Rang fünf, Benecke mit 5:08,35 Minuten mit einer Verbesserung um vier Sekunden auf Rang zehn.

Brennecke im Pech

Ein starker fünfter Rang gelang dem Achimer U18-Läufer Felix Schubert. Über 3000 Meter verbesserte er sich in der Mittagshitze des Sonnabends um 18 Sekunden auf 10:01,84 Minuten und wird bei besseren Bedingungen sicher noch einige Sekunden zulegen können. Über 800 Meter der U20-Jugend erreichte der Verdener Jakob Gari als Siebter mit 2:09,96 Minuten seine Bestzeit nicht ganz.

Besonderes Pech erlebte Sprinter Mika Brennecke. Im zweiten von drei 100-Meter-Vorläufen kam er zeitgleich mit einem Konkurrenten im Kampf um Platz zwei auf 11,40 Sekunden. Zur Zielbildauswertung mussten die Tausendstelsekunden herangezogen werden – zum Leidwesen von Brennecke, der mit einer Tausendstelsekunde Rückstand auf Rang drei gesetzt wurde und damit als Gesamtneunter den Endlauf der besten Acht verfehlte.

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