Sport

Ein kleines Stück Normalität

Lockerungen machen Sport unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder möglich. Teils ist bereits auch Indoor-Sport erlaubt.
07.05.2020, 17:34
Lesedauer: 3 Min
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Ein kleines Stück Normalität
Von Patrick Hilmes
Ein kleines Stück Normalität

Es kann unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften wieder Sport getrieben werden – draußen aber teils auch schon in Hallen.

Björn Hake

Ein Licht am Ende des Corona-Tunnels. So können die nun in Kraft getretenen Lockerungen angesehen werden, die Sport in Teilen wieder möglich machen. Für die Athleten kehrt nun zumindest schon mal ein kleines Stück Normalität zurück. Doch Sport ist nicht gleich Sport und somit betreffen die Maßnahmen aufgrund der Coronavirus-Pandemie ebenso nicht alle Sportler gleich, wie auch nun die Lockerungen nicht alle Sportler gleichermaßen betreffen. Einige sind schon wieder mit Trainingseinheiten gestartet, manche sind mit ihren Konzepten noch ganz am Anfang, andere wiederum stehen kurz vor der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs.

Fünf-Personen-Frage beantwortet

Die Fußballer dürfen wieder auf ihre Plätze und in Fünfergruppen trainieren. Natürlich ohne Kontakt und unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Der NFV hat ein entsprechendes Konzept erstellt, an das sich alle Vereine zu halten haben. Bei den Fußballern der Region ist der FC Verden 04 weit fortgeschritten mit seinen Trainingsplanungen. Eigentlich wollte der FCV mit seiner Landesliga-Truppe bereits direkt am Mittwoch, als die Outdoor-Sportanlagen offiziell wieder geöffnet wurden, auf dem Platz stehen. Doch es stellte sich eine Frage, die zunächst weder der Verein noch der NFV Kreis Verden beantworten konnte. „Wir wussten nicht, was es genau mit der Fünf-Personen-Regel auf sich hatte. Dürfen auf dem Platz nur fünf Spieler trainieren, oder dürfen wir den Platz in mehrere Bereiche aufteilen, in denen jeweils fünf Spieler trainieren? Das konnte uns auch der NFV Kreis Verden nicht beantworten“, berichtet Nicolas Brunken, Sportlicher Leiter der Verdener. Mittlerweile ist diese Frage geklärt. Der NFV hielt Rücksprache mit dem Landessportbund, der sich wiederum mit dem Innenministerium abgestimmt hat. Das Ergebnis: Es gibt keine pauschale Begrenzung bei der Zahl der Trainierenden auf den Sportanlagen. Nun steht dem Verdener Trainingsstart nichts mehr im Weg. „Wir fragen gerade in der Mannschaft ab, wann wir in der nächsten Woche trainieren wollen. Zudem muss aufgrund der Hygienevorschriften noch viel organisiert werden“, erzählt Brunken.

Einen Schritt weiter als die Verdener Fußballer sind die Verdener Leichathleten. Bei der LG Kreis Verden wurde bereits am Mittwoch der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. „Birgit Schwers hat bereits mit ihrer Gruppe im Verdener Stadion wieder begonnen. Ich starte am Samstag mit zwei Athletinnen, Uwe Cordes ebenso“, berichtet Sportwart Helmut Behrmann. Starten dürfen auch die Tennisspieler sowie die Golfer damit, ihre Sportart auszuüben. Allesamt natürlich nur unter der Einhaltungen der Auflagen.

Wie die Handballer des TV Oyten mit den Neuerungen umgehen, wird nun geklärt. „Wir haben Ideen genug. Am Freitag schauen wir uns in Oyten alles an, wo und wie wir trainieren können. In der nächsten Woche wollen wir dann mit dem Vorstand sprechen und unser Konzept aufstellen. Übernächste Woche wollen wir dann mit dem Training starten. Aber wir wollen alles gut durchdenken, wir haben keinen Stress“, erzählt Coach Marc Winter. Für Tobias Naumann, Coach der SG Achim/Baden, hat sich hingegen nichts geändert. „Kontakt bleibt verboten und wir spielen eine Kontaktsportart. Die Jungs sind seit einigen Wochen individuell fleißig, daher sind bei uns keine Änderungen vorgesehen.“

Volleyballer dürfen in die Halle

Was die Handballer der Region nicht dürfen, ist den Volleyballer des TV Baden und den Prellballern des TV Sottrum hingegen erlaubt: Sie dürfen in der Halle trainieren. Der Grund ist ein Zusatz des Landessportbundes Niedersachsen (LSB). Darin heißt es: „Der Betrieb und die Nutzung auch öffentlicher und privater Indoor-Sportanlagen zum Zweck des Trainings durch Sportlerinnen und Sportler des Spitzen- und Profisports ist ausnahmsweise schon jetzt zulässig.“ Und unter die Definition der Spitzensportler fallen auch die Badener Volleyballer und Sottrumer Prellballer. „Dazu zählen auch Sportlerinnen und Sportler, die einer Mannschaft angehören, die ihre Sportart berufsmäßig ausüben beziehungsweise der 1. oder 2. Bundesliga, gleich welcher Sportart, angehören.“

Noch befinden sich aber weder die Sottrumer noch die Badener in ihren Hallen. „Erst mal müssen die Kommunen die Turnhallen freigeben. Nach meinem Kenntnisstand ist das noch nicht geschehen“, sagt Volker Heinze, Sottrums Prellballchef. Doch auch wenn die Türen der Turnhallen geöffnet werden, werden die TVS-Prellballer nicht die Halle stürmen. „Wir befinden uns eh in der Übergangsphase, da unsere Saison zu Ende ist. Daher werden wir nun nicht mit aller Macht forcieren, dass unsere Bundesliga-Prellballer in die Hallen kommen. Unser Bedarf ist einfach noch nicht so groß. Wir beschäftigen uns mehr mit der Jugend. Es ist wichtig, dass wir sie wieder zum Spielen bekommen.“

Den gleichen Fokus hat auch Badens Teammanager Peter-Michael Sagajewski: „Momentan gibt es noch keine Freigabe der Halle von der Behörde. Wir werden besprechen, wie und wann wir mit der Bundesliga-Mannschaft wieder in der Halle trainieren. Das kommt auf eine Woche nicht an. Wir schielen noch darauf, vielleicht die Norddeutsche Meisterschaft der U16 und U17, die eigentlich im Juni stattfinden sollte, im Sand ausrichten zu können.“

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