Fußball Optimismus und Zurückhaltung

Drei Teams aus dem Landkreis Verden starten am Wochenende in die neue Bezirksliga-Saison der Frauen. Die Ziele klingen bei den Klubs sehr unterschiedlich.
22.08.2019, 11:02
Lesedauer: 3 Min
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Von Andreas Ballscheidt

Landkreis Verden. Die Vorbereitung in der Frauen-Bezirksliga ist vorbei. Am Sonntag beginnt die Saison 2019/2020. Während Fischerhudes neuer Trainer Jörg Beese zuversichtlich nach vorne blickt, weil sein Team große Fortschritte machte und sich in den Testspielen gut präsentierte, ist man beim TSV Etelsen zurückhaltend. Für Interimscoach Alexander Coels geht es von Beginn an nur um den Klassenerhalt. Optimistischer geht hingegen Uwe Norden vom TSV Bassen die kommenden Aufgaben an. Der Pressesprecher erwartet von der Mannschaft viel Positives – wenn sie vom Verletzungspech verschont bleibt.

TSV Fischerhude-Quelkhorn: Jörg Beese ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitung. Der Nachfolger von Jan Blanken arbeitet inzwischen sieben Wochen mit dem Team und brennt auf die erste Aufgabe in der Liga. Allerdings ist der Start für ihn und seine Elf verzögert. Erst am Mittwoch (20 Uhr) bestreitet sein Team das erste Punktspiel. Fischerhude tritt beim MTV Jeddingen an. Der letzte Test gegen ATS Buntentor verlief gut: Die Partie endete 2:2 und Beese war davon angetan, dass seine Elf am Ende mehr zuzusetzen hatte als der Bremer Verbandsligist. „Unser erstes Ziel ist es, nicht in den Abstiegssog zu geraten. Wenn es gut läuft, kann ich mir auch vorstellen, unter den Top fünf die Serie abzuschließen“, sagt Beese, der einen Kader von insgesamt 25 Spielerinnen hat. Ein Problem hat der ehrgeizige Coach allerdings auch: „Mir fehlt der Unterbau. Eine zweite Mannschaft wäre gut. Wir können am Wochenende maximal 15 oder 16 Spielerinnen mitnehmen. Die anderen sind zum Zuschauen verdammt. Auch Spielerinnen, die nach einer Verletzung den Anschluss schaffen wollen, können nicht über eine Reserve an den Spielbetrieb herangeführt werden. Da müssen wir sehen, wie wir alle bei Laune halten können.“ Als Favoriten sieht Beese den Heeslinger SC. „In Heeslingen wurde ordentlich aufgerüstet. Die wollen unbedingt aufsteigen. Am zweiten Spieltag haben wir den HSC bei uns zu Gast. Spätestens nach dieser Partie wissen wir, wo wir stehen.“

TSV Etelsen: Erst seit fünf Jahre besteht beim TSV Etelsen die Damenfußball-Abteilung. Als Dritter der Kreisliga Verden/Osterholz gelang dem Team von Alexander Coels der Aufstieg. „Geplant war es nicht, dass wir zukünftig auf Bezirksebene spielen. Die Mädchen haben wir deshalb auch gefragt, ob sie sich tatsächlich mit den etablierten Teams aus dem Bezirk messen wollen. Und weil sie es wollen, haben wir nicht Nein gesagt“, erklärt Coels, der die Mannschaft lediglich als Interimscoach betreut: „Wir suchen noch nach einem geeigneten Trainer. Bis dahin mache ich es in Doppelfunktion.“ Coels ist noch Abteilungsleiter der Etelser Fußballer. Der Aufsteiger wurde im Vergleich zur Vorsaison auf einer Position verstärkt: Vom SV Holtebüttel kam Torfrau Janine Bohlmann. Insgesamt kann Coels auf einen Kader mit 24 Spielerinnen zurückgreifen. Besonders viel Wert legte der Coach in der Vorbereitung auf die Abwehrarbeit. Die Testspiele verliefen dabei nicht gerade optimal. Es gab hohe Niederlagen und auch im Pokal verloren die Blau-Weißen mit 0:4 deutlich gegen den Mitaufsteiger FC Hambergen. Gesetzt sind in der Abwehr Lea-Maria Ammon, Marleen Philipp und auch Mareike Biermann. Das Spiel antreiben sollen die Geschwister Jana und Verena van Veen. Im Angriff hat Coels Josefine-Marie Freese in der Hinterhand. „Wir wollen versuchen, uns teuer zu verkaufen. Wenn es gelingt nicht abzusteigen, wäre dies eine super Leistung“, sieht Coels sein Team als großen Außenseiter.

TSV Bassen: Trainer Bastian Okrongli steht eine eingespielte Mannschaft zur Verfügung, die sich seit vielen Jahren auf Bezirksebene etabliert hat. Mehrere Spielerinnen trugen das grün-rote Trikot auch schon in der Landesliga. Pressesprecher Uwe Norden, der in seinem 24. Jahr als Koordinator der Bassener Fußballerinnen arbeitet, sieht das Team in der kommenden Saison auf einem vorderen Tabellenrang. „Wir wollen guten Fußball zeigen und vor allem mit den erforderlichen kämpferischen Grundtugenden auch spielerisch überzeugen. Wenn wir von Ausfällen, wie wir sie in der vergangenen Rückrunde hatten, verschont bleiben, ist sicherlich viel Positives zu erwarten“, findet Norden, der allerdings auch anfügt: „Sollten wir jedoch wiederum viele Ausfälle zu beklagen haben, stehen wir vor keiner leichten Spielzeit.“

Trainer Bastian Okrongli muss künftig auf drei wichtige Spielerinnen verzichten. Lena Troschka (TuS Westerholz/Landesliga), Maike Grünhagen (verletzungsbedingt) und Christina Meyer (Laufbahnende) stehen ihm nicht mehr zur Verfügung. Dabei hat er mit Nina Kobelt aber eine Offensivspielerin zurück, die zuletzt beim ATS Buntentor in Bremen spielte. Im Pokalwettbewerb lief es für Bassen noch nicht rund: Das Team schied beim Kreisligisten FC Hansa Schwanewede nach einem 0:1 schon in der Qualifikation aus. Am Sonntag soll es im Derby gegen Etelsen besser laufen. „Natürlich gehen wir aufgrund unserer Routine selbstbewusst, aber auch mit dem nötigen Respekt, in dieses Spiel. Ein Selbstläufer wird es nämlich sicherlich nicht“, warnt Uwe Norden.

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