Springreiten

Auf dem Weg ins Finale

Julie Mynou Diederichsmeier startet bei den Deutschen Meisterschaften als Titelverteidigerin. Nach der ersten Qualifikationsprüfung liegt sie auf dem zehnten Rang.
04.12.2020, 16:50
Lesedauer: 3 Min
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Auf dem Weg ins Finale
Von Florian Cordes

Viele große Reitturniere sind in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus dem Kalender gestrichen worden. Die Deutsche Meisterschaft der Springreiter hat dieses Schicksal nicht ereilt. Die nationalen Titelkämpfe werden aktuell in Riesenbeck unter dem Hallendach ausgetragen – allerdings ohne Zuschauer. Für Julie Mynou Diederichsmeier ist es ohnehin ein besonderes Turnier: Die Reiterin des RV Aller-Weser ist als amtierende Deutsche Meisterin in die westfälische Region Tecklenburger Land gefahren. Nach der ersten Qualifikationsrunde sieht es für Diederichsmeier gut aus, dass sie auch in diesem Jahr das Finale erreicht.

Dass 2020 ein besonderes Jahr ist, zeigt sich nun auch bei der Deutschen Meisterschaft im Springreiten, die bei den Frauen im Rahmen eines CSI2*-Turniers vergeben wird. Denn im Vergleich zum Vorjahr, als sich Julie Mynou Diederichsmeier in Balve den Titel geschnappt hatte, werden die Meister 2020 unter dem Hallendach ermittelt. Diederichsmeier verriet im Vorfeld des Turniers in Riesenbeck in einem Interview mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), dass sie damit kein Problem habe. „Die Bedingungen sind hier optimal“, beurteilte die Reiterin des RV Aller-Weser den Austragungsort.

Rang zehn nach erster Prüfung

Bereits vor vier Wochen sei sie in Westfalen gewesen, damit ihr Pferd die Umgebung schon einmal kennenlernt. Die DM im Vorjahr gewann sie mit Carlucci. Die Titelverteidigung geht sie mit einem anderen Pferd an – und zwar mit Montania. „Sie war zuletzt besser drauf als Carlucci“, nannte die amtierende Deutsche Meisterin den Grund. Die Hoffnung, dass sie mit Montania ein gutes Turnier reitet, seien durchaus groß, sagte Diederichsmeier vor dem ersten Start.

Ihr Gefühl sollte sie nicht täuschen. Die erste Runde absolvierten Diederichsmeier und Montania fehlerfrei. Für den Parcours benötigten sie 67,17 Sekunden. In der DM-Wertung belegt das Duo aktuell den zehnten Rang. Am Finale, das am Sonnabend ab 17.30 Uhr ausgetragen wird, nehmen die zwölf besten deutschen Reiterinnen teil. Zuvor steht aber noch die zweite Qualifikationsrunde an.

Für zwei weitere Reiter des RV Aller-Weser verlief die erste Prüfung weniger gut. Mylene Diederichsmeier saß bei dem CSI2*-Springen im Sattel von Dacil. Das Duo durchritt den Parcours in 87,47 Sekunden und kam mit 16 Fehlerpunkten im Ziel an. In der Gesamtwertung der Internationalen Springprüfung belegte Mylene Diederichsmeier Rang 77. In der DM-Wertung wird sie derzeit auf Platz 26 geführt.

Ebenfalls 16 Fehlerpunkte wurden für Harm Lahde auf Oak Grove’s Americana notiert. Das Duo liegt in der offenen Wertung der Deutschen Meisterschaft, die im Rahmen eines CSI3*-Turniers vergeben wird, nach der ersten Qualifikationsrunde auf Rang 35. In der ersten Hälfte des Parcours war Lahde flott unterwegs. Danach lief es nicht mehr gut: Bei zwei Hindernissen hatten der Varster und Oak Grove’s Americana zwar die nötige Höhe. Jedoch berührte die Stute jeweils mit dem Hinterbein das Hindernis, sodass die Stangen zu Boden fielen. Das Finale (Sonntag ab 15 Uhr) der offenen Wertung ist für Harm Lahde in weite Ferne gerückt. An diesem nehmen die zwölf besten deutschen Reiter teil.

DM-Termin mehrmals verschoben

Die Austragung der Deutschen Meisterschaften im Springreiten stand im Laufe des Jahres auf der Kippe. Ursprünglich sollten die neuen Meister Anfang Mai erneut in Balve gekürt werden. Wegen der Pandemie wurde die DM in den September verschoben. Doch auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden: Aufgrund der Corona-Auflagen, die zum Beispiel keine Zuschauer in gewohntem Maße zugelassen haben, mussten die DM laut FN ganz abgesagt werden.

Schlussendlich sprang Ludger Beerbaum mit seinem Turnierzentrum Riesenbeck International als Veranstalter ein. Zunächst sollte die DM vom 12. bis 15. November über die Bühne gehen, nun ist es aber doch das erste Dezember-Wochenende geworden. „Man hat sich das ganze Jahr auf die DM gefreut. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn sie ausgefallen wäre“, ist Julie Mynou Diederichsmeier glücklich darüber, dass sie die Chance bekommen hat, im besten Fall ihren Titel zu verteidigen.

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