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Tischtennis: Vorzeitiges und versöhnliches Ende

Die drei höchsten kreisverdener Tischtennis-Teams – TV Oyten, TSV Holtum (Geest), TTC Hutbergen – können mit dem Saisonabbruch gut leben. Jedoch hat der TVO einen bitteren Abgang zu vermelden.
08.04.2020, 18:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Florian Kastens
Tischtennis: Vorzeitiges und versöhnliches Ende

Die Tischtennis-Saison ist beendet worden und alle drei kreisverdener Teams bleiben wohl in ihren Ligen.

Frank Thomas Koch

Immer mehr Sportverbände geben ihre Entscheidungen zum Umgang mit der durch den Coronavirus unterbrochenen Spielzeit bekannt. So wurde nun für die Tischtennisspieler entschieden, dass die Tabellenstände, die beim Stopp des Spielbetriebs (13. März) Bestand hatten, als Abschlusstabellen gewertet werden. Die jeweiligen Meister steigen auf, Tabellenletzter und –vorletzter müssen eine Liga runter. Eine klare Aussage gibt es auch bezüglich der Relegationsplätze: Alle potenziellen Teilnehmer werden zu Siegern der Relegation erklärt. So besitzen die jeweiligen Tabellenzweiten automatisch ebenfalls das Aufstiegsrecht. Die Tabellenachten dürfen in ihren Ligen verbleiben. Wie bewerten die Kapitäne der höchst spielenden Mannschaften im Kreis Verden diese Entscheidungen? Ein Überblick:

TSV Holtum (Geest)

2. Platz, Bezirksoberliga Damen: Nach einem verpatzten Saisonstart mussten die Damen des TSV Holtum (Geest) bis zum fünften Spieltag warten, ehe beim 8:5-Heimsieg über den TV Grohn der erste Saisonerfolg gelang. Anschließend spielte das Team aber umso stärker auf. Erst im Rückspiel beim TV Grohn musste sich die Mannschaft um Kapitänin Christiane Kuhnt erstmals wieder geschlagen geben. Bis zum Abbruch der Saison folgten weitere drei Siege, sodass der TSV Holtum (Geest) die Spielzeit auf dem Aufstiegsrelegationsrang zwei abschließt.

Schon kurz vor der offiziellen Entscheidung des Tischtennisverbandes merkte Christiane Kuhnt an, „dass in unserer Liga im Prinzip alles so gewertet werden kann, wie es sich zum Zeitpunkt des Abbruchs darstellt. Am verdienten Meistertitel des TSV Altenbruch gibt es keinerlei Zweifel.“ Tatsächlich führt der neue Titelträger die Liga mit weitem Abstand an. Auch in den unteren Tabellenregionen waren die Plätze klar vergeben. Doch wie verhält es sich im Lager des TSV Holtum (Geest) nun in Sachen Aufstieg? „Wir haben uns noch nicht abschließend besprochen, aber ich gehe nicht davon aus, dass wir das Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen. Es handelt sich ja um ein Angebot des Verbandes und um keine Pflicht. Vor der Saison haben wir uns freiwillig aus der Landesliga zurückgezogen und aus meiner Sicht ist die Tendenz in diesem Jahr noch klarer als vor einem Jahr. Außerdem fühlen wir uns in der Bezirksoberliga gut aufgehoben.“

TTC Hutbergen

4. Platz, Bezirksoberliga Herren: Etwaige Gedanken müssen sich die Tischtennis-Herren des TTC Hutbergen nicht machen, da der Relegationsplatz knapp verpasst wurde. Als Aufsteiger schneidet das Team mit Platz vier aber trotzdem hervorragend ab. Ob es in den verbleibenden drei Spielen noch zu mehr gereicht hätte, ist spekulativ. Denn wenn eines in dieser extrem ausgeglichen Liga Konstanz hatte, das war es die Inkonstanz vieler Mannschaften: „Wir waren im Laufe der Saison zwischendurch mal Zweiter, aber auch schon mal ganz unten angelangt. Es war wirklich eng beisammen, hat die Liga dadurch aber auch unglaublich interessant gemacht“, erklärt Kapitän Frank Wulfes.

Als weiteres Beispiel für solch eine Achterbahnfahrt dient der Mitaufsteiger vom TuS Kirchwalsede. Nach der Hinrunde noch auf Platz sieben, kletterte die Mannschaft Stück für Stück nach oben und schloss auf Platz zwei ab und spielt nun ernsthaft mit dem Gedanken, den Durchmarsch in die Landesliga auch in Anspruch zu nehmen. „Ich finde auch, dass sie es verdient haben. Sie haben eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft“, lobt Frank Wulfes.

Entgegen vieler Kritiker kann er mit der Entscheidung des Verbandes gut leben: „Ganz ehrlich hätte ich eher erwartet, dass die Hinrunde als Endresultat gewertet wird, aber so passt es für mich auch. Komplett zufriedenstellen wird man nie alle, irgendjemand fühlt sich immer ungerecht behandelt. Aber da sollten wir die Kirche auch mal im Dorf lassen. Wir haben global gerade ganz andere Sorgen, als die Abschlusstabelle von uns Hobby-Tischtennisspielern. Hoffen wir mal, dass alles irgendwann überstanden ist und wir uns dann wieder auf die neue Saison freuen können.“

TV Oyten

4. Platz, Landesliga Herren: Für die Herren des TV Oyten ist die Situation durch den vorzeitigen Saisonabbruch vergleichbar mit der des TTC Hutbergen: Auch das Team um Kapitän Peter Igel schloss diese Spielzeit auf Platz vier ab. Mit dem Ergebnis ist der Mannschaftsführer zufrieden, ging es doch vornehmlich um den Ligaverbleib, den das Team durch einen erfolgreichen Zwischenspurt in der Rückserie frühzeitig sicherstellte. Bei optimalem Verlauf wäre auch Platz zwei noch erreichbar gewesen. Hinter dem souveränen Meister vom Post SV Stade hat diesen nun der VfL Westercelle um den Ex-Oytener Julius Feldt inne.

„Über die Entscheidung des Verbandes lässt sich immer streiten. Ich hätte auch eher eine Wertung des Hinrundenergebnisses oder eine komplette Annullierung der Saison erwartet, aber das hätte für uns auch nichts geändert. Dem Vernehmen nach erwartet der DTTB mit der getroffenen Entscheidung juristisch am wenigsten Komplikationen. Am Ende fühlt sich aber immer jemand betrogen und wird sicher entsprechende Schritte einleiten. Ritterhude ist zum Beispiel sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten Mannschaft betroffen und muss absteigen“, führt Peter Igel aus. Dem durchaus noch möglichen zweiten Platz trauert er nicht groß hinterher, „da ich gar nicht sagen kann, ob ein möglicher Aufstieg für uns ein Thema gewesen wäre. Verbandsliga-Ambitionen waren teamintern eigentlich nie da.“

Was die Nummer eins des TV Oyten in der aktuellen Pause beschäftigt, ist vor allem die Zukunft der Mannschaft: „Ich bin wirklich gespannt, wie es in Oyten weiter geht. Oliver Helming und Dirk Chamier von Gliszczynski stehen zukünftig nicht immer komplett zur Verfügung. Ich selbst werde die weitere Entwicklung in den nächsten Wochen genau beobachten. Einen Weggang müssen wir schon schlucken, der trifft uns schon hart“, erklärt Peter Igel und weist auf den bevorstehenden Wechsel von Talent Vincent Vogel hin. „Vincent hat uns erklärt, dass er höherklassig spielen möchte und nicht mehr zur Verfügung steht. Für uns ist das natürlich bitter, aber seine Ambitionen kann ich nachvollziehen. Dass er das nötige Talent hat, konnte er in dieser Saison unter Beweis stellen.“ Erster Ansprechpartner dürfte für Vincent Vogel der Verbandsligist TV Hude sein. Die weiten Anfahrtswege könnte er dann zusammen mit dem Ex-Hutberger Finn Oestmann in Angriff nehmen.

Peter Igel ist gespannt, was sich in seiner Mannschaft hinsichtlich möglicher Neuzugänge noch tut: „Bis zur Wechselfrist Ende Mai ist ja noch etwas Zeit. Ich bin aber schon noch so motiviert, dass ich mit einer landesliga-tauglichen Truppe an den Start gehen möchte. Wir haben in der abgelaufenen Saison unter Beweis gestellt, was möglich ist, wenn wir in guter Besetzung auflaufen. Das sollte in jedem Fall auch wieder gegeben sein.“

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