Corona-Lockerungen Das Training kann beginnen

Amateursportler dürfen ihrem Hobby ab sofort wieder nachgehen. Wenn sie durchgehend zwei Meter Abstand untereinander halten und die Hygieneregeln beachten, dürfen sie Outdoor-Sportanlagen nutzen.
06.05.2020, 11:40
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Das Training kann beginnen
Von Michael Kerzel

Rund zwei Monate mussten die hiesigen Amateursportler mit ihrem Hobby pausieren. Doch diese Phase ist beendet. „Sport ist nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern für viele von uns ein Lebensgefühl. Wenn wir in diesen schweren Zeiten wieder auf die vertrauten Sportanlagen gehen können, um Sport zu treiben, wird uns das helfen, den Mut nicht zu verlieren. Ich freue mich daher sehr darüber, dass der Betrieb und die Nutzung von Sportanlagen im Freien wieder möglich sind", teilt der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, mit. Er weist explizit auf die Bedeutung der Einhaltung der Hygienevorschriften hin. "Nur, wenn es uns gemeinsam gelingt, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wird die Öffnung von Dauer sein", fügt er hinzu.

Das heißt: Alle öffentlichen und privaten Sportanlagen im Freien können ab sofort für den kontaktlosen Sport genutzt werden, solange der Abstand zwischen allen Akteuren immer mindestens zwei Meter beträgt. Die Umkleiden und Duschen sowie Vereinsheime und Gastronomien bleiben allerdings weiterhin geschlossen. Zuschauer sind auch beim Training untersagt, das gilt auch für Eltern.

Grundsätzlich gibt es keine Beschränkung von Sportarten, allerdings werden die Voraussetzungen für eine zulässige sportliche Betätigung im Freien in der Regel leichter bei der Ausübung von Individualsportarten erfüllt sein. Auch die Zahl der Trainierenden ist nicht vorgegeben. Entscheidend ist der Abstand zwischen den einzelnen Personen. „Der Gesundheitsschutz steht nach wie vor an erster Stelle. Aber ich vertraue auf das verantwortungsvolle Handeln der Sportlerinnen und Sportler. Die Vereine haben sich viele Gedanken gemacht und sind gut vorbereitet, unter den neuen Bedingungen Sport zu ermöglichen“, blickt Pistorius voraus.

Der Landessportbund hat auf seiner Homepage (www.lsb-niedersachsen.de) die wichtigsten Fragen zusammengefasst und beantwortet. Hier ein Auszug:

Wo darf ich trainieren? Erlaubt ist die körperliche und sportliche Betätigung im Freien, also auch auf Wegen und Wiesen in Parks und auf Bürgersteigen sowie die Nutzung öffentlicher und privater Freiluftsportanlagen.

Wie ist die Sportausübung möglich? Die sportliche Betätigung auf allen Freiluftsportanlagen muss zum Schutz vor Corona-Infektionen sehr konsequent kontaktlos und mit einem Abstand von zwei Metern erfolgen. Beim Sport atmen Menschen tiefer aus und ein, als im sonstigen Leben. Deshalb können sie potenziell auch beim Ausatmen etwaige Corona-Viren in einem etwas weiteren Umkreis verbreiten.

Welche Sportarten sind erlaubt? Im Grundsatz ist die Ausübung von kontaktlosem Sport unter Einhaltung des Abstandes von mindestens zwei Metern in jeder Sportart erlaubt. Allerdings gibt es Sportarten, bei denen
das Abstandwahren einfacher ist als bei anderen. Unkompliziert umsetzbar sind die Hygiene- und Abstandregeln bei der Ausübung von Individualsportarten im Freien. Bei Gruppen- oder Mannschaftssportarten ist ein kontaktloses Training möglich.

Mit wie vielen Personen darf trainiert werden? Bei der Zahl der Trainierenden auf den Sportanlagen gibt es keine pauschale Begrenzung. Entscheidend ist der Abstand zwischen den einzelnen Personen (zwei Meter).

Was ist kontaktloser Sport? Ein Sport ist kontaktlos, wenn zu keinem Zeitpunkt der sportlichen Betätigung ein körperlicher Kontakt zu anderen Mitsporttreibenden erfolgt. Übungen zu zweit sind also nur auf Abstand, ohne sich zu berühren, erlaubt. Es sind keine direkten körperlichen Hilfestellungen möglich. Die Benutzung von Spiel- und Sportgeräten ist erlaubt. Das heißt beispielsweise, dass das Fußball- oder Handballtraining in Form von Passen, Dribbeln oder Hütchen-Lauf möglich ist. Verzichtet werden muss beispielsweise auch auf Händeschütteln, Abklatschen oder in den Arm nehmen.

Was ist mit Sportmaterial und Geräteräumen? Geräteräume und andere Räume zur Aufbewahrung von Sportmaterial dürften von Personen nur unter Einhaltung des Abstandes (zwei Meter) am besten einzeln betreten werden. Die Hygieneanforderungen müssen aber auch dort eingehalten werden, insbesondere sollte auf die regelmäßige Desinfektion von benutzten Sport – und Trainingsgeräten geachtet werden.

Muss ich eine Maske tragen? Nein, bei der sportlichen Betätigung im Freien muss keine Maske getragen werden.

Wer öffnet die Sportanlage? Die Anlage wird vom jeweiligen Eigentümer beziehungsweise Betreiber geöffnet. Das sind in der Regel Vereine oder Kommunen. Durch die Verordnung gibt es keine Verpflichtung zur Öffnung einer Sportanlage.

Ist für die Öffnung der Sportanlage eine Genehmigung erforderlich? Nein, für die Öffnung entsprechender Freiluftsportanlagen ist keine Genehmigung erforderlich. Für Fragen im Einzelfall sind die Gesundheitsämter vor Ort zuständig.

Was ist innerhalb der Sportanlage geöffnet? Es sind lediglich die Übungsbereiche geöffnet. Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen. Das Umziehen für den Sport und das Duschen nach dem Sport muss deshalb Zuhause erfolgen. Die Benutzung von Toiletten ist unter Beachtung der Abstandsregelung und dem Beachten der Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen möglich.

Ist der Sport in der Halle oder im Fitnessstudio möglich? Nein, Sport in der Halle ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Der niedersächsische Weg aus der Corona-Krise sieht in einem groben Zeitplan vor, dass Indoor-Sportanlagen ab dem 25. Mai unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen.

Sind Schwimm- und Freibäder geöffnet? Nein, zum jetzigen Zeitpunkt sind weder Schwimm- noch Freibäder geöffnet. Es ist vorsichtig angedacht Freibäder ab dem 25. Mai unter strengen Auflagen wieder zu öffnen.

Sind Zuschauer bei der sportlichen Betätigung oder Training erlaubt?
Nein, Zuschauer sind derzeit bei keiner Form der sportlichen Betätigung erlaubt.

Eine Sonderregel wurde für den Spitzensport verordnet. Demnach dürfen Sportler, die einer Mannschaft angehören, die ihre Sportart berufsmäßig ausüben beziehungsweise der 1. oder 2. Bundesliga – gleich welcher Sportart – angehören, auch in der Halle trainieren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+