Tischtennis Vereine begrüßen Verlängerung der Pause

Der Tischtennis-Verband Niedersachsen hat die Pause bis mindestens Mitte Februar verlängert. Die hiesigen Vereine begrüßen diesen Entschluss.
18.12.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Florian Kastens

Noch vor Weihnachten haben die Tischtennisspieler Klarheit, wie in Sachen Wettkampfbetrieb im neuen Jahr verfahren wird. Der Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) hat die Pause bis mindestens Mitte Februar verlängert (wir berichteten). Ein Entschluss, der bei den Mannschaftsführern der höherklassig spielenden Teams im Landkreis Verden Anklang findet. „Aus meiner Sicht war diese Entscheidung aber auch ziemlich alternativlos“, meint Frank Wulfes, Kapitän des TTC Hutbergen. „Wer hat denn ernsthaft daran geglaubt, dass wir schon im Januar wieder spielen können? Nein, so ist es sinnvoll und verschafft uns neben Klarheit auch wieder etwas Zeit. Denn so kann die weitere Entwicklung der Pandemie abgewartet und verfolgt werden.“

Der genaue Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Spielbetriebs bleibt also noch etwas länger unklar. Festgelegt wurde seitens des Verbandes hingegen bereits, dass lediglich eine „Einfachrunde“ zur Austragung kommt. So sollen die Spiele der Hinrunde und dann möglichst auch die fälligen Relegationsspiele bestritten werden. Auf die Rückserie wird verzichtet. Doch Gedanken daran verschwendet Frank Wulfes derzeit nur wenige: „Momentan steht die Gesundheit über allem, da rücken sportliche Ambitionen in den Hintergrund. Wenn tatsächlich alle Teams einmal gegeneinander gespielt haben, kann die Saison aus meiner Sicht regulär gewertet werden. Über andere Szenarien sollte man sich zu gegebener Zeit Gedanken machen. Dazu ist es jetzt einfach noch viel zu früh.“

Ins gleich Horn bläst auch Kai Emigholz, Teamsprecher des Hutberger Klassenkonkurrenten TV Oyten. „Auch für mich ist die Entscheidung des Verbandes nachvollziehbar und wenig überraschend. Aber ganz ehrlich: Ich hatte dieses Thema fast schon ein wenig verdrängt. Wir haben doch alle derzeit ganz andere Sorgen und Nöte. Niemand kann absehen, wann wir mal wieder ein Stück weit zur Normalität zurückkehren. Der Verband möchte ja derzeit auch noch an den Terminen für die Relegationsspiele Anfang Mai festhalten. Wenn man schaut, wie dynamisch sich gerade alles entwickelt, fehlt mir doch etwas der Glaube, dass solche Termine zu halten sind“, sagt Emigholz, der den bisherigen Saisonverlauf seines Teams mit drei Siegen aus vier Spielen als „mehr als zufriedenstellend“ einstuft. „Für uns geht es aber weiterhin nur um den Klassenerhalt. Darauf konzentrieren wir uns auch weiterhin, wenn es denn irgendwann wieder losgehen sollte.“

An einen möglichen Re-Start der Punktspiele knüpft Kai Emigholz noch einen Wunsch: „Es wäre schon angenehm, wenn die Teams vor dem ersten Punktspieltermin zumindest noch eine zweiwöchige Trainingsphase bekommen. Wir sind zwar keine Profis, aber zwei bis drei Mal den Schläger in der Hand zu haben, wäre schon hilfreich. Wir haben seit Anfang November nicht mehr trainieren können und daran wird sich ja in den nächsten Wochen auch nichts ändern. Aber noch mal: In diesen Zeiten ist unser Amateursport absolut zweitrangig. Corona wird uns alle noch lange begleiten.“

Auch die Tischtennis-Damen des TSV Holtum (Geest) stellen die Entscheidung des Verbandes keineswegs in Frage. „Nein, auch wir haben es so erwartet. Wir finden es auch sinnvoll, nur eine einfache Runde zu spielen. Denn aus heutiger Sicht wird selbst das ja schon eine Herausforderung für viele Teams. Die Spiele sollen bis Ende April durch sein. Dazwischen liegen aber ja auch noch die Osterferien, die eigentlich immer ausgespart werden. Man wird sehen, wie das alles unter einen Hut zu bekommen ist“, erklärt Christiane Kuhnt. Die Mannschaftsführerin freut sich, dass durch die frühzeitigen neuen Informationen, „etwas Druck vom Kessel“ genommen wurde.

Die Vereine haben nun etwas länger Zeit, die neuen Spieltermine zu planen. Auch ein Tausch des Heimrechts ist möglich. Solch eine Kulanz hatte sich Christiane Kuhnt schon im Oktober von den Entscheidern gewünscht. Seinerzeit verzichteten die Spielerinnen des TSV Holtum (Geest) auf die Anreise zum Topspiel beim TV Grohn. „Grohn liegt in Bremen, das damals gerade zum Risikogebiet erklärt wurde. Da wir aber nicht sofort einen neuen Nachholtermin präsentieren konnten, wurde die Partie kampflos gegen uns gewertet. Dabei gingen die Infektionszahlen seinerzeit schon deutlich nach oben. Ein bis zwei Wochen später wurde die Saison dann ja auch erst mal ausgesetzt“, erzählt Christiane Kuhnt.

An der Niederlage am grünen Tisch änderte dies jedoch nichts mehr. „Natürlich ist das ein wenig ärgerlich und wir haben damals auch unser Unverständnis klar zum Ausdruck gebracht. Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht mit den Entscheidungsträgern tauschen. Allen kann man es nie Recht machen. Mit der aktuellen Entscheidung sollten aber alle gut leben können. Und man muss natürlich auch festhalten, dass die beiden Minuspunkte, die wir durch den Nichtantritt erhalten haben, nicht ganz so wichtig sind, wenn man sieht, was ansonsten in Deutschland und der Welt gerade so los ist. Wir hoffen, dass wir alle gesund bleiben und freuen uns dann alle wieder, wenn es alles normaler wird“, sagt Kuhnt.

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