Futsal-Kreismeisterschaft Vorjahressieger streicht die Segel

Borsteler FC, Verdener Türksport, FC Verden II, TSV Bassen II, TSV Fischerhude-Quelkhorn und TSV Etelsen II – das sind die sechs Teams, die bei der Endrunde der Futsal-Kreismeisterschaft mit dabei sind.
16.12.2019, 15:56
Lesedauer: 4 Min
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Von Nico Brunetti

„Beim Futsal muss beim Anstoß der Ball immer nach vorne gespielt werden.“ Mit diesen Worten hat sich ein Schiedsrichter in der Achimer Gymnasiumhalle an die Beteiligten und Zuschauer gewandt. „Sie erklären die Spielregeln, bringen alle auf dem neuesten Stand und damit das alle mitkriegen, wird das absichtlich vor dem ersten Spiel gemacht“, erzählte Frank Oetting, Funktionär beim Kreisfußballverband Verden. Denn die Hallenfußballvariante, sagte Oetting, sei noch nicht allen bekannt. Unwissenheit, die auch die Schiedsrichter betrifft, und am Sonntag bei der Vorrunde der Futsal-Kreismeisterschaft zu einem Mangel führte. „Wir haben nicht genug Futsal-Schiedsrichter im Kreis Verden, weil nicht jeder die Ausbildung dazu absolviert hat.“ Daher bedienten sich die Organisatoren im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst. In Achim kamen drei Schiedsrichter aus Ganderkesee zum Einsatz. An der Leitung der Unparteiischen gab es letztlich auch nichts zu beanstanden, die Begegnungen gingen reibungslos über die Bühne.

Oetting, Vorsitzender des Sportgerichts im Kreis Verden, begleitete die Gruppe 3 in Achim. Und er sah einen Favoriten, der seiner Rolle gerecht wurde. Der Kreisliga-Spitzenreiter TSV Fischerhude-Quelkhorn ließ nämlich nichts anbrennen und qualifizierte sich mit 13 Punkten aus fünf Spielen für die Endrunde. Das lag vor allem auch an Angreifer Lukas Klapp, Führender der Kreisliga-Torjägerliste. Er steuerte sechs der 16 Fischerhuder Tore bei und stellte damit auch in der Halle seine Treffsicherheit zur Schau. Obwohl sich der TSV schon seit mehreren Wochen in der Winterpause befindet, betrachtete er den Wettbewerb in der Achimer Gymnasiumhalle nicht als lästige Pflichtaufgabe. „Ich bin grundsätzlich jemand, der immer Bock hat zu kicken. Mit den Kumpels zu spielen, macht immer total viel Spaß“, sagte Klapp. Seinen Teamkollegen ging es genauso: Dank der Spielfreude sicherte sich der TSV souverän den ersten Platz der Gruppe 3 – kein Selbstläufer, meinte Klapp. „Wir haben eine sehr gute Hallenmannschaft, aber das war schon anspruchsvoll“, beschrieb er und bezeichnete ein gewonnenes Hallenturnier in Baden vor einer Woche als gelungene Vorbereitung. „Ein guter Test, da konnten wir uns einspielen.“ Trotz der sieben Gegentore möchte der Kreisliga-Spitzenreiter auch bei der Endrunde seinen Schwerpunkt auf das Offensivspiel legen. „Wir machen gerne vorne eins mehr. Da ist das Risiko da, dass man auch mal eins bekommt.“

Neben Fischerhude zeigte sich in Achim auch der TSV Etelsen II von einer guten Seite. Zwar gab es gegen das Team von Torjäger Klapp eine 1:3-Niederlage, gegen die anderen Gegner blieben die Etelser aber ungeschlagen. Mit zehn Zählern sicherten sie sich das Endrunden-Ticket und ließen unter anderem den Kreisklassen-Tabellenführer SV Baden hinter sich. Die Badener erwischten trotz des 1:1 gegen Fischerhude generell nicht ihren besten Tag. Neben dem Vorrundenaus als Vierter der Gruppe 3 gab es nämlich auch einen Platzverweis. Es war Erdal Yüksel, Top-Torjäger in der Kreisklasse, der wegen Nachtretens frühzeitig zum Duschen geschickt wurde. Mut aus dem Turnier darf dagegen der TSV Otterstedt schöpfen. Das Kreisliga-Schlusslicht kassierte nur eine Niederlage und präsentierte sich ordentlich.

Ein positives Zeugnis konnte dem besser postierten Otterstedter Tabellennachbarn dagegen nicht ausgestellt werden: Der TB Uphusen II, Vorjahressieger der Futsal-Kreismeisterschaft, enttäuschte auf der ganzer Linie. In der Aller-Weser-Halle in Verden, dort wurden die Gruppen 1 und 2 ausgespielt, schied der TBU II als Letzter sang- und klanglos aus. „Das hatte nichts mit Kreisliga-Niveau zutun, so darfst du nicht untergehen. Wir waren hinten nachlässig und hatten keine Chancen nach vorne“, kritisierte Jens Behrens, der die Mannschaft in der Domstadt betreute und die Einstellung der einzelnen Spieler anprangerte. Nichts zu holen gab es in dieser Gruppe zudem für den TSV Jahn Westen und MTV Riede II, die ebenfalls ausschieden. Überraschend stark präsentierte sich der Borsteler FC, eine Mannschaft aus der 2. Kreisklasse. „Wir haben das nicht erwartet, dass wir weiterkommen“, gestand Keeper Sükrü Baris. Unter Neu-Trainer Dogan Baris fiel vor allem Mubarak Badir positiv auf. Der Flüchtling aus dem Irak glänzte mit feiner Technik und dynamischen Antritten. „Das habe ich in meinem Land gelernt. Da hatte ich einen sehr guten Trainer“, meinte der 20-Jährige. Dass er noch einige Großchancen liegen ließ, machte den Fußballer nicht traurig. „Das ärgert mich nicht. Hauptsache die Mannschaft gewinnt.“ Und das war am Sonntag zumeist der Fall. Die Borsteler bezwangen den TBU II, Riede II und den TSV Jahn Westen. Gegen den Verdener Türksport, der ebenfalls die Endrunde erreichte, gab es ein 1:1. Eine Punkteteilung, bei der Neuzugang Ferat Dag die Rote Karte wegen groben Foulspiels sah.

Unterdessen setzten sich in der Gruppe 2 die beiden Kreisligisten FC Verden 04 II und TSV Bassen II durch. Beide Teams machten in der Aller-Weser-Halle auch den ersten Platz unter sich aus. Weil die Verdener das direkte Duell mit 2:1 gewannen, qualifizierten sie sich ohne Punktverlust für die Endrunde. Die Bassener sicherten sich die Teilnahme an der Endrunde mit neun Zählern. Dahinter landete der TSV Thedinghausen, der sechs Punkte holte und aufgrund der zwei Pleiten gegen die beiden Erstplatzierten ausschied. Den vierten Rang in der Gruppe belegte der TSV Bierden. Mit einem 3:0-Sieg verwiesen die Bierdener den punktlosen SV Holtebüttel auf den letzten Platz in der Tabelle.

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